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Who was who in nursing history: RYPÁ?KOVÁ , Anna
RYPÁ?KOVÁ , Anna
Artikel von: M. Sta?ková / I. Walter
Erschienen in Band 3, Seite(n) 246-247.
 

Biographie

Geboren 1890, schloss A. Rypá?ková die Kranken-pflegeerstausbildung an der tschechischen Kranken-pflegeschule in Prag im Jahr 1924 ab. Sie arbeitete dann zwar an verschiedenen Stellen (Klinik für Inne-re Medizin, Tuberkuloseberatung, Diabetikerbera-tung), doch ist über ihren Berufsweg vor dem Zwei-ten Weltkrieg wenig bekannt. Sie war die letzte Vor-kriegspräsidentin der „Vereinigung diplomierter Krankenschwestern“, deren Tätigkeit im Jahr 1941 auf Befehl der deutschen Okkupanten beendet wer-den musste. Im Jahr 1939 rief sie aus Anlass der schwierigen po-litischen Verhältnisse in einem offenen Brief in der Zeitschrift „Die Diplomschwester“ die Kranken-schwestern auf, sich in den unvorstellbar harten Zei-ten, die offensichtlich bevorstanden, ihrer großen Verantwortung bewusst zu sein. In ihren Erinnerungen, die sie im Jahre 1971 veröffentlichte, übergeht die später links orientierte Autorin jedoch die Vorkriegszeit. Während der Zeit des „Protektorats Böhmen und Mähren“ arbeitete Rypá?ková mit dem Widerstand zusammen, wurde verhaftet und verbrachte drei Jah-re im Konzentrationslager. Rypá?ková war ein sehr aktives Mitglied des Revolutions-Nationalausschusses, in dem sie die Krankenschwestern vertrat. Die Tätigkeit der Ver-einigung diplomierter Krankenschwestern wurde nach der Befreiung nicht wieder aufgenommen, son-dern die Organisation wurde Bestandteil der „Revolutionären Gewerkschaftsbewegung“, wo-durch die tschechische Pflege nicht nur für 30 Jahre ihre selbständige Berufsorganisation verlor, sondern auch die Mitgliedschaft im ICN; eine Situation, wie sie auch für die DDR typisch war. A. Rypá?ková arbeitete wieder im Prager Allge-meinen Krankenhaus, und zwar als dessen erste zivi-le Oberin. Sie führte dort die „Revolutionäre Ge-werkschaftsbewegung“ (ROH) ein. Im Krankenhaus herrschte nach der zwangsweisen Aussiedlung der deutschen Schwestern großer Personalmangel. Ry-pá?ková ernannte eine Reihe erfahrener diplomierter Stationsschwestern zu Oberschwestern, sie organi-sierte eine Werbeaktion zur Gewinnung von Hilfs-pflegerinnen und Schülerinnen sowie innerbetrieb-liche Fortbildungsmaßnahmen im Krankenhaus. Sie beteiligte sich an der Errichtung neuer Krankenpfle-geschulen z. B. in Ústí nad Labem (Aussig), ?eské Bud?jovice (Budweis), Písek, Most (Brüx), Tábor, Pilsen und anderen Städten. Im Jahr 1946 erhielt Rypá?ková ein Stipendium der Rockefeller-Stiftung für einen Jahresaufenthalt in den USA, wohin sie anfangs 1947 fuhr. Im gleichen Jahr wurde sie durch das Internationale Rote Kreuz mit der Florence-Nightingale-Medaille ausgezeich-net. In den USA nahm sie gemeinsam mit der tschechoslowakischen Delegation am ICN-Treffen in Atlantic City teil. Dann setzte sie ihre Studien-reise zu US-amerikanischen und kanadischen Ein-richtungen des Gesundheitswesens fort (New York, Toronto, Detroit u.a.m.). Nach ihrer Rückkehr in die Heimat setzte Anna Rypá?ková ihre gewonnenen Erfahrungen zur Ver-besserung der Pflege in den Krankenhäusern ein, sie organisierte Treffen mit den Oberschwestern, er-stellte Dienstordnungen und traf weitere organisa-torische Maßnahmen. Nach dem kommunistischen Putsch im Februar 1948 wurde ihre politische Orientierung berücksichtigt. Bereits im März des gleichen Jahres wurde sie anstelle der ihrer Funktion enthobenen E. R. Tobo-lá?ová (1892-1972?)? Direktorin der Prager Kran-kenpflegeschule am Allgemeinen Krankenhaus. Dann wurden die Krankenpflegeschulen zu Mittel-schulen mit einem Eintrittsalter von 14 - 15 Jahren umgewandelt, die Leitung der Prager Schule über-nahm - ähnlich wie in allen anderen Schulen des Landes - ein Pädagoge, der nicht aus der Pflege kam; A. Rypá?ková wurde zur Verantwortlichen für jene Gegenstände, die das Gesundheitswesen betra-fen, und zur Internatsleiterin ernannt. Im Jahr 1956 ging Rypá?ková in Pension. Sie war dann aber noch am Institut für Hämatologie und Bluttransfusionen tätig und arbeite beim Tschecho-slowakischen Roten Kreuz mit. Mit ihren Alters-genossinnen aus der Pflege, den führenden Ver-treterinnen der tschechischen Krankenpflege in der Vorkriegszeit, die alle nach dem Jahr 1948 in ihrer Arbeit stark behindert wurden, hatte sie kaum Kon-takt, obwohl die meisten von ihnen ihr ganzes Leben lang trotz der schwierigen politischen Verhältnisse sehr aktiv waren. Ihre Beziehungen zu A. Rypá?-ková waren jedoch sehr kühl, ja gespannt, weil sie ihr die Vorgänge der 50er Jahre nicht verzeihen konnten. Objektiv gesehen muss man aber festhalten, dass A. Rypá?ková zu den bedeutenden Persönlichkeiten der tschechischen Pflege zählt. Sie starb in Prag im Jahre 1978.

Literatur

Rypa?ková, A.: Tak jsem to délala já. Plamínek proti vétru. Beilage der Zeitschrift Zdravotnická pracovnice 12/1971. Rypá?ková, A.: Memorandum ?sl. sestrám. Diplomovaná sestra, 1939.

RYPÁ?KOVÁ , Anna

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

M. Sta?ková / I. Walter. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von M. Sta?ková / I. Walter, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 246-247

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=697

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