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Who was who in nursing history: ALEXIUS von Edessa
ALEXIUS von Edessa
Artikel von: H. Kolling
Erschienen in Band 3, Seite(n) 5-6.
 

Biographie

Er gilt wie Elisabeth von Thüringen (1207-1231) è, Hildegard von Bingen (1098-1179)è, Johannes von Gott (1495-1550)è oder Kamillus von Lellis (1550-1614)è zu den christlichen Schutzpatronen der Kranken allgemein. Daneben ist er Patron von Inns-bruck; der Pilger, Bettler und Vagabunden und wird im Volksglauben gegen Seuchen und die Pest ange-rufen: Alexius von Edessa. So legendereich seine Lebensgeschichte ist, so wichtig ist seine Bedeutung, die er über all die Jahrhunderte hinweg innehatte. So ist es nicht verwunder-lich, dass er seit Alters her zu den meistver-ehrten Gestalten der Kirchengeschichte ge-hört. Sein Leichnam wurde in der Kirche Sankt Bonifatius (jetzt Sankt Bonifatius und Alexius) in Rom beigesetzt, wo sich sein Grab auch heute noch befindet; Reliquien liegen in Rom, in Prag und an vielen anderen Orten. Alexius soll nach der aus dem 5. Jahrhundert stam-menden syrischen Legende der Sohn reicher römi-scher Eltern – des Senators Euphemius und dessen Ehefrau Aglaia – aus Rom gewesen sein. Sein Ge-burtsjahr ist nicht bekannt, lag aber vermutlich um das Jahr 380 (andere Quellen geben um 400 an). Am Tag seiner Hochzeit verließ er, so die Überlieferung, heimlich Rom und gelangte nach Edessa in Meso-potanien (dem heutigen Urfa in der Türkei, nahe der Grenze zu Syrien). Hier lebte er als Bettler in einem Säulengang der Marienkirche. Von den Almosen, die er erhielt, gab er der Legende nach alles außer wenig Brot und Wasser an andere Arme weiter. Seine Eltern sandten Diener aus, Alexius zu suchen. Diese kamen auch nach Edessa, erkannten ihn aber nicht. Nach 17 Jahren wurde einem Küster der Kirche die Heiligkeit des Alexius in einer Vision offenbart. Als die Menschen daraufhin anfingen, ihn zu verehren, floh Alexius und kehrte nach Rom zu-rück. In den nun folgenden Jahren soll er unerkannt als Diener seiner Eltern unter der Stiege des väter-lichen Palastes – eine der häufigsten Darstellungen des Bekenners Alexius – gelebt haben. Andere Quel-len berichten, Alexius habe in dieser Zeit seinen Le-bensunterhalt als Bettler verdient, ebenfalls unter der Treppe im Elternhaus lebend. Nachdem Alexius gestorben war, angeblich am 17. Juli 417 (anderen Angaben zufolge im Jahr 430, 440 oder 450), soll man bei ihm einen Brief gefunden haben, in wel-chem er sich zu erkennen gab. In dieser Form findet sich die Legende zuerst im Kanon des Hymno-graphen Joseph (gest. 883). Im Mittelalter war sie sehr beliebt und verbreitet und wurde im Altfranzö-sischen, Italienischen und Mittelhochdeutschen dich-terisch bearbeitet. Die Alexius-Verehrung hatte ihren Höhepunkt im ausgehenden Mittelalter und im Barock. Unzählige Kapellen, Altäre und Treppenhäuser oder Stiegen („Alexius-Stiegen“) wurden nach dem Verehrten benannt. Sein Gedenktag wird in der katholischen Kirche seit 1697 am 17. Juli gefeiert, bei den Grie-chen (orthodox) am 17. März und bei den Mono-physiten in Syrien am 12. März. Unvergessen wurde Alexius auch dadurch, dass sich die Genossenschaft der Alexianer zur Pflege von Kranken und Geistes-kranken, deren Mutterhaus sich in Aachen befindet und von denen es auch weibliche Ordenszweige gibt, nach ihm benannten. Auf Darstellungen ist Alexius entweder als Asket zu sehen, meist mit langem Bart, oder – häufiger – als Bettler unter der Treppe in seinem Elternhaus. Die Szene, wie der Papst am Sterbelager von Alexius weilt, stellt ein Fresko aus dem 11. Jahrhundert in der Kirche Sankt Clemente in Rom dar. Eine Skulp-tur von Gregor Erhart in der Stadtpfarrkirche von Donauwörth zeigt Alexius schlafend unter der Trep-pe des Sakramenthauses. In der Klosterkirche Maria Medingen zeigt ein Fresko wie eine Magd Alexius Wasser über den Kopf schüttet.

Literatur

Amiaud, Arthur: La légende syriaque de Saint Alexius, l´homme de Dieu (= Bibliothèque de l´Ecole des Hautes Etudes. Sciences historiques et philogiques, Bd. 79). Bouillon et Wieweg. Paris 1889. Bautz, Friedrich Wilhelm: Alexius von Edessa. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Begründet und herausgegeben von Friedrich Wilhelm Bautz. Fortgeführt von Traugott Bautz. Band I. Traugott Bautz, Herzberg 1990, Seite 114. Die altfranzösische Prosaversion der Alexiuslegende (Vie de Saint Alexius). Kritisch herausgegeben mit Einleitung von Erich Lutsch. Trenkel. Berlin 1913. Graef, H.C.: Alexios von Edessa. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Zweite. Völlig neu bearbeitete Auflage. Herausgegeben von Josef Höfer und Karl Rahner. Erster Band. Herder. Freiburg 1957, Seite 327. Würzburg, Konrad von: Das Leben des heiligen Alexius. Herausgegeben von Richard Henczynski (= Acta Germanica, Bd. 6,1). Mayer und Müller. Berlin 1898. Schauber, Vera / Schindler, Hanns Michael: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf. Aktualisierte Neuauflage. Pattloch. München 2001, Seite 364. www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Alexius_von_Edessa.htm. Bildquelle: Schauber, Vera / Schindler, Hanns Michael: A.a.O., Seite 364.

ALEXIUS von Edessa

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

H. Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von H. Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 5-6

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=719

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