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Who was who in nursing history: OPPEN, geb. Gräfin von ITZENPLITZ, Luise Gabriele Marie von
OPPEN, geb. Gräfin von ITZENPLITZ, Luise Gabriele Marie von
Artikel von: K. Wittneben
Erschienen in Band 3, Seite(n) 217-218.
 

Biographie

Nach dem deutsch-öster-reichischen Krieg 1866, in dem Preußen seinen Führungsanspruch gegen-über Österreich durchset-zen konnte, trat anlässlich der Sieges- und Friedens-feier am 11. November 1866 in Berlin der preußische „Vaterländi-sche Frauen-Verein“ unter dem Protektorat der Königin Augusta (1811-1890)?, seit 1871 Kaiserin Augusta, zusammen. Die Leitung des Vereins und seine Vertretung nach außen wurde einem Vorstand zugesprochen, der aus zwölf Personen, sechs Frauen und sechs Männern, bestand. Die Vorsitzende, die Stellvertreterin, der Schriftführer, der Schatzmeister sowie ein weib-liches und ein männliches Mitglied, also die Hälfte des Vorstandes, wurden von der Protektorin ernannt, die andere Hälfte wurde aus den Vereinsmitgliedern von der Generalversammlung gewählt. Zwei Frauen, die ein halbes Jahrhundert, von 1866 bis 1916, nacheinander als Vorsitzende des Haupt-vorstandes des Vaterländischen Frauenvereins ge-wirkt haben, waren die Schwestern Luise Gräfin von Itzenplitz und Charlotte Gräfin von Itzenplitz (1835-1921)?. Die erste Vorsitzende war Luise Gabriele Marie Gräfin von Itzenplitz. Ihre grundlegende Beteiligung am organisatorischen Aufbau des Vaterländischen Frauenvereins wurde noch nach vier Jahrzehnten von Cramer (1905) her-vorgehoben. Sie wurde am 18. Juli 1839 als dritte Tochter in der zweiten Ehe von Heinrich August Friedrich Graf von Itzenplitz (1799-1883) und seiner Ehefrau Luise, geb. Freiin von Sierstorpff (1811-1848) aus Braunschweig, in Berlin geboren. Der Vater war Kammerherr am preußischen Hof, Staats-minister und, inzwischen Witwer aus einer dritten Ehe, von 1862-1873 unter Bismarck (1815-1898) preußischer Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Außerdem gehörte er dem Johanniterorden im Range eines Reichsritters an. In der Funktion des Vaters als Johanniterritter war für die Töchter a priori eine Nähe zur Krankenpflege vorgegeben, insbesondere der Kriegskrankenpflege, an der sich die Johanniter 1864 und 1866 aus deutschnational-konservativer Überzeugung enga-giert beteiligt hatten. L. von Itzenplitz heiratete am 21. Mai 1867 in Berlin den Offizier Karl von Oppen. Das Ehepaar von Op-pen lebte auf seinem Gut Altfriedland/ Kreis Ober-barnim in Brandenburg. L. von Itzenplitz gehörte zu den Trägerinnen des preußischen Luisenordens. Dieser Frauenorden war am 3. August 1814 von Kö-nig Friedrich Wilhelm III. (1797-1840) zum Anden-ken an seine Ehefrau Königin Luise (1776-1810) und 1849 von seinem Sohn, König Friedrich Will-helm IV. (1840-1861), gestiftet und 1850, 1861, 1865, 1866 und 1871 erneuert worden. Er wurde für einen aufopfernden Einsatz in der Verwundeten-pflege verliehen. Ob L. von Itzenplitz in den Kriegen von 1864 und 1866 in der Pflege von Verwundeten selbst Hand an-gelegt hatte oder für ihre Leitungs- bzw. Verbands-arbeit gewürdigt worden ist, ließ sich noch nicht ermitteln. Nach ihrer Eheschließung ging der Vorsitz im preußischen Vaterländischen Frauenverein auf ihre ältere Schwester, Charlotte Gräfin von Itzenplitz (1835-1921) über, d.h. Ch. von Itzenplitz wurde von der Königin Augusta zur Vorstandsvorsitzenden er-nannt. Der zum preußischen Generalleutnant aufge-stiegene K. von Oppen verstarb am 9. Mai 1896, L. von Oppen am 21. September 1901, beide in Alt-friedland. Der Ort liegt nordöstlich von Berlin auf der Strecke zwischen Frankfurt/ Oder und Ebers-walde. Die Schwestern von Itzenplitz sind in der Pflege-geschichte bisher unerwähnt und unbekannt geblie-ben, obwohl sie in der Entwicklungsphase der weib-lichen „Freiwilligen Krankenpflege“ und der begin-nenden Konstruktion der beruflichen Krankenpflege über Jahrzehnte eine sicher nicht völlig unbedeu-tende Rolle gespielt haben. Spuren ihrer Einfluss-nahmen und Handlungsspielräume ihrer Einfluss-möglichkeiten aufzudecken, ist daher - auch gerade im Hinblick auf Herkunft und Werthaltungen der beiden Frauen - weiterhin ein wichtiges Forschungs-desiderat.

Literatur

Bosl, Karl, Günther, Franz, Hofmann, Hans-Hubert (Bearb.): Biographisches Wörterbuch zur Deutschen Geschichte. Zweiter Band: I-R. Saur, München 1995. Cramer, H.: Die Vorbereitung der Kriegskrankenpflege der Vaterländischen Frauenvereine. Zeitschrift für Krankenpflege 27 (1905) 8, Seite 289-300. Foerster, Wolfgang, Liesner, Gerhard, Senftleben, Eduard unter Mitwirkung des Deutschen Roten Kreuzes (Hrsg): Unter dem Roten Kreuz im Weltkrieg. Weller, Berlin 1934. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch: Gräfliche Häuser. Perthes, Gotha 1902. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch: Gräfliche Häuser. Perthes, Gotha 1922. Hahn, C. U.: Die Deutschen Frauenvereine unter dem Roten Kreuz. Mit besonderer Beziehung auf die Gewinnung weiblicher Pflegekräfte. Rupp, Reutlingen 1870. Kürschners Jahrbuch 1902. Hillger, Berlin / Leipzig 1901. Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes (Hrsg.): Geist und Gestalt des Roten Kreuzes. Eine Auswahl von Reden und Aufsätzen von Anton Schlögel. Druckerei Hachenburg, Bonn 1987. Statut des Vaterländischen Frauenvereins zu Berlin vom 1. Mai 1867, revidiert am 24. Mai 1869. In: Hahn, C. U.: Die deutschen Frauenvereine unter dem Roten Kreuz. Rupp, Reutlingen 1870, Beilage 1. Bildquelle: Foerster, Wolfgang, Liesner, Gerhard und Senftleben, Eduard (Hrsg.): Unter dem Roten Kreuz im Weltkrieg. Weller, Berlin 1934.

OPPEN, geb. Gräfin von ITZENPLITZ, Luise Gabriele Marie von

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

K. Wittneben. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von K. Wittneben, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 217-218

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=677

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