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Who was who in nursing history: ROMANA, Francesca
ROMANA, Francesca
Artikel von: U. Füsser
Erschienen in Band 3, Seite(n) 242.
 

Biographie

Francesca Romana, auch Franziska von Rom ge-nannt, gründete 1425 die „Nobili Oblati di Tor de` Specchi“, eine Oblatinnengemeinschaft, die sich der Pflege von Kranken und Hilfebedürftigen widmete. Franziska wurde 1384 als Tochter von Jacobella de Roffredeschi und Paolo de Bussi in eine alte rö-mische Adelsfamilie geboren. Sie äußerte schon im Alter von 11 Jahren den Wunsch in ein Kloster einzutreten. Ihre Eltern versagten ihr jedoch das Le-ben als Ordensfrau. Als Franziska 15 Jahre alt war, wurde sie mit Lorenzo de Ponziani verheiratet. Sie gebar 6 Kinder, von denen drei kurz nach der Geburt und zwei im Kindesalter starben, nur ein Kind, Johannes Baptista, überlebte. Trotz der Pflichten als Ehefrau und Mutter nutzte sie ihre freie Zeit für Gebete und widmete sich den Werken der Barm-herzigkeit. Nachts schlief sie nie mehr als zwei Stun-den, anschließend verbrachte sie Stunden im Gebet in der Hauskapelle oder in einer Grotte in ihrem Garten. Die Tagesstunden füllte sie mit Hausarbeit, und während ihrer Hausbesuche versuchte sie das Elend der römischen Bevölkerung zu lindern. Die Stadt war durch Kriege, Hungersnöte und Seu-chen verwüstet. Der Aufenthalt der Päpste in Avig-non (1309-1376/77) und das abendländische Schis-ma (1378-1417/79) lösten neue Konflikte aus. Fran-ziskas Ehemann kämpfte als Befehlshaber der päpst-lichen Truppen gegen König Ladislaus von Neapel, der die Stadt zweimal eroberte und zu großen Teilen in Trümmern legte. Lorenzo wurde während einer kämpferischen Auseinandersetzung schwer verletzt und musste anschließend aus Rom fliehen. Sein Sohn Johannes geriet nach Neapel in Gefangen-schaft. Franziska blieb fast mittellos in ihrem geplünderten und zerstörten Palast zurück. Mit dem Rest ihres Vermögens half sie den Armen und richtete in den restlichen Räumen des Gebäudes ein Hospital ein. Sie selbst sammelte Almosen, pflegte Kranke im von ihr gegründetem Hospital, in den Wohnungen und in anderen römischen Hospitälern. Den Ster-benden und Pestkranken, für die sie Ärzte enga-gierte, galt ihre besondere Aufmerksamkeit. Sie un-terhielt auf eigene Kosten einen Priester, der für die religiösen Bedürfnisse verantwortlich war. 1425 gründete sie eine Vereinigung von Oblatinnen, einer Art Dritter Orden benediktinischer Prägung. In dieser Gemeinschaft lebten Frauen zusammen, die durch keine familiären Verpflichtungen gebunden waren. Sie lebten ohne feste Gelübde, schlossen sich aber im Gegensatz zu den Beginen einem religiösen Orden an. Die Oblatinnen gehörten zum weiblichen Zweig des Olivetaner-Ordens. Die Olivetaner wur-den von Bernardo Tolomei initiiert, der sich 1313 mit einigen Gefährten auf dem Monte Oliveto nie-derließ. Clemens der VI. bestätigte 1344 diese Grün-dung als benediktinische Kongregation. Das Haupt-werk der Olivetaner-Oblatinnen lag in der Pflege der Kranken und Versorgung der Armen. Als Franziska im Jahre 1436 Witwe wurde und so-mit keinen familiären Verpflichtungen mehr nach-kommen musste, trat sie endgültig in die Oblatin-nengemeinschaft ein und wurde zu ihrer Oberin ge-wählt. Am 09.03.1440 starb Franziska und wurde in der Kirche Santa Maria Nuova beigesetzt. Die Kir-che erhielt im 17. Jahrhundert den Namen der im Jahre 1608 heilig gesprochenen Gründerin, Santa Francesca Romana. Von Francesca wurden 60 Kran-kenheilungen bezeugt. Papst Pius der XI. ernannte die Heilige 1925 neben Christopherus und Elias zur Schutzpatronin der Autofahrer. Weltweit existiert nur noch ein Kloster der Gemein-schaft, das Kloster der Oblatinnen der heiligen Franziska in Rom.

Literatur

Lexikon für Kirche und Theologie, Band 4. Herder, Freiburg im Br. 1995, Seite 30. Manns, Peter: Die Heiligen, Mainz 1975. Maschek, Salvator: Unsere Vorbilder, Ulm 1964. Reinelt, Paul: Heilige Frauen und Jungfrauen, Steyl 1910. Schauber, Vera, Schindler, Hans Michael Schindler: Die Heiligen und Namenspatrone im Jahreslauf, München und Zürich 1985.

ROMANA, Francesca

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

U. Füsser. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von U. Füsser, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 242

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=694

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