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Am 6. Januar 2019 starb im Alter von 59 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit die Medizin- und Pflegehistorikerin Dr. phil. Sylvelyn Hähner-Rombach. Ihr Studium der Geschichte und Germanistik in Stuttgart und Wien schloss sie 1994 mit der Magisterarbeit „Arm, weiblich – wahnsinnig? Patientinnen der Königlichen Heilanstalt Zwiefalten im Spiegel der Einweisungsgutachten von 1812 bis 1871“ (Zwiefalten 1995) an der Universität Stuttgart ab, wo sie anschließend auch 1999 mit einer Studie zur „Sozialgeschichte der Tuberkulose vom Kaiserreich bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs unter besonderer Berücksichtigung Württembergs (Stuttgart 2000) zum Dr. phil. promovierte. Seit April 1998 arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart, wobei ihr seit Herbst 2000 die Redaktion der renommierten Schriftenreihe
„Medizin, Gesellschaft und Geschichte“ oblag.

Zuständig für die Zeitgeschichte der Prävention und Pflegeschichte baute sie seit 2005 vor allem den Bereich Pflegegeschichte durch die Organisation internationaler Konferenzen und Workshops, Publikationen und Forschungsprojekte beharrlich und kontinuierlich auf, wobei ihr die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses besonders am Herzen lag. Zugleich war Sylvelyn Hähner-Rombach, deren Forschungsschwerpunkte die Sozialgeschichte der Psychiatrie, der Tuberkulose und der Krankenversicherung sowie die Geschlechter- und Pflegegeschichte umfasste, wozu sie eine Vielzahl grundlegender Studien veröffentlichte, auch Lehrbeauftragte an der Universität Stuttgart, der Fachhochschule Frankfurt und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, wo sie über Jahre hinweg mit großer Freude Studierende in pflegebezogenen Studiengängen das Fach Pflegegeschichte näher brachte und damit einen wichtigen Beitrag zur Akademisierung der Pflege leistete.

Sylvelyn Hähner-Rombach gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Fachgesellschaft Pflegegeschichte e.V. – German Association for the History of Nursing (GAHN) und unterstützte unter anderem tatkräftig das Forschungsprojekt „Jüdische Pflegegeschichte“ in Frankfurt am Main. Die Pflegegeschichte hat sie mit einer Vielzahl von Beiträgen bereichert, die unter anderem in den Fachzeitschriften „Nursing history review“, „Medizinhistorisches Journal“, „Pflege. Die wissenschaftliche Zeitschrift für Pflegeberufe“, „Geschichte der Pflege. Das Journal für historische Forschung der Pflege- und Gesundheitsberufe“, „Dr. med. Mabuse. Zeitschrift für alle Gesundheitsberufe“ und „Switchboard. Zeitschrift für Männer und Jungenarbeit“ erschienen.

In ihrem Beitrag „Warum Pflegeschichte?“, der in dem Begleitband zu der durch das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung Stuttgart realisierten Wanderausstellung „Who cares? Geschichte und Alltag der Krankenpflege“ (Frankfurt am Main 2011) erschien, weist Sylvelyn Hähner-Rombach darauf hin, dass im Vergleich zur Medizingeschichte die Pflegegeschichte „noch in den Kinderschuhen“ steckt. Ihres Erachtens tragen die Ergebnisse der Pflegegeschichte zunächst „zur kritischen Reflexion bei. Daneben ermöglicht das Wissen über die historische Entwicklung aktuell empfundene Probleme einen anderen Blick auf die eigene Gegenwart.“ Grundsätzlich sei „eine (selbst)kritische Haltung zur Geschichte des eigenen Fachs sehr wichtig, die auch die Rolle der Pflege und die Machtverhältnisse im Pflegealltag sowie im Umgang mit Kranken und ihren Angehörigen differenziert in den Blick nimmt. Dies umso mehr, wenn es um die identitätsstiftende Wirkung der Pflegegeschichte geht.“

Im Rahmen ihrer Herausgebertätigkeit veröffentlichte Sylvelyn Hähner-Rombach mehrere, für die Geschichte der Krankenpflege grundlegende Werke, darunter (unter Mitarbeit von Christoph Schweikardt) die „Quellen zur Geschichte der Krankenpflege. Mit Einführungen und Kommentaren“ (Frankfurt am Main 2008), die in der vierten erweiterten Auflage 2017 erschienen, „Alltag in der Krankenpflege. Geschichte und Gegenwart. Everyday Nursing Life“ (Stuttgart 2009), (gemeinsam mit Karen Nolte) „Patients and Social Practice of Psychiatric Nursing in the 19th and 20th Century“ (Stuttgart 2017) und zuletzt (gemeinsam mit Pierre Pfütsch) das Lehr- und Studienbuch „Entwicklungen in der Krankenpflege und anderen Gesundheitsberufen nach 1945“ (Frankfurt am Main 2018).

Mit ihrem jüngsten Projekt zur „Geschichte der Kinderkrankenpflege nach 1945“, wozu bisher mit Ausnahme der sogenannten Kinderfachabteilungen in der NS-Zeit insgesamt nur sehr wenige und für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg keine substanziellen Forschungsarbeiten vorliegen, wollte sie – gestützt auf archivalische und gedruckte Quellen sowie leitfadengestützte Interviews mit ehemaligen Kinderkrankenschwestern und -pflegern sowie mit Müttern beziehungsweise Eltern – einen Beitrag zur Schließung dieser Lücke zu leisten.

Der Tod von Sylvelyn Hähner-Rombach ist für die historische Pflegeforschung im deutschsprachigen Raum schmerzlich, hat sie doch eine äußerst innovative und zugleich sympathische Persönlichkeit verloren.
Dr. Hubert Kolling

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