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Who was who in nursing history: OLGA KONSTANTINOWNA von Griechenland
OLGA KONSTANTINOWNA von Griechenland
Artikel von: K. Wittneben
Erschienen in Band 3, Seite(n) 216-217.
 

Biographie

Als Stifterin des Griechi-schen Roten Kreuzes wurde Königin Olga von Griechenland (Basilissa Olga) 1963 anlässlich des 100. Gründungstages des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz von Griechenland mit einer Briefmarke geehrt. Grie-chenland hatte die Genfer Konvention schon 1865 anerkannt, die Rotkreuzarbeit aber erst 1877 durch Gründung einer nationalen Gesellschaft aufgenom-men. Die Wirren und Kriege auf dem Balkan for-derten vom Griechischen Roten Kreuz eine schnelle organisatorische Durchstrukturierung. Eine Abtei-lung für Krankenschwestern bildete schon in den ersten Jahrzehnten des Bestehens der nationalen Rotkreuz-Gesellschaft Hunderte von Berufs- und Hilfsschwestern aus. In Athen wird zum Beispiel ein Rotkreuzkrankenhaus unterhalten. Die Schwestern sind jedoch nicht in eine Rotkreuzschwesternschaft eingebunden. Noch 1991 konnte Hans Hermann Dietrich, ein Facharzt für Chirurgie, in einer Artikelserie zur Geschichte der Krankenpflege in einer Pflege-zeitschrift Königin Olga als eine verdiente Frau der Medizingeschichte bezeichnen. Heute, zwölf Jahre später, nachdem sich die Pflegewissenschaft und immer mehr auch die Pflegegeschichte hierzulande etabliert haben, können wir die männlich geprägte medizingeschichtliche Sichtweise Dietrichs erwei-tern, wenn nicht sogar ersetzen, und Königin Olga von Griechenland auch und vor allem als eine Person der Pflegegeschichte betrachten, die mit der Stiftung des Griechischen Roten Kreuzes im 19. Jahrhundert wichtige Strukturen für die Pflege von Kranken und Verwundeten geschaffen hat. Als eine Angehörige des Hochadels konnte sie hierzu sicher-lich über angemessene Mittel und Wege verfügen. Königin Olga, gebürtige Großfürstin von Russland, wurde am 22. August 1851 als Zweitälteste von Großfürst Konstantin Nikolajewitsch (1827-1892) und seiner Ehefrau Alexandra Josiphowna Prin-zessin von Sachsen-Altenburg (1830-1911)) auf Schloss Pawlowsk in St. Petersburg geboren und im Alter von sechzehn Jahren am 15./27 Oktober 1867 mit Georg I., König der Hellenen, in St. Petersburg vermählt. Georg I., geboren als Wilhelm (Vilhelm) Prinz von Dänemark am 24. Dezember 1845 in Ko-penhagen, stammte aus dem Haus Schleswig-Hol-stein-Sonderburg-Glücksburg. Er nahm die ihm von der griechischen Nationalversammlung angetragene Krone Griechenlands auf Grund des von den Vertre-tern der Schutzmächte Frankreich, Großbritannien und Russland am 5. Juni in London unterzeichneten Vertrages am 6. Juni 1863 an, wurde von der grie-chischen Nationalversammlung am 27. Juni 1863 für volljährig erklärt und übernahm die Regierung als Georg I., König der Hellenen, am 31. Oktober 1863. Georg I., Begründer der konstitutionellen Monarchie in Griechenland, trat die Nachfolge von Otto I. aus dem Haus der Wittelsbacher an, der gestürzt worden war. Die sechs Kinder des neuen Herrscherpaares (Konstantin, Georg, Nikolaus, Maria, Andreas und Christoph) wurden, wie die russische Mutter, ortho-dox getauft, während der Vater seiner nordeuropäi-schen Herkunft entsprechend lutherischen Bekennt-nisses war. König Georg I. von Griechenland wurde kurz nach seinem Sieg im ersten Balkankrieg (Oktober 1912 - Mai 1913) am 18. März 1913 in Saloniki ermordet. In den Balkankriegen – der zweite fand von Juni bis August 1913 statt – erfolgte eine militärische Aus-einandersetzung zwischen den christlichen Balkan-staaten und dem Osmanischen Reich. Während die-ser grimmigen Balkankriege richtete das Rote Kreuz u.a. zwanzig Krankenhäuser bzw. Lazarette in Athen und anderen Städten ein. Königin Olga überlebte ihren Ehemann bis 1926. Sie als eine verdiente Frau in der Medizingeschichte lediglich schematisch zu katalogisieren, reicht für ein vertieftes Verständnis der Pflege in ihrer interna-tionalen und ideengeschichtlichen Verflochtenheit nicht aus. Über persönliche Würdigungen von Hono-ratiorinnen hinausgreifend, hat die Pflegegeschichte nach wie vor jene tiefen und weitreichenden Spuren aufzusuchen, die Frauen aus dem regierenden und tonangebenden Adel und Hochadel, wie z.B. Olga von Griechenland, in der Pflege hinterlassen haben. Diese Fragestellung ist in der Pflegegeschichte bes-ser aufgehoben als in der Medizingeschichte.

Literatur

Der Brockhaus in fünfzehn Bänden. Band 1: A-Bau. Brockhaus, Leipzig/Mannheim 1997. Der Brockhaus in fünfzehn Bänden. Band 5: Fre-Gt. Brockhaus, Leipzig/Mannheim 1998. Dietrich, Hans Hermann: Verdiente Frauen der Medizingeschichte. Die Schwester / Der Pfleger 30 (1991) 4, Seite 298-301. Die waffenlose Macht. Werden und Wirken des Roten Kreuzes in aller Welt. Verfaßt und zusammengestellt von H.G. Kernmayr. Traunau, Wien/Wels/Passau ?1953?. Gothaischer Genealogischer Hofkalender nebst diplomatisch-statistischem Jahrbuch 1906. Perthes, Gotha 1906. Bildquelle: Rotkreuzbriefmarkensammlung Prof. Dr. Karin Wittneben, Hannover.

OLGA KONSTANTINOWNA von Griechenland

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

K. Wittneben. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von K. Wittneben, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 216-217

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=676

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