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Who was who in nursing history: SEACOLE, Mary
SEACOLE, Mary
Artikel von: H.-P. Wolff
Erschienen in Band 3, Seite(n) 258-259.
 

Biographie

Nach dem Ausbruch des Krimkriegs 1854, als vier französische, vier englische und eine türkische Divi-sion in Warna unter Segel gingen und am 14. Sep-tember auf der Krim landeten, war es die kata-strophale Lage der medizinischen Versorgung briti-scher Verwundeter in den Lazaretten von Skutari bei Istanbul, die zum Einsatz von Florence Nightingale (1820-1910)? als Lady-in-chief der freiwilligen Krankenpflege in den Lazaretten führte und in der Folge ihren Ruhm begründete, der zugleich die Na-men der an ihrer Seite im Krimkrieg bei den Eng-ländern eingesetzten Pflegerinnen in den Hinter-grund treten ließ. Zu diesen gehörte die Farbige Mary Seacole. Sie wurde 1805 in Kingston auf Jamaika geboren und starb in England 1881 wo sie auf dem Katho-lischen St. Mary’s Friedhof in der Harrow Road, Kensal Green, in London begraben liegt. Ein Jahr bevor 1858 Nightingales „Notes on nursing“ in London erschien, veröffentlichte Mary Seacole dort ihre Autobiographie unter dem Titel: „Wonderful Adventures of Mrs Seacole in Many Lands“. Dieses Buch wurde ein Bestseller und erlebte schon inner-halb eines Jahres seine zweite Auflage. Es gab den Lesern nicht nur einen umfangreichen und faszinierenden Einblick in das Leben seiner Verfasserin, sondern hielt zugleich der Victoria-nischen Gesellschaft ihre Einstellung zur Rassen-frage vor. Mary Seacole zeichnete nämlich aus ihrer Sicht, aus der Perspektive einer farbigen Frau, ein lebhaftes Bild der Erscheinungen von Rassismus und Sklaverei, die ausgiebig in den Südstaaten von Amerika praktiziert wurden. Mary Seacole hatte aus-gedehnten Reisen zu den unwirtlichsten Land-strichen Nassaus, Panamas, Haitis und Kubas unter-nommen und dabei die Pflege und Behandlung von Eingeborenen praktiziert, die unter mannigfachen tropischen Krankheiten litten. Sie erweiterte dabei ihre medizinischen Fähigkeiten, stellte eigenen Mittel aus bekannten und bis dahin unbekannten Heilpflanzen der örtlichen Flora her und entwickelte sich zu einer qualifizierte Krankenpflegerin und Heilerin, die schließlich ihre Erfahrungen auch als Schriftstellerin festhielt. Speziell diese Kenntnisse und Erfahrungen wendete Mary Seacole mit gutem Erfolg bei der Pflege und Behandlung verwundeter Soldaten im Krimkrieg von 1854/55 an. Nach Be-endigung dieses Krieges kam sie nach London zu-rück, wo ihr Wirken mit einer hohen Auszeichnung (Media Star) anerkannt wurde und die Londoner Zeitungen auch über sie schrieben. Der einfluss-reiche Journalist und Korrespondent der Londoner Times, William Howard Russel, schrieb damals: „Ich war Zeuge ihrer Hingabe und ihres Mutes ... und ich vertraue darauf, dass England eine Frau nicht vergessen wird, die seine Kranken gepflegt hat, die seine Verwundeten aufsuchte, um ihnen wieder auf die Beine zu helfen, und die den letzte Beistand für diejenigen leistete, die einen ruhmreichen Tod starben“. Ihr Verdienst wurde bald von dem Ruhm Florence Nightingales überstrahlt, und vielleicht war es auch die Tatsache, dass es sich bei Mary Seacole um eine farbige Jamaikanerin handelte, die sie bald in Ver-gessenheit geraten ließ. Erst in unseren Tagen erin-nert man sich wieder an sie: An der Thames Valley University gibt es ein Mary-Seacole-Centre for Nursing Practice – promoting multi ethnic perspectives.

Literatur

Hollick, Jürgen (D-87660 Irsee): Briefliche Mitteilung an den Verfasser vom 19.09.2003 Golding, Jeanette: Mary Seacole home page on Internurse. Kinglake, Georg: Invasion of the Crimea. Morris Ltd., London 1875. Wolff, Horst-Peter/Wolff, Jutta: Geschichte der Kranken-pflege. Recom, Basel / Eberswalde 1994, Seite 155 f.

SEACOLE, Mary

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

H.-P. Wolff. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von H.-P. Wolff, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 258-259

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=704

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