Oct 23, 2018 Last Updated 1:50 PM, Oct 20, 2018

Forschungswelten 2019

Save-the-date: Forschungswelten 2019! Vom 4.-5. April 2019 findet an der Hochsc...

Lernwelten 2018

Lernwelten 2018 18. internationaler wissenschaftlicher Kongress für Pflege- und ...

Migration und Integration in der Pflege

bay lpr argeBLPR-Frühjahrsakademie: Professionelle Pflege zukunftsfähig gestalten 

Berufliche Pflege als Baustein einer funktionierenden Gesundheitsversorgung immer wichtiger / Löst Migration das Problem Fachkräftemangel in der Pflege? 

München, 24. Februar 2017 – Die traditionelle Frühjahrsakademie des Bayerischen Landespflegerats (BLPR) widmete sich in diesem Jahr dem Thema ‚Professionelle Pflege zukunftsfähig gestalten‘. Dabei standen zentrale Fragen zur Zukunft des Gesundheitswesens im Fokus: Wie kann die professionelle Pflege zu einer tragfähigen und gesicherten Gesundheitsversorgung beitragen und sie mitgestalten? Welcher Institutionen bedarf es, um selbstbestimmt die eigene Profession weiterzuentwickeln? Welche Mittel stehen der Pflege zur Verfügung, um effiziente Problemlösungen anbieten zu können? Bedarf es spezieller Kompetenzen der Berufsgruppe, um den anstehenden Herausforderungen zu begegnen? Gibt es aktuelle Entwicklungen, von denen die Pflege profitieren kann? 

Mit der diesjährigen Frühjahrsakademie signalisierte der BLPR erneut, dass die professionelle Pflege in Bayern bereit ist, ihre Expertise einzubringen und Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit der eigenen Profession zu übernehmen. Damit verbindet sich die klare Forderung, von allen Beteiligten im Gesundheitswesen als gleichberechtigter Partner akzeptiert zu werden. „Die professionelle Pflege wird als Baustein einer intakten Gesundheitsversorgung zukünftig immer wichtiger werden. Dem sollte auch in der politischen Entscheidungsfindung Rechnung getragen werden. Wir haben verstanden, dass es dazu immer wieder proaktiver Impulse von unserer Seite bedarf“, stellt Generaloberin Edith Dürr, Vorsitzende des BLPR und der Schwesternschaft München vom BRK e.V., fest. „Die Themen unserer Frühjahrsakademie zeigen klar, dass die Pflege sich längst mit den Problemen auseinandersetzt, nicht nur mit den systembedingten Herausforderungen, sondern auch mit jenen des beruflichen Alltags, die in der Betrachtung von außen allzu oft nicht berücksichtigt werden. Wenn beispielsweise vom Fachkräftemangel die Rede ist, heißt es nicht selten, die Migrationswellen der letzten beiden Jahre seien die Lösung des Problems. Wir aber betrachten auch diese Frage durchaus mehrdimensional, so einfach ist es eben nicht, ausländische Pflegekräfte in unser System zu integrieren.“ 

Daher beschäftigte sich die Podiumsdiskussion der diesjährigen Frühjahrsakademie auch mit dem brisanten Thema ‚Migration und Integration in der Pflege‘. Es diskutierten Schwester Elfriede Retzer, Schulleitung der Pflegeschulen am Klinikum Dritter Orden in München, Martin Wilhelm von der Stabsstelle Pflegepersonalakquise am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Rubina Doglod, Gesundheits- und Krankenpflegerin am Klinikum Bogenhausen, Sinje Hansen, Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie Fachkrankenpflegerin für Anästhesie- und Intensivpflege vom Deutschen Herzzentrum, München, und Beate Widmann, Direktorin der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege des Bildungszentrums Diakonissen in Linz.

Wer ist der BLPR? Der Bayerische Landespflegerat BLPR, vormals BAY.ARGE, fördert die Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, bündelt die berufspolitischen Aktivitäten seiner 16 Mitgliedsverbände und vertritt deren Positionen und Anliegen in der Öffentlichkeit. Der BLPR ist ein Zusammenschluss von eigenständigen Berufsverbänden, Schwesternschaften und Berufs- und Pflegeorganisationen. Wie auf Bundesebene der Deutsche Pflegerat vertritt der BLPR auf Länderebene die Pflegeberufe. Der BLPR, als Bayerische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Pflegeberufe BAY.ARGE gegründet, besteht seit über 65 Jahren und ist damit der älteste Landespflegerat. 

 

 

 

Migration und Integration in der Pflege 

Statements der Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei der Frühjahrsakademie 2017 des Bayerischen Landespflegerats 

„Eine gewaltige Hürde für erfolgreiche Migration und Integration in der Pflege ist leider schon in unserem System begründet: Es gibt keine verpflichtende Registrierung von Pflegefachpersonal in Deutschland. Dadurch können Anerkennungsregelungen oft nicht rechtskonform umgesetzt werden. So erfolgt beispielsweise die Erfassung von Prüfungsergebnissen in Bayern auf Bezirksebene. Es gibt kein zentrales Register. Damit können Antragsteller die gesetzlichen Regularien, dass beispielsweise die Prüfung nur zweimal unternommen werden darf, in anderen Bundesländern mühelos umgehen. Wir benötigen dringend eine bundesweite Registrierung von Pflegefachpersonal und Personen in Anerkennungsverfahren.“ (Martin Wilhelm, Stabsstelle Pflegepersonalakquise am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main) 

„Migration und Integration könnten unter Umständen bei der Lösung des Problems Fachkräftemangel tatsächlich Schlüsselbegriffe sein. Dazu beitragen können auch die Einrichtungsträger, denn wenn die Integration von Pflegenden aus dem Ausland gelingen soll, gehört dazu ein abgestimmtes Personalentwicklungsprogramm, das vor und nach der beruflichen Anerkennung den Prozess der Einarbeitung und des Ankommens unterstützt.“ (Beate Widmann, Direktorin der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege des Bildungszentrums Diakonissen in Linz) 

„Wir stehen vor dem Problem, dass wir Pflegefachpersonal aus dem Ausland zwar einsetzen wollen und könnten, im Anerkennungsverfahren aber keine Unterstützung erfahren. Die Kosten, die durch Übersetzungsgebühren, Sprachkurse, Vorbereitungskurse und Ähnliches entstehen, werden auf den Antragsteller abgewälzt. Angesichts des hohen Bedarfs sollten Anerkennungszentren eingerichtet und die Kosten mindestens reduziert, besser noch vollständig erstattet werden.“ (Schwester Elfriede Retzer, Schulleitung der Pflegeschulen am Klinikum Dritter Orden in München) 

„Wie kaum ein anderer Beruf ist die Profession Pflege von funktionierender Kommunikation abhängig. Man kann die Sprachbarriere bei Migrantinnen und Migranten, die in der Pflege eingesetzt werden, also nicht einfach ignorieren, gute Sprachkenntnisse sind elementar. Das Sprachniveau B2 nach europäischem Referenzrahmen reicht nicht aus, um eine komplexe Pflegesituation ausreichend zu bewältigen. Auch zur Beratung von Patienten und Bezugspersonen ist das Sprachniveau nicht ausreichend. Hier besteht dringender Änderungsbedarf.“ (Rubina Doglod, Gesundheits- und Krankenpflegerin am Klinikum Bogenhausen) 

„Es gibt kaum Informationen über die Ausbildungsstandards der Herkunftsländer für die berufliche Pflege. Das erschwert nicht nur die Anerkennungsverfahren, sondern macht auch die Beurteilung der Kompetenzen nahezu unmöglich. Die Analyse der Pflegeausbildungsstandards in den Herkunftsländern sollte durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen erfolgen und die Ergebnisse den Bundesländern zu Verfügung gestellt werden. Dann könnten auch Anerkennungsverfahren auf diese Erkenntnisse aufbauen und dementsprechend gestaltet werden.“ (Schwester Elfriede Retzer, Schulleitung der Pflegeschulen am Klinikum Dritter Orden in München) 

„Leider gibt keine einheitlichen Prüfungsstandards und keine zentrale Qualitätsprüfung der Verfahren für die Anerkennung. Das führt zu einem regelrechten Prüfungstourismus. Der Zugang zu den Pflegeberufen über Anerkennungsverfahren sollte nicht nur bundeseinheitlich geregelt, sondern auch evaluiert werden.“ (Sinje Hansen, Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie Fachkrankenpflegerin für Anästhesie- und Intensivpflege vom Deutschen Herzzentrum, München)

 

Information und Kontakt 

 

Bayerischer Landespflegerat (BLPR) 

Vorsitzende Frau Generaloberin Edith Dürr 

Schwesternschaft München vom BRK e.V. 

Rotkreuzplatz 8 

80637 München 

www.bayerischer-landespflegerat.de 

Mitgliedsverbände: 

  • BeKD - Berufsverband f. Kinderkrankenpflege in Deutschland e.V. 
  • BLGS e.V. - Bundesverband Lehrende Gesundheitsberufe u. Sozialberufe e.V., Landesverband Bayern 
  • Bundesverband Pflegemanagement e.V., LG Bayern 
  • Caritas-Gemeinschaft für Pflege- u. Sozialberufe Bayern e.V. 
  • Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Landesvertretung Bayern, Sektion Pflege 
  • Deutscher Berufsverband f. Pflegeberufe, DBfK Südost, Bayern-Mitteldeutschland e.V. 
  • Deutscher Pflegeverband e.V. 
  • DGF - Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. 
  • Evangelische Pflegegemeinschaften 
  • Förderverein zur Gründung einer Pflegekammer in Bayern e.V. 
  • Kath. Pflegegemeinschaften und Pflegeorden 
  • Kath. Pflegeverband e.V. 
  • LAG Landesarbeitsgemeinschaft Bayer. Berufsfachschulen f. Altenpflege, LG Bayern 
  • VBH - Verband Bayer. Heimleiterinnen u. Heimleiter e.V. 
  • VdPPsych - Verband der Pflegedienstleitungen Psychiatrischer Kliniken Bayern e.V. 
  • Verband der Schwesternschaften vom Roten Kreuz in Bayern e.V.

beitrag einreichen banner

datenbankbanner 2

probezugang

IFAS2018 Banner 600x200 Ani px

Aus der Redaktion

logo 3
August 03, 2018

Stellungnahme: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie warnt vor flächendeckender Einführung eines „Pflegerischen Basis-Assessments“ (BAss) in deutschen Krankenhäuser

in Nachrichten
Mit dem sog. „Pflegerischen Basis-Assessment“ (BAss) stellt die Fachgesellschaft „Profession Pflege“ ein von ihr selbst entwickeltes „Assessment-Instrument“ vor und propagiert die flächendeckende Einführung in deutschen Krankenhäusern. Nach Angaben der…
Brain Work Day mit webadresse 01
Juni 20, 2018

Brain_Work_Day 2018: Pflegedokumentation 4.0 – vom Digitalen Wandel profitieren

in Nachrichten
Brain_Work_Day 2018 Pflegedokumentation 4.0 – vom Digitalen Wandel profitieren Über digitale Transformation, künstliche Intelligenz und Big Data als Gold des 21. Jahrhunderts wird viel geredet. Doch was steckt wirklich hinter dem Hype und welche Neuerungen…
dip logo
Juni 20, 2018

Projekt PräSenZ begeistert Kommunen

in Nachrichten
Präventive Hausbesuche für Senioren erfolgreich erprobt - Aufbruchstimmung zum Abschluss des Landesmodellprojektes in Stuttgart - Abschlussbericht und Handreichungen wurden veröffentlicht Rund einhundert Fachleute aus Kommunen, von Pflegekassen und Verbänden…
dip logo
Mai 29, 2018

Pflege-Thermometer 2018 veröffentlicht

in Nachrichten
Pflege-Thermometer 2018 veröffentlicht Studie untersucht Situation in der stationären Pflege Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) in Köln hat mit dem Pflege-Thermometer 2018 die Ergebnisse der bundesweiten repräsentativen Befragung…
bild schabetsberger ammenwerth
Mai 28, 2018

Health Information Management: UMIT bietet gemeinsam mit Siemens Healthineers weltweit universitäres Weiterbildungsprogramm im Bereich der Gesundheits-IT an

in Nachrichten
Health Information Management: UMIT bietet gemeinsam mit Siemens Healthineers weltweit universitäres Weiterbildungsprogramm im Bereich der Gesundheits-IT an Hall in Tirol, den 24. Mai 2018 Die UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften,…

Forschung

Pflegebeauftragter Westerfellhaus ist Schirmherr des Marie Simon Pflegepreises

20. Jun 2018 322
image.png
Die diesjährige Verleihung des Marie Simon Pflegepreises wird unter der Schirmherrschaft…

Erste Ausschreibung des Förderpreises 
„Otsuka team award psychiatry+“

22. Mai 2018 680
Otsuka Holdings logo.svg
Erste Ausschreibung des Förderpreises „Otsuka team award psychiatry+“ Otsuka Pharma GmbH…

Ausschreibung Lohfert-Preis 2018

03. Jan 2018 919
maike
Ausschreibung Lohfert-Preis 2018 Thema: Kulturwandel im Krankenhaus - Multidimensionale…

Pressespiegel

  • SP
    August 03, 2018 Pressespiegel

    Die Schwester/Der Pfleger 7-2018

    Im ersten Beitrag des Juli-Heftes 2018 von Die Schwester/Der Pfleger wird der neue Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ vorgestellt. Im Anschluss daran werden Versorgungsprojekte vorgestellt, bei den Menschen mit…
  • Pflegezeitschrift
    August 03, 2018 Pressespiegel

    Pflegezeitschrift 7-2018

    Das Juli-Heft 2018 der Pflegezeitschrift startet mit Interviews zur Zukunft der Ausbildung in den Pflegeberufen. Dabei spielt die Frage der Generalistik eine zentrale Rolle, und es wird die Ausbildung in Schweden berichtet – „Lernen im Team“. Der Einsatz von…
  • Mabuse
    August 03, 2018 Pressespiegel

    Dr. med. Mabuse 234

    Das Heft 234 von Dr. med. Mabuse startet mit einem Pro- und contra-Artikel zu der Frage, ob eine Zuckersteuer erhoben werden sollte („Limosteuer“). Es wird über eine Fachtagung zu Kindern und Jugendlichen mit Pflegeverantwortung berichtet. Der…
  • Heilberufe
    August 03, 2018 Pressespiegel

    Heilberufe 7-8-2018

    Das Juli-/August-Heft 2018 von Heilberufe enthält zwei PflegeKollegs zu folgenden Themen:• Hautkrebs im Blick• Im Fokus: Rheuma.Ein weiterer Beitrag handelt von der Übergabe des Rettungsdienstes an das weiterversorgende Klinikteam. Über einen Museumsbesuch…
  • kinderkrankenschwester
    August 03, 2018 Pressespiegel

    Kinderkrankenschwester 7-2018

    I m ersten Beitrag des Juli-Heftes 2018 der Kinderkrankenschwester wird der Einfluss von Kinderarmut auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern beschrieben. Im Anschluss daran wird die Problematik des Pflegenotstandes im Hinblick auf krane Kinder…
  • Altenpflege.jpg
    August 03, 2018 Pressespiegel

    Altenpflege 7-2018

    Das Juli-Heft 2018 der Altenpflege startet mit einem Pro- und Contra-Artikel zu dem Fünf-Punkte-Plan des Pflegebeauftragten der Bundesregierung. Der Schwerpunkt des Heftes ist der Mundgesundheit und Zahnpflege gewidmet – dies auch vor dem Hintergrund, dass ab…
  • PflegeRecht0001
    August 03, 2018 Pressespiegel

    PflegeRecht 7-2018

    Das Juli-Heft 2018 von PflegeRecht wird durch den 2. Teil der Ausführungen über die rechtlichen Bedingungen von ambulanten betreuten Wohngemeinschaften eingeleitet.Im Weiteren werden aktuelle Urteile zu folgenden rechtlichen Konfliktfeldern der pflegerischen…
  • intensiv
    August 03, 2018 Pressespiegel

    intensiv 4-2018

    Im ersten Beitrag des Heftes 4/2018 von intensiv werden die Ergebnisse einer Studie über die Berufsbiografische Auswirkungen durch die Betreuung Sterbender präsentiert. In einem weiteren Beitrag – „Wege zu einer ‚Angehörigenfreundlichen Intensivstation‘“ –…

Postcards