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Who was who in nursing history: STUTTERHEIM, Friederike von
STUTTERHEIM, Friederike von
Artikel von: H. Kolling
Erschienen in Band 3, Seite(n) 278-279.
 

Biographie

Friederike von Stutterheim wurde am 11. Mai 1889 geboren. Am 19. März 1912 trat sie in die Schwe-sternschaft vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Mecklenburg ein und wurde am 5. April 1932 zur DRK-Oberin ernannt. Im Jahre 1939 übernahm Frie-derike von Stutterheim, die Mitglied der NSDAP war, als erste Oberin die Leitung der neu gegrün-deten „DRK-Schwesternschaft Posen“ in Posen (poln.: Poznan). Die neue Schwesternschaft war durch das Amt für Schwesternschaften im Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes 1939 aus der Not-wendigkeit heraus gegründet worden, in den dama-ligen neuen deutschen Ostgebieten ein eigenes DRK-Mutterhaus mit DRK-Krankenhaus zu besit-zen. Erste Arbeitsgebiete waren das DRK-Kranken-haus Posen mit eigener Krankenpflegeschule, das Städtische Krankenhaus in Lodz sowie Reserve-lazarette im Wartheland. Während des Zweiten Weltkrieges übten die Schwestern die Kriegskran-kenpflege im Wehrmacht-Sanitätsdienst mit 33 Mut-terhausschwestern und 170 Hilfsschwestern im „Protektorat“ Böhmen und Mähren, im Westen und im Osten aus. Mit dem Ende des Dritten Reiches 1945 kam es zur Vertreibung aus Posen. Die Flucht führte die Schwe-sternschaft zunächst nach Boltenhagen (Ostsee), dann nach Malente, wobei die Schwestern und Schü-lerinnen in Lübeck eingesetzt wurden. Das Mutter-haus, das sich nach der Flucht zunächst in Lübeck und später in Malente-Gremsmühlen angesiedelt hatte, wurde zum 1. Juli 1950 schließlich nach Ha-meln verlegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die „DRK-Schwesternschaft Posen“ ihren Namen geän-dert in „Cornelien-Schwesternschaft“ nach Corne-lie Hoetzsch (1879-1945)?, die sich vor 1933 als Vorsitzende des Verbandes Deutscher Mutterhäuser in Berlin um die Schwesternschaften verdient ge-macht hatte. Das Amt der Oberin übte Friederike von Stutterheim nach ihrer „Entnazifizierung“ bis 1956 aus. Bereits seit dem 1. Januar 1946 hatte die Cornelien-Schwesternschaft die Pflege im Stadtkrankenhaus Hameln mit der dazugehörigen Krankenpflegeschule übernommen. Weil die Schwesternschaft seit 1961 nicht mehr in der Lage war, eine ausreichende Zahl an DRK-Schwestern zu stellen, kündigte die Stadt Hameln zum 1. April 1961 den Gestellungsvertrag. Die im Stadtkrankenhaus tätigen Rotkreuz-Schwe-stern hatten nun die Wahl, Hameln zu verlassen oder, bei einem Verbleiben im Stadtkrankenhaus, aus dem Roten Kreuz auszutreten. Die Mehrzahl der Schwestern entschied sich für den Verbleib in Ha-meln. 72 DRK-Cornelienschwestern und 48 DRK-Schwesternschülerinnen traten aus dem Schwestern-verband aus und wurden am 1. April 1961 von der Stadt Hameln als freie Schwestern beziehungsweise Schwesternschülerinnen übernommen. Die übrigen DRK-Schwestern errichteten einstweilen neue Kran-kenpflegeschulen im Städtischen Krankenhaus Lage (Lippe) und in dem vom DRK-Landesverband Nie-dersachsen neu erbauten Rotkreuz-Krankenhaus Springe (Deister). Weitere Arbeitsgebiete der DRK-Schwestern waren das DRK-Sanatorium Bad Salzuf-len sowie die Übernahme von Gemeindepflege-stationen in Attendorn (Westfalen), Hameln und Reinstorf. Die Cornelien-Schwesternschaft Hameln wurde zum 1. Januar 1977 in die DRK-Schwestern-schaft Clementinenhaus Hannover überführt. Friederike von Stutterheim war unterdessen am 11. Oktober 1975 verstorben. Aus ihrem Vermögen hin-terließ sie rund 75.000 DM ihrer ehemaligen Schwe-sternschaft mit der Auflage, das Geld zur Unter-stützung hilfsbedürftiger Cornelienschwestern im Altenheim zu verwenden.

Literatur

Dienstaltersliste des Deutschen Roten Kreuzes. Stand vom 20. April 1939. Bearbeitet vom Personalamt des Deutschen Roten Kreuzes. Gedruckt in der Reichsdruckerei. Berlin 1939, Seite 17. Kumm, Renate: Das Krankenhauswesen in Hameln seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Zweite, durchgesehene Auflage. Peter Lang. Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Wien 2000. Schmidt-Meinecke, Sigrid (Hrsg.): Der Ruf der Stunde. Schwestern unter dem Roten Kreuz. Urheber: Deutsches Rotes Kreuz Deutschland, Bundesrepublik. Oberinnen-Vereinigung. W. Kohlhammer. Stuttgart 1963. Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V., Berlin: Schriftliche Mitteilung an den Verfasser vom 13. März 2003.

STUTTERHEIM, Friederike von

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

H. Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von H. Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 278-279

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=716

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