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Who was who in nursing history: ODENWALD, Anna
ODENWALD, Anna
Artikel von: H.-P. Wolff
Erschienen in Band 3, Seite(n) 214-215.
 

Biographie

Anna Odenwald gehört zu den Schwestern, die nach der nationalsozialistischen Umgestaltung des Roten Kreuzes in Deutschland als Garanten nationalsozialisti-scher Erziehung ihrer Schwesternschaften zu Obe-rinnen berufen wurden. Sie wurde am 4. November 1901 in Freiburg i. Br. geboren. Ihre Schulzeit fiel in den Ersten Weltkrieg. 1920 legte sie in Freiburg das Abitur mit dem Ziel ab, Pharmazie zu studieren. Sie trat aber im Oktober 1921 in die Badische Schwesternschaft vom Roten Kreuz in Karlsruhe ein, in die Luisenschwestern-schaft, die von Generaloberin Mathilde von Horn (1875-1943)? geführt wurde. Es lebte aber auch noch die große Patronin der Schwesternschaft, Groß-herzogin Luise von Baden (1838-1923)?. Im To-desjahr der Großherzogin bestand Anna Odenwald das Krankenpflegeexamen an der Schule der Heidel-berger Universitätskliniken und arbeitete anschlie-ßend im Operationssaal der Universitäts-Frau-enklinik. 1927 wurde sie zum Jahreslehrgang an die neu er-öffnete Werner-Schule vom Roten Kreuz nach Ber-lin-Lankwitz delegiert. Danach folgten schnell auf-einander Einsätze am Städtischen Krankenhaus in Pforzheim, in der Ludolf-Krehl-Klinik für Innere Medizin im Heidelberger Universitätsklinikum und in der Frauenklinik in Karlsruhe. Von hier zog Mathilde von Horn sie von 1929 bis 1932 zur Mitarbeit im Oberinnenbüro heran. An-schließend wurde sie Oberin der Universitäts-Frau-enklinik in Heidelberg, wo sie ihre berufliche Lauf-bahn begonnen hatte. Zum 1. Januar 1936 wurde sie auf ein Probejahr in das Amt der Generaloberin der Badischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz durch den Reichswalter für das Schwesternwesen des DRK, Prof. Dr. Otto Stahl, berufen. Sie löste die Nachfolgerin Mathilde von Horns ab, Generaloberin Anna Streng. Die endgültige Berufung Odenwalds vollzog Gertrud Scholz-Klink als Vorsitzende des Reichsfrauenbundes vom DRK im Einvernehmen mit dem Präsidenten des DRK am 12. April 1937. Mit dem Kriegsbeginn schrieb Generaloberin Anna Odenwald jeweils zum Jahresende Rundbriefe an die Mitglieder ihrer Schwesternschaft, die als interes-sante zeitgeschichtliche Dokumente im Archiv der Schwesternschaft erhalten blieben. Zur mobilen For-mation über die Wehrkreise V und XII wurden aus ihrer Schwesternschaft 848 Schwestern und eine Armee-Oberin beordert. Sie waren in Feldeinsätzen in Frankreich, Belgien, Polen, Russland, in der Tschechoslowakei, in Griechenland, auf der Insel Kreta, in Italien und Afrika. Die übrigen arbeiteten in ihren Krankenhäusern in der Heimat, die zum großen Teil in Lazarette umgewandelt waren. Generaloberin Odenwald musste wegen ihrer akti-ven NSDAP-Mitgliedschaft am 12. Oktober 1945 zwangsweise ihren Posten räumen. Abgelöst wurde sie von ihrer schwerkranken Stellvertreterin Elisa-beth von Holleufer (1886-1947)?. Odenwald wurde jedoch entnazifiziert und bereits am 1. Februar 1946 in das Amt der Karlsruher Mutterhausoberin einge-setzt, d.h. in ihre alte Funktion. Vergeblich sucht der Leser in den weiterhin von ihr verfassten Rundbriefen nach einem Mitschuldbe-kenntnis für die für Deutschland herbeigefügte Not, oder nach dem Eingeständnis, im blinden Gehorsam nationalsozialistischen Machthabern gefolgt zu sein oder ähnlichem. Anna Odenwald erhielt 1960 das Bundesverdienstkreuz. 1962 wurde ihr das Ehrenzei-chen des Deutschen Roten Kreuzes verliehen. Die Florence-Nightingale-Medaille vom Internationalen Komitee erhielt sie nicht. 1976 wurde sie pensioniert und verbrachte ihre letzten Jahre im Luisenheim, dem Altenheim ihrer Schwesternschaft in Karlsruhe. Zu Ehren ihres 90. Geburtstages wurde am 8. Mai 1991 in der Badischen Schwesternschaft ein Treffen der Feldschwestern 1939-1945 veranstaltet, auf der sie noch einmal eine längere Ansprache hielt. Sie blieb auch darin wieder ganz an der Oberfläche. Sie starb nach kurzer schwerer Krankheit am 16. Ok-tober 1991 in Karlsruhe.

Literatur

Institut für Pflegegeschichte, Qualzow. Sammlung Badische DRK-Schwesternschaft Karlsruhe: 1. Typoskript „Treffen der Feldschwestern (1939 – 1945) in der Badischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz, Kochstr. 2-4, Karlsruhe am 8. Mai 1991 zu Ehren des 90. Geburtstags von Oberin Anna Odenwald“. 2. Druckschriften datiert von 1939 bis 1960. Bildquelle: Archiv des Verbandes der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz, Berlin.

ODENWALD, Anna

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

H.-P. Wolff. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von H.-P. Wolff, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 214-215

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=674

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