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Lernwelten 2018

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Who was who in nursing history: SCHNEIDER, Ida
SCHNEIDER, Ida
Artikel von: H.-P. Wolff
Erschienen in Band 3, Seite(n) 252-253.
 

Biographie

Die Mitbegründerin der Schweizerischen Pflegerin-nenschule mit Frauenspital in Zürich (1901), eines historisch herausragendes Frauenwerkes, wurde 1869 als Tochter von Albert Sch. (1836-1904), Pro-fessor für Römisches Recht an der Universität Zü-rich, geboren. Von 1875 bis 1881 besuchte sie die Gemeindevolksschule, anschließend die Sekundar-klassen einer Privatschule und zuletzt das Lehre-rinnenseminar in Zürich. Ihr schwebten zwei Ideale vor: Sie wollte entweder Schauspielerin werden oder Krankenpflegerin. Eine längere Krankheit und der damit verbundene Aufenthalt in verschie-denen Krankenhäusern ließ schließlich ihren Entschluss reifen, den Krankenpflegeberuf zu erlernen. Das erfolgte unter dem Namen „Schwester Irene“ im Schwesternhaus vom Roten Kreuz in Zürich-Fluntern und im benachbarten Kantonsspital, wobei ihre Ausbildung als „Kochlehrtochter“ begann, weil zunächst noch nicht viel Vertrauen in ihren Gesund-heitszustand gesetzt wurde. Der nach der Ausbil-dung folgende Pflegedienst im Kantonsspital Olten überforderte Ida Schneider tatsächlich bald körper-lich und erzwang eine vorübergehende Rückkehr in das Elternhaus. Sie pflegte eine Zeit lang die schwerkranke Mutter und ergänzte ihre Ausbildung mit der Teilnahme an einem Wochenpflege-Lehrkurs in der kantonalen Frauenklinik. Die Ärztin Dr. med. Anna Heer (1863-1918)? hatte Ida Schneider bereits 1892 im Züricher Schwe-sternhaus vom Roten Kreuz kennen gelernt, als sie dort Frauen operierte. Nach 1895 arbeitete Ida Schneider in der Privatpraxis von Heer. Beide Frau-en wurden enge Freundinnen. Sie verbrachten z. B. jahrelang ihre Ferien mit gemeinsamen Reisen. Ida Schneider lebte in Zürich im Elternhaus Freiestraße 34. Dort richtete sie 1899 ein Stellenvermittungs-büro für das freie Pflegepersonal ein, das später in die Pflegerinnenschule verlegt wurde. Ida Schneider unterstützte seit Beginn ihrer Be-kanntschaft mit Anna Heer deren Bemühungen um die Verbesserung der Ausbildung von freien Kran-kenpflegekräften in der Schweiz, die mit Unter-stützung des Schweizerischen Gemeinnützigen Frau-envereins (SGF) vorangebracht wurde. Ida Schnei-der wurde zusammen mit Heer und Dr. Marie Heim-Vögtlin (1845-1916)?, der ersten (1874 promo-vierten) Schweizer Ärztin überhaupt, 1897 auf der Jah-resver-sammlung des SGF in die Krankenpflegekom-mission, die Baukommission (der auch ihr Vater an-gehörte) und den späteren leitenden Ausschuss der Schule und ihres Spitals gewählt, wo sie jahrelang die Funktion einer „Aktuarin“ (Schriftführerin) innehatte. Drei Jahre lang wurde der Schriftwechsel haupt-sächlich zur Beschaffung der benötigten finanziellen Mittel für das Projekt geführt. Mit Eröffnung der Frauenklinik am 30. März 1901 wurde Ida Schneider feierlich in das Amt der Oberin eingesetzt und war gemeinsam mit Heer Leiterin der Schule. Ihr spezieller Verantwortungsbereich um-fasste die Aufnahme und Entlassung der Schülerin-nen, die Kontrolle über die Krankenpflege, die Sorge für das Wohl der Schülerinnen und deren berufliche Erziehung und Ausbildung während des dreijährigen Kurses sowie die Kontrolle über die Stellen-vermittlung. Sie führte außerdem die Einkäufe für Schule und Spital durch, d.h. hatte deren Wirt-schaftsleitung in der Hand. Im Einvernehmen mit Chefärztin Heer war Oberin Schneider auch für die Aufnahme der Patientinnen zuständig. Der Anteil selbstzahlender, sog. Privatpatientinnen wurde durchschnittlich unter 30 % gehalten. Auf ihren Aufgabenkreis hatte sich Ida Schneider in der Bauphase der Schule gründlich vorbereitet. Sie arbeitete mehrere Monate in Deutschland. So machte Pfarrer Friedrich Zimmer (1855-1919)? sie mit mehreren Diakonieseminaren bekannt und ließ sie kurze Zeit im Stettiner Seminar arbeiten, das dem dortigen Städtischen Krankenhaus angeschlossen war. In Berlin besuchte sie das Städtische Kran-kenhaus Moabit und arbeitete zuletzt als Volontärin in der Pflegerinnenschule des Krankenhauses Ham-burg-Eppendorf, wo sie von den Erfahrungen der Oberin Hedwig v. Schlichting (1861-1925)? lernte, die dort 1895 den Schwesternverein der Hamburgi-schen Staatskrankenanstalten ins Leben gerufen hat-te. Sie bildete sich weiterhin im OP-Dienst der kann-tonalen Frauenklinik weiter, hospitierte in der Kann-tonsapotheke und absolvierte einen Kursus in Buch-haltung. Als es zwischen ihr und der Hausärztin des Spitals, Dr. Anna Baltischwiler (1873-1952)? wegen Mei-nungsverschiedenheiten über die Ausbildungszeit für auswärtige Schwesternschülerinnen zu Span-nungen kam, trat Ida Schneider von der Schulleitung zurück und behielt nur noch die Verwaltung und die Stellenvermittlung in ihrer Hand. Sie erteilte aber auch weiterhin Unterricht. In der Schulleitung wurde die Deutsche Etty von Tschudy (geb. 1874), ihre Nachfolgerin die jedoch bei Kriegsausbruch die Schweiz schon wieder ver-ließ. Oberin Jeanne Lindauer (1874-1955) blieb dann bis 1919 und erst 1924 trat mit Oberin Dr. phil. Lydia Leemann (1885-1979)? bis 1940 wieder eine Kontinuität in der Schulleitung ein. Bis zum Dienst-antritt von Oberin Leemann sprang Ida Schneider immer wieder bei den eintretenden Vakanzen ver-tretungsweise in den Aufgabenbereich auch der Schuloberin ein. Wie ihr weiteres Leben nach 1924 verlief, bedarf vorläufig weiterer Forschungen. Der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Schule stellte sie 1951 einen „Gruß aus der Gründungszeit“ voran, in dem sie u.a. schrieb: „Es erwacht in mir die Erin-nerung an meine eigene glückliche Lehrzeit als junge Schwester im Roten Kreuz in Zürich, wo ich die Herrlichkeit des Dien-stes am Kranken selber erleben durfte und deshalb auch mit Begeisterung dem Rufe folgte, mitzu-wirken an der Gründung einer Schweizerischen Pflegerinnenschule mit Frauenspital, welche eine kleine Gruppe weit-blickender, menschenliebender, opferbereiter Frau-en sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte.“ Ida Schneider verstarb am 2. Februar des Jahres 1968 in Zürich.

Literatur

Baumann Kurer, Sylvia: Die Gründung der Schweizerischen Pflegerinnenschule mit Frauenspital in Zürich 1901 und ihre Chefärztin Anna Heer (1863-1918). [Zürcher medizingeschichtliche Abhandlungen Nr. 225.] Juris, Zürich 1991. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Schweizerischen Pflegerinnenschule mit Krankenhaus in Zürich 1901-1951. Bevölkerungsamt der Stadt Zürich: Auskunft vom 24.01.2002. Neue Zürcher Zeitung Nr. 76 vom 05.02.1968. Segesser, Anna von: Dr. med. Anna Heer 1863-1918. Mitbegründerin und erste Chefärztin der Schweizerischen Pflegerinnenschule in Zürich. Schulthess, Zürich 1948, Seite 35-37. Studer-v. Goumoëns, El.: 25 Jahre Schweizerische Pflegerinnenschule mit Frauenspital in Zürich 1901-1926. Selbstverlag 1926, Seite 41-51. Bildquelle: 1. und 3.: Diakoniewerk Neumünster, Schweiz: CD-ROM „Schweizerische Pflegerinnenschule“ 2. Baumann Kurer, Sylvia: Seite 114. [Anna Heer und Ida Schneider (re.)]

SCHNEIDER, Ida

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

H.-P. Wolff. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von H.-P. Wolff, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 252-253

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=700

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