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Who was who in nursing history: MARTZ, Hans
MARTZ, Hans
Artikel von: Volker Klimpel
Erschienen in Band 7, Seite(n) 181-182.
 

Biographie

In der neueren Geschichte des Schweizeri­schen Roten Kreuzes und der Entwicklung der Krankenpflege spielte der Basler Hans Martz eine bedeutende Rolle. Geboren am 8. November 1888 in der Grenzstadt am Rhein, absolvierte Martz dort seine gesamte Schul­zeit und studierte bis 1914 an der Basler Me­dizinischen Fakultät. Danach war er unter anderem Assistent bei dem Chirurgen Professor César Roux (1857-1934) in Lausanne. Gleich nach dem Kriegs­ende 1918 übernahm Martz die ärztliche Leitung des Sanato­riums „Erzenberg“ in Langenbruck und eröffnete dort eine Landpraxis. Seit seiner Niederlassung 1924 in Riehen bei Basel unterrichtete er auch Kran­kenpflegeschülerinnen der Diakonissenanstalt und leitete Kurse des Samariterbundes. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wurde Martz als Major und Kommandant der Inneren Abteilung des Schweizerischen Mili­tärsanitätswesens verpflichtet. Es waren zwei schwierige Problemfelder zu meistern: 1. die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im zivilen Bereich während und nach der Mobilmachung und 2. ausreichend Kranken­schwestern für das Rote Kreuz im Armeesa­nitätswesen zur Verfügung zu stellen. Als Martz 1942 zum stellvertretenden Chefarzt des Schweizerischen Roten Kreuzes berufen wurde, hatte er sowohl schulmäßig ausgebil­dete Krankenschwestern als auch solche ohne richtige Ausbildung unter einem Dach zu ver­einen. Auch Psychiatrieschwestern und Säug­lingsschwestern waren in Kriegszeiten zum allgemeinen Pflegedienst heran zu ziehen. Martz rief aus diesem Grunde eine „Kommis­sion für Krankenpflege“ und ein „Zentrales Schwesternsekretariat“ ins leben, beschäftigte sich mit der Gründung neuer Pflegeschulen und dem seinerzeit umstrittenen einheitlichen Pflegeexamen.

Mit der von ihm als Leiterin des Zentralen Schwesternsekretariats durchgesetzten Mag­deleine Comtesse (1910-1984) hatte erstmals eine Krankenschwester in den Führungsgre­mien des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) Sitz und Stimme. Zu den über viele Jahre gehenden Aktivitäten von Martz zählten ferner die Rekrutierung neuer Kranken­schwestern, die schrittweise Ausmusterung ungenügend qualifizierter Pflegekräfte aus den Krankenhäusern und die Verbesserung des Berufsimages der Krankenschwester.

Magdeleine Comtesse beschreibt Martz in ihren Erinnerungen als einen Mann, der sein Ziel stets mit großer Entschlossenheit ver­folgte, so dass er bei gewissen Spitaldirekto­ren und Vorstehern der Gesundheitsämter als „der bestgehasste Mann“ galt. Der Erfolg gab Martz, der von 1945 bis 1954 Direktionsmit­glied des SRK war, Recht. An der Schaffung von Kursen für Hilfsschwestern hatte er ebenso maßgeblichen Anteil wie an der von Kaderschulen für Leitende Krankenschwes­tern. Martz gehörte wie Carl Ischer (1865-1941)  und Walter Sahli (1860-1916)  zu den Schweizer Ärzten, die sich be­sonders intensiv um die Krankenpflege küm­merten und auf diesem Feld Entscheidendes bewirkten. Martz starb am 2. Mai 1954 in Riehen an einem Herzleiden. Die Pflegetradi­tion der Familie Martz wurde von seiner Tochter fortgesetzt, die ihre Ausbildung an der berühmten Krankenpflegeschule „Linden­hof“ in Bern erhielt, wo schon Hans Martz’ Schwester Helene Oberin gewesen war.


Literatur

Martz, Hans: Exposé über eine Fortbildungsschule des SRK für Krankenschwestern. Manuskript 1948 (Archiv des SRK).

Martz, Hans: Entstehung – Entwicklung – Tätigkeit der Kommission für Krankenpflege des Schweizeri­schen Roten Kreuzes. Manuskript 1953 (Archiv des SRK).

NN: Nachruf Dr. med. Hans Martz. In: Das Rote Kreuz vom 1. Juli 1954, Seite 18-20.

Remund, Hugo: Hans Martz – Magdeleine Comtesse. Dr. Martz in der Erinnerung seiner Mitarbeiter im Roten Kreuz. [ohne Ortsangabe, ohne Jahresan­gabe] (Archiv des SRK).

Valsangiacomo, Enrico: Zum Wohle der Kranken. Das Schweizerische Rote Kreuz und seine Rolle in der Krankenpflegeausbildung (1882-1976). Schwabe. Basel 1991, Seite 198-202.

Bildquelle: Valsangiacomo, Enrico: Zum Wohle der Kranken. Schwabe. Basel 1991, Seite 382.

MARTZ, Hans

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Volker Klimpel. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Volker Klimpel, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 181-182

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=454

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