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Jun 04, 2020 Last Updated 11:41 AM, May 20, 2020

Who was who in nursing history: ROUŠAROVÁ, Jarmila
ROUŠAROVÁ, Jarmila
Artikel von: M. Sta?ková / I. Walter
Erschienen in Band 3, Seite(n) 242-244.
 

Biographie

J. Roušarová wurde am 18. Juli 1900 in Prag ge-boren und absolvierte die Krankenpflegeschule von 1922 bis 1924. Ihre berufliche Laufbahn lässt sich in verschiedene Abschnitte einteilen. Sie arbeitete im Krankenhaus, im öffentlichen Gesundheitswesen, in der Pflegeausbildung und in der extramuralen Kin-derfürsorge. Immer ging sie dorthin, wo ihre Arbeit am nötigsten war. Nach Beendigung der Grundausbildung wurde Rou-šarová sogleich zur Tätigkeit auf der Schulstation an der Klinik für Innere Medizin von Professor Syllaba am Allgemeinen Krankenhaus in Prag ausgewählt. Auf dieser Station, auf der nur diplomierte Schwe-stern und Krankenpflegeschülerinnen arbeiteten, lei-tete sie die Schülerinnen als sogenannte „Zweit-schwester“ an. Ein Jahr später ging sie an die Infektionsabteilung des Städtischen Krankenhauses Bulovka. Im Jahr 1927 wurde sie zur Tätigkeit in der Gesundheits-station des Tschechoslowakischen Roten Kreuzes am Hradschin in Prag eingeladen. Bereits im folgen-den Jahr sandte sie das Rote Kreuz auf ein Jahr zum Bedford College nach London, um den Internatio-nalen Kurs für Schwestern im öffentlichen Gesund-heitswesen zu besuchen. Nach der Rückkehr in die Heimat arbeitete sie in Brünn (Brno) als Leiterin des „Pflege- und Gesundheitsdienstes in den Familien“ und beteiligte sich in dieser Funktion am Ausbau der Gemeindepflege. Nach einer weiteren einjährigen Ausbildung an der Höheren Schule für Sozialarbeit in Prag kehrte sie 1930 wieder nach Brünn zurück als Referentin für Pflege und Gesundheitserziehung bei der mährisch-schlesischen Abteilung des Tschechoslowakischen Roten Kreuzes. Sie bereitete beispielsweise die Er-richtung von Pflegeschulen in Mährisch-Ostrau (1937) und in Brünn (1939) vor und erweiterte das Netz der Stationen für den Pflegedienst in den Fami-lien in weiteren mährischen Städten. Sie organisierte Dutzende von Kursen, hielt in ganz Mähren und Schlesien Vorträge über Kinderpflege, Krankenpfle-ge in der Familie, Erste Hilfe, richtige Ernährung und ähnliches. Aus Brünn wurde J. Roušarová in die „Zentrale für den Schutz von Mutter und Kind“ abberufen, wo sie von 1932 bis 1934 Anna Šindlerová (1897-um 1975) ? vertrat, die sich zum Studium in den USA be-fand. Nachdem sie dann einige Zeit an der staat-lichen Schule für Gesundheits- und Sozialarbeit un-terrichtet hatte, kehrte sie 1937 wieder in die Praxis ins Krankenhaus Bulovka zurück, wo sie schließlich Oberin des gesamten Krankenhauses wurde - sie war die erste weltliche Diplomschwester, die in der Tschechoslowakischen Republik eine solche Funk-tion innehatte. 1940 wurde mit einem Erlass des Prager Bürgermeisters ein solcher Posten allgemein in den öffentlichen Krankenhäusern eingerichtet, wie es die Vereinigung diplomierter Krankenschwe-stern angestrebt hatte. J. Roušarová arbeitete eine detaillierte Tätigkeits-beschreibung für die Pflege aus, die sie dann im er-sten tschechischen Pflegelehrbuch „Anleitungen zur Pflegetechnik“, das erst 1947 erschien, weiter ent-faltete. Nach 1938 wurde sie von den deutschen Okkupanten ihres Postens enthoben und arbeitete anschließend als einfache Krankenschwester. 1941 wurde sie Lehrerin an der Krankenpflegeschule in Brünn. Jarmila Roušarová war ein aktives Mitglied der Vereinigung der diplomierten Schwestern (SDS). 1937 war sie deren Vizepräsidentin, später Ver-treterin der Schriftführerin. 1937 nahm sie an einem Kursus teil, der von der Florence-Nightingale-Stif-tung in London veranstaltet wurde. 1939 wurde sie in den Ausschuss der Gesellschaft tschechoslo-wakischer Krankenhäuser gewählt. Nach dem Krieg wurde Roušarová von der Zentrale des Tschechoslowakischen Roten Kreuzes mit der Vorbereitung zur Errichtung der Krankenpflege-schule des Roten Kreuzes und der Höheren Kran-kenpflegeschule in Prag betraut. 1946 wurde sie Di-rektorin der Höheren Schule. Diese war für Diplom-schwestern bestimmt, die sich auf die Aufgaben ei-ner Oberschwester, einer Pflegelehrerin oder für die Arbeit in der Gemeindepflege vorbereiteten. Für ihre Zeit war diese Schule sehr fortschrittlich. Im Jahre 1950 wurde Jarmila Roušarová von den Kommunisten aus der Direktorinnenfunktion abbe-rufen. Sie arbeitete anschließend als einfache Kran-kenschwester beim „Institut für die Sorge um Mutter und Kind“ in Prag-Podolí. Sie blieb jedoch unge-brochen und aktiv bis zum Lebensende (sie erreichte das 80. Lebensjahr). In Podolí begann sie sich der Forschungsarbeit zuzuwenden und untersuchte bei-spielsweise die Arbeit der Schwestern auf den Neu-geborenenabteilungen. Die Ergebnisse ihrer Arbei-ten publizierte sie in Fachzeitschriften. Sie unterhielt lebhafte internationale Kontakte und beteiligte sich an vielen beruflichen Aktionen. Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1959 lebte J. Roušarová gemeinsam mit Marta Šindlerová in einem Altersheim in Prag. Sie starb im Jahre 1979.

Literatur

Archiv Doz. Dr. Marta Sta?ková, Prag.

ROUŠAROVÁ, Jarmila

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

M. Sta?ková / I. Walter. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von M. Sta?ková / I. Walter, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 242-244

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=695

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