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Who was who in nursing history: PAMPURI, Erminio Filippo
PAMPURI, Erminio Filippo
Artikel von: H. Kolling
Erschienen in Band 3, Seite(n) 218-220.
 

Biographie

Erminio Filippo Pampuri wurde am 2. August 1897 in Trivolzio, einem klei-nen Dörfchen der lombar-dischen Tiefebene (Itali-en) geboren. Er war das zehnte von elf Kindern des Gastwirts und Wein-händlers Innocente P. und dessen Ehefrau Angela, geborene Campari. Nach dem frühen Tod seiner Mutter, die am 25. März 1900 an Tuberkulose starb, kam Erminio Filippo vorübergehend zu einer Kusine der Mutter nach Moncuzzo, wo er jedoch nicht sehr lange blieb. Sein zukünftiges Heim fand er vielmehr bei den unver-heirateten Geschwistern seiner Mutter in Torrino, wo bereits mehrere seiner Brüder und Schwestern liebevoll aufgenommen worden waren. Sein Onkel Dr. Carlo Campari, der von Beruf Land-arzt war, wurde zum geistigen Vater von Erminio Filippo. Ab 1909 besuchte er das Gymnasium und Lyzeum in Pavia. Während er in den ersten Schul-jahren als ein fleißiger, aber bisweilen zerstreuter Schüler beschrieben wird, der den Schulbüchern die Abenteuerromane eines Jules Verne vorzieht, ent-puppt er sich später als ein „Magier der Zahlen“ und feinsinniger Philosoph. Nach bestandenem Abitur begann er 1915 mit dem Medizinstudium an der Universität von Pavia. Hier gehörte er zu den eifrigsten Mitgliedern der katho-lischen Studentenverbindung „Severinus Boetius“ und des Vinzenzvereines [Antoine-Frédérich Oza-nam (1813-1853)?]. Während des Ersten Weltkrie-ges wurde der Medizinstudent 1917 nach einer drei-monatigen Ausbildung in einem mailändischen Mili-tärkrankenhaus, nunmehr im Rang eines Gefreiten, mit der 86. Sanitätsabteilung der italienischen Streit-kräfte zuerst in eine Nachschubbasis im Karstgebiet, dann in das Feldlazarett von Ruda-Villa Vincentina am unteren Isonzo beordert, wo er an einer Rippen-fellentzündung erkrankte. Den Sommer 1918 ver-brachte er in einem Feldkrankenhaus in Malonno. Nach Ende des Krieges setzte er sein Medizin-studium fort, das er am 6. Juli 1921 mit der Pro-motion zum Doktor der Medizin mit Auszeichnung abschloss. Seine Dissertation lautete: „Die Bestim-mung des Arteriendrucks mittels eines neuen Luft-druck-Manometers“. Sein Doktorvater, Professor E. Morelli, der Vorstand des Pathologischen Instituts an der Universität von Pavia, schrieb in einem Be-gleitschreiben: „Dr. Erminio Filippo Pampuri ist ein junger gebildeter und sehr fleißiger Mann, der sich mit großer Hingabe dem Studium des kranken Menschen widmet und dabei alle labortechnischen Mittel, die zur richtigen Urteilsbildung bei einem Krankheitsfall notwendig sind, anzuwenden weiß. [...] Guten Gewissens glaube ich, behaupten zu dürfen, dass er ein ausgezeichneter Arzt werden wird.“ Während seiner anschließenden Tätigkeit als Land-arzt in Morimondo galt die besondere Fürsorge von Pampuri der mittellosen Bevölkerung. Sein Leben und berufliches Wirken stand im Kontrast zu vielen seiner Kollegen. Er stellte an sein ärztliches Handeln einen hohen ethischen Anspruch im Geist des Evan-geliums. Die ärmsten seiner Patienten untersuchte er nicht nur umsonst, sondern bezahle in vielen Fällen für sie auch noch die Medikamente. Als Bruder Antonius war er nach dem Abschluss seines Stu-diums in den Dritten Orden der Franziskaner [Franz von Assisi (1182-1228)?] eingetreten. Er wirkte nicht nur als Arzt, sondern wurde zum Sozialarbeiter schlechthin, der Kleider und Lebensmittel sammelte, bei Kaufleuten um finanzielle Unterstützung für eine bescheidene Kirchenzeitung warb, dazu noch als Küster in der Kirche wirkte und eine Musikkapelle gründete, um die Menschen für den Gottesdienst zu interessieren. Im Jahre 1923 machte Pampuri im Missionsbüro der Erzbischöflichen Kurie von Mailand die Bekannt-schaft mit dem Priester Riccardo Beretta, der fortan zu seinem Seelenführer und Wegbereiter wurde. 1927 trat er in Mailand dem Orden der Barmher-zigen Brüder des heiligen Johannes von Gott (1495-1550)? bei: am 22. Juni wurde er als Postulant und am 21. Oktober als Novize eingekleidet; sein Or-densnamen war Frater Richard. Am 24. Oktober 1928 legte er die einfachen Gelübde ab und über-nahm die zahnärztliche Ambulanz des St. Ursula-Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Brescia. Gleichzeitig erteilte er seinen jungen Mitbrüdern Unterricht, um sie auf das Examen für das Kranken-pfleger-Diplom vorzubereiten. Im Jahre 1929 zwang ihn eine schwere Lungenentzündung, seine Tätigkeit stark einzuschränken. Anfang 1930 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, indem er an Tuberku-lose erkrankte. Pater Richard Pampuri starb am 1. Juni 1930 in ei-nem Krankenhaus in Mailand im Alter von nur 32 Jahren. 1949 wurde das Verfahren zu seiner Heilig-sprechung eingeleitet. 1951 wurde seine Gebeine in die Pfarrkirche von Trivolzio überführt. Seine Grab-inschrift lautet: „In der Welt und im Kloster war er von engelgleicher Reinheit, von hingebender Fröm-migkeit und apostolischer Tatkraft“. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 4. Oktober 1981 selig und am 1. November 1989 heilig.

Literatur

Knopp, Rudolf: Richard Pampuri. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Elfter Band. Begründet von Michael Buchberger. Dritte, völlig neu bearbeitete Auflage. Herausgegeben von Walter Kasper. Herder. Freiburg, Basel, Rom, Wien 2001, Seite 208. Mutschlechner, Nikolaus: Ein Arzt wählt Gott. Der heilige Frater Richard Pampuri aus dem Orden der Barmherzigen Brüder. Ein Lebensbild. Johann von Gott Verlag. München 1991. Sauser, Ekkart: Richard Pampuri. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Begründet und herausgegeben von Friedrich Wilhelm Bautz. Fortgeführt von Traugott Bautz. Band XVI. Herzberg 1999, Seite 1185-1186. Schauber, Vera / Schindler, Hanns Michael: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf. Aktualisierte Neuauflage. Pattloch. München 2001, Seite196-197. www.barmherzige-brueder.at/heilmain.htm. Bildquelle: Mutschlechner, Nikolaus:A.a.O., Seite 1.

PAMPURI, Erminio Filippo

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

H. Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von H. Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 218-220

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=678

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