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Jun 01, 2020 Last Updated 11:41 AM, May 20, 2020

Who was who in nursing history: POSTEL, Julie
POSTEL, Julie
Artikel von: H. Kolling
Erschienen in Band 3, Seite(n) 226-227.
 

Biographie

Julie Franziska Katharina Postel wurde am 28. No-vember 1756 als das älte-ste von sieben Kindern des Seilermeisters Johann P. und seiner Ehefrau Te-resia (geborene Levallois) in dem normannischen Hafenstädtchen Barfleur in Frankreich geboren. Zur Erziehung kam sie als junges Mädchen ins Benediktinerinnenkloster in Valognes. Mit achtzehn Jahren kehrte sie nach Hause zurück und gründete eine Schule in La Bre-tonne. Darin wollte sie die jungen Mädchen des Dor-fes zu tüchtigen Hausfrauen und treuen katholischen Mütter erziehen. Erstes und wichtigstes Unterrichts-fach, ja Grundelement ihrer ganzen Erziehung waren deshalb die „religiösen Wahrheiten“, erst in weitem Abstand folgten Lesen, Schreiben und Handarbeiten. 1798 wurde sie Franziskaner-Terziarin. In den Wirren der französischen Revolution ver-steckte sie verfolgte Priester und half ihnen bei der Flucht nach England. Im Jahre übernahm Julie Postel die Leitung einer Schule mit 300 Kindern in Cherbourg (Departement La Manche). Am 8. Sep-tember 1807 gründete sie dort den Orden der „Schwestern der christlichen Schulen von der Barmherzigkeit“, den sie bis zu ihrem Tod 1846 leitete. Julie Postel, die sich fortan Schwester Maria Magdalena nannte, entwarf selbst die Regel. Im Jahre 1832 errichtete die Gemeinschaft, die sich heute „Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel“ (SMMP) nennen, ein Mutterhaus in Cher-bourg. Das Ziel der Gemeinschaft formulierte die Ordensgründerin so: „Die Jugend unterrichten, die Armen unterstützen und nach Kräften jedes Elend lindern.“ Diesem Auftrag verpflichtet arbeiten die Schwestern bis zum heutigen Tag hauptsächlich in Schulen, Kindergärten, Kinderheimen, ebenso wie in der ambulanten und stationären Krankenpflege so-wie in Einrichtungen der Altenpflege. Julie Franziska Katharina Postel starb am 16. Juli 1846 in der Abtei St.-Saveur-le-Vicomte. Am 22. Januar 1908 wurde sie durch Papst Pius X. selig- und am 24. Mai 1925 durch Papst Pius XI. heilig-gesprochen. Die „Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel“ breiteten sich im Laufe der Zeit stark aus. Heute (2000) führen international rund 450 Schwestern mit ihren vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in mehr als 40 Einrichtungen in ordenseigener Trägerschaft und in 30 Einrichtungen anderer Träger das Werk weiter, das Maria Mag-dalena Postel einst begann. 1862 wurde in Heiligenstadt ein deutscher Ordens-zweig begründet, der seit 1920 selbständige Kon-gregation ist. Vom Mutterhaus in Heiligenstadt er-folgten 1929 und 1930 Neugründungen in den Nie-derlanden, Bolivien und Brasilien. Weil das Mutterhaus durch die innerdeutsche Gren-ze von seinen Einrichtungen getrennt wurde, ver-legte die Ordensleitung im Jahre 1968 ihren Sitz in das neuerbaute Mutterhaus Bergkloster Bestwig. Die Schwestern arbeiten heute in der stationäre Kran-kenpflege, in Altenheimen, der Tagespflege, Ambu-lanten Diensten, der Hospizarbeit sowie Einrich-tungen der Ergotherapie.

Literatur

Bongenberg, Salesia: Virgo Sacerdos Maria Magdalena Postel. Lebensbild einer priesterlichen Frau. Paus. Coesfeld-Lette 1996. Grente, Georges: Die heilige Maria Magdalena Postel (1756-1846). Stifterin der Genossenschaft der Schwestern der christlichen Schulen von der Barmherzigkeit. (In Deutschland genannt „Paderborner Schwestern der christlichen Schulen von der Barmherzigkeit“, Mutterhaus Heiligenstadt). Aus dem Französischen übersetzt. Verlag der Schulbrüder. Kirnach-Villingen. Baden 1926. Heimbucher, Max: Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche. Zweiter Band. Vierte Auflage. Nachdruck der dritten, großenteils neubearbeiteten Auflage von 1934. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien 1980, Seite 508. Hümmeler, Hans: Helden und Heilige. Verlag der Buchgemeinde. Einbändige Sonderausgabe. Bonn [ohne Jahr], Seite 350-353. Hünermann, Wilhelm: Die Seilertochter von Barfleur. Lebensbild der Heiligen Maria-Magdalena Postel. Dritte Auflage. Herder. Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 1962. Legoux, Arsène: Die selige Maria Magdalena Postel, Stifterin der Genossenschaft der Schwestern der christlichen schulen von der Barmherzigkeit. Bearbeitet von Johannes Dröder. Benzinger. Einsiedeln, Köln 1909. Puyo, Jean: Ein langer Weg unter Gottes Führung. Die heilige Maria-Magdalena Postel. Edition du Rameau. Paris 1986. Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, Bestwig [Hrsg.]: Die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel. Ihre Aufgaben in Deutschland. [Selbstverlag]. Bestwig [ohne Jahr]. Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, Bestwig [Hrsg.]: Fügungen. Abtei St.-Sauveur-le-Vicomte – Bergkloster Heiligenstadt / Eichsfeld. [Selbstverlag]. Bestwig 1994. Wink, Hans Georg: Maria Magdalena Postel, Mater Misericordiae. Vom Leben und Wirken einer Heiligen. Laumann. Dülmen 1938. www.katolsk.no/biografi/mpostel.htm. www.smmp.de. Bildquelle: Schwestern der heiligen Maria Magdalena, a.a.O., Seite 1.

POSTEL, Julie

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

H. Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von H. Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 226-227

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