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Jun 04, 2020 Last Updated 11:41 AM, May 20, 2020

Who was who in nursing history: MEDICI, Maria von
MEDICI, Maria von
Artikel von: H. Kolling
Erschienen in Band 3, Seite(n) 198-199.
 

Biographie

Mit der Gründung der Charité als Krankenhaus und Pflegeanstalt für Be-dürftige in der Landes-hauptstadt hat sich die französische Königin Maria von Medici sowohl in der Geschichte der Me-dizin als auch in der Krankenpflege einen festen Platz erworben. Maria von Medici kam am 26. April 1573 als Tochter des Großherzogs Franz von Toskana (1541-1587) in Florenz (Italien) zur Welt. Im Jahre 1600 heiratete sie König Heinrich IV. von Frankreich (1533-1610), dessen 1572 mit Margarete von Valois (1553-1615) geschlossene Ehe für ungültig erklärt worden war. Im Jahre 1602 gründete Maria von Medici in Paris die Charité, die gleichzeitig Krankenhaus und Pfle-geanstalt für Bedürftige war. Darin aufgenommen wurden Bedürftige, die sich nicht selbst versorgen konnten, und Kranke, die meistens von ihren Fami-lienangehörigen gepflegt wurden. Ähnliche Einrichtungen, die bis heute als Universi-tätskliniken den Namen Charité tragen, entstanden später auch andernorts, so beispielsweise die Berli-ner Charité, die 1710 als Pestlazarett von Friedrich Wilhelm I. von Preußen (1657-1713) gestiftet wur-de. Nach der Ermordung ihres Ehemannes am 14. Mai 1610 durch den Fanatiker Francois Ravaillac (1578-1610) wurde Maria von Medici Regentin für ihren unmündigen neunjährigen Sohn Ludwig XIII. (1601-1643). Während ihrer siebenjährigen Regent-schaft betrieb Maria von Medici eine Politik der An-näherung an Spanien und machte dem Adel Kon-zessionen. In Paris ließ sie das „Palais du Luxem-bourg“ als Witwensitz errichten und ihr Leben durch Peter Paul Rubens (1577-1640) in 21 alle-gorischen Kolossalgemälden darstellen, die sich heute im Pariser Louvre befinden. Ludwig XIII. entmachtete 1617 seine Mutter nach der Ermordung ihres Hauptratgebers Cosme-Jean-Baptiste Marquise d´Ancre (1575-1617) und verwies sie nach Blois. 1622 kehrte Maria von Medici in den königlichen Rat zurück und ernannte 1624 Kardinal Richelieu (1585-1642) zum Minister, der sie jedoch bald verdrängte. 1631 musste sie Frankreich verlas-sen. Maria von Medici starb in völliger Armut am 3. Juli 1642 im Alter von 69 Jahren in ihrem Kölner Exil.

Literatur

Barten, Sigrid: Packende Koffer. Von Maria de Medici bis Marlene Dietrich. 1. Juni-4. September 1994, Museum Bellerive. Museum Bellerive. Zürich 1994. Datta DeAlbertis, Giulia: Maria Medici – 1573-1642. Dritte Auflage. Münchener Verlagsanstalt. München 1949. Die Chronik der Menschheit. Redaktion: Raphaela Drexhage. Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag. Gütersloh, München 1995, Seite 456. Mamone, Sara: Firenze e Parigi – due capitali dello spettacolo per una regina, Maria de´ Medici. Silvana. Balsamo (Milano) 1988. Marrow, Deborah: The art patronage of Maria de´ Medici (=Studies in baroque art history, Bd. 4). Umi Research Press. Ann Arbor, Mich 1982 (zugleich Universität Philadelphia, Dissertation 1978). Millen, Ronald Forsyth /Wolf, Robert Erich: Heroic deeds and mystic figures – a new reading of Rubens´ Life of Maria de´ Medici. Princeton Universitäts Press. Princeton 1989. Probst, Ernst: Superfrauen 6. Medizin. Verlag Ernst Probst. Mainz-Kostheim 2001, Seite 63-64. www.frankreich-experte.de/fr/1/perso/medici.html. www.weltchronik.de/bio/cethegus/m/medicimv.html. Bildquelle: Probst, Ernst: A.a.O., Seite 63.

MEDICI, Maria von

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

H. Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von H. Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 198-199

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Permalink:
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care/whowaswhodetail.php?id=665

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