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May 25, 2020 Last Updated 11:41 AM, May 20, 2020

Who was who in nursing history: HANKEL, Minna
HANKEL, Minna
Artikel von: Volker Klimpel
Erschienen in Band 4, Seite(n) 131-132.
 

Biographie

Minna Pauline Natalie Hankel (auch: Hanckel) kam am 14. Februar 1827 als Kind eines Medizinalrates und fürstlich-rudolstädtischen Leibarztes in Frankenhausen / Thüringen zur Welt. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. In die Pflegegeschichte trat Minna Hankel erst im Alter von 49 Jahren, als sie von der begüterten Clara Riese aus Berlin, deren Kind im Frankenhausener Solbad geheilt worden war, mit der Einrichtung einer Kinderheilanstalt betraut wurde. Die Gewinnung weiterer Geldgeber, der Aufbau und die Leitung der am 1. August 1876 eröffneten ersten Kinderkureinrichtung, der „Frankenhäuser Kinderheilanstalt“, wurde zur Lebensaufgabe der Minna Hankel. Zusammen mit dem Berliner Bankier Wilhelm Schall (1818-1916) rief sie den „Verein zur Gründung und Unterhaltung der Kinderheilanstalt“ ins Leben, der bis 1905 bestand. Hauptanliegen dieses Vereins war die Behandlung und Pflege scrophulöser, das heißt tuberkulosekranker Kinder. Auch Verhaltensregeln für Patienten und Personal wurden von Minna Hankel erarbeitet. 1898 schenkte sie der Anstalt die Summe von 5.000 Reichsmark. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Kinderkurheimes überreichte ihr im 1. August 1901 Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) den Königin-Luise-Orden.

Minna Hankel war auch schriftstellerisch tätig und benutzte dabei das Pseudonym M. Lahnek. Sie verfasste neben einigen gefühlvollen Stücken für festliche Gelegenheiten unter anderem die Schriften „Soolbad Frankenhausen in Thüringen“ (1876) und „Die Kinderheilanstalt zu Soolbad Frankenhausen in Thüringen“ (1881). Am bekanntesten aber wurde ihre Kindergeschichte in Reimen zur Unterhaltung ihrer Pfleglinge, illustriert von Freunden des Kinderheimes, die 1883 unter dem Titel „Ännchens Badereise“ in Halle erschien.

Am 19. Oktober 1902 vollendete sich das Leben von Minna Hankel, die 26 Jahre lang die Kinderheilanstalt aufopferungsvoll geleitet und dabei auch Pflegerinnen ausgebildet hatte, in ihrer Heimatstadt. In der Stadt am Kyffhäuser, seit 1927 Bad Frankenhausen, trägt eine Straße den Namen Minna Hankels.


Literatur

Marwinski, Felicitas: Minna Hankel. In: Marwinski, Felicitas (Hrsg.): Thüringer Biographisches Lexikon. Lebenswege in Thüringen. Zweite Sammlung. Selbstverlag der Historischen Kommission für Thüringen. Weimar 2002, Seite 63-65.

Bildquelle: Marwinski, Felicitas (Hrsg.): Thüringer Biographisches Lexikon. Lebenswege in Thüringen. Zweite Sammlung. Selbstverlag der Historischen Kommission für Thüringen. Weimar 2002, Seite 64.

HANKEL, Minna

Version vom: 
2012-01-20

Zitation

Volker Klimpel. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Volker Klimpel, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 4. hpsmedia, 2012. S. 131-132

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=174

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