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Jun 07, 2020 Last Updated 11:41 AM, May 20, 2020

Who was who in nursing history: MARTIN, Mary
MARTIN, Mary
Artikel von: Hubert Kolling
Erschienen in Band 7, Seite(n) .
 

Biographie

Marie Helena Martin (Mutter Mary Mar­tin), die Gründerin der „Medical Missi­onaries of Mary“, stammte aus einer wohlhabenden Ree­derfamilie. Sie wurde am 25. April 1892 als erste Toch­ter von elf Kindern in einem Vorort von Dublin (Irland) geboren. Ihr Vater verunglückte früh an einer Schuss­verletzung beim Hantieren mit einem Revol­ver. Nach unbeschwerter Jugend meldete sich Marie Helena am Beginn des Ersten Welt­krieges (1914-1918) als Hilfspflegerin für verwundete Soldaten, zunächst in Malta und später (1916) in Frankreich und England. Während dieser Zeit reifte in ihr der Ent­schluss, in den Missionen für Kranke da zu sein.

Nachdem sie nach Dublin zurückgekehrt war und eine Ausbildung zur Hebamme absolviert hatte, segelte sie 1921 nach Nigeria (Westaf­rika) in das Gebiet der Ibos, um sich der Krankenpflege zu widmen. Dort angekom­men, wurde Marie Helena Martin aber zu­nächst zum Schuldienst eingestellt. Von daher kehrte sie alsbald wieder nach Irland zurück und versuchte fortan, einen eigen Orden für die Krankenpflege in der Mission zu gründen. Ihr Versuch, ein solches Werk zu etablieren, war mit einer Vielzahl von Rückschlägen verbunden. Ebenso sollte ihr Versuch, in ein Karmel – eine Gemeinschaft von Frauen und Männern (verheiratet oder ledig), die sich der Nachfolge Christi verbunden fühlen – einzu­treten, scheitern. 1937, im Alter von 45 Jah­ren, gelang es ihr schließlich mit Hilfe von Gleichgesinnten den Orden der „Medical Missionaries of Mary“ in Nigeria, kurz darauf aber auch in Dublin zu gründen und dauerhaft zu etablieren. Das Mutterhaus befand sich in Rosemount, in der Nähe von Dublin. Unweit davon in Drogheda baute Marie Helena Mar­tin, die sich nun Mutter Mary Martin nannte, ein internationales Trainingshospital für (Kranken-) Schwestern, die in die Mission gehen wollten.

Ihr Orden gründete zahlreiche Niederlassun­gen im Iboland in Nigeria, darunter auch mehrere Leprastationen. Daneben errichtete sie Stationen in Ostafrika, im heutigen Tansa­nia sowie Angola, später dann auch in Äthio­pien. Ein großer Förderer ihrer anfangs klei­nen Gemeinschaft war Kardinal Richard Cushing (1895-1970) aus Boston, der sie fi­nanziell und ideell sehr unterstützte. Er berief die Schwestern nach Boston und errichtete ein eigenes Haus, das bald zu einer großen Stütze des Ordens wurde. In späteren Jahren über­nahm Mutter Mary auch ein Spital in Neapel (Italien), und zuletzt ein Haus auf Formosa (einer Provinz im Nordosten von Argenti­nien), das aber zwischenzeitlich wieder ge­schlossen wurde.

Ähnlich den „Missionsärztlichen Schwes­tern“, einer internationalen katholischen Or­densgemeinschaft, die 1925 in Wahington (USA) von der österreichischen Ärztin Dr. Anna Dengl gegründet wurde, gehörten zu den Ordensmitgliedern auch einige Ärztinnen, sogenannte „Doctor-Sisters“, die zum Teil einzelne Krankenhäuser in den Tropen leite­ten. Selbst arbeitete Mutter Mary in Afrika in der Kinderkrankenpflege mit.

Zeitlebens von eher schwacher Gesundheit, erkrankte Mutter Mary (Marie Helena Martin) nach einem anstrengenden Jahr mit vielen Reisen im Dezember 1967. Vom Januar 1968 bis zu ihrem Tod am 27. Januar 1975 war sie nicht mehr bei vollem Bewusstsein und lag pflegebedürftig in Drogheda (Irland) in ihrem Bett.

Dem „Medical Missionaries of Mary“ gehö­ren heute etwa 400 Frauen aus 16 verschiede­nen Nationalitäten an, die in 13 verschiedenen Ländern arbeiten.


Literatur

Murrett, John: The Mary of Saint Martin`s. The life of Mother Demetrias, foundress of the Mission Help­ers of the Sacred Heart. Newman Press. Westmin­ister 1960.

Purcell, Mary: To Africa with love. The Life of Mother Mary Martin foundress of the Medical Missionaries of Mary. Verlag Gill and Macmillan. Dublin 1987.

Rhomberg, Hans-Peter: Heilige und die Kunst des Heilens. Heilige, Selige und Ordensgründer in der Medizin. Kunstverlag Josef Fink. Lindenberg im Allgäu 2008, Seite 123.

www.en.wikipedia.org/wiki/Mary_Martin_%28missionary%29 [07.10.2011].

www.encyclopedia.com/article-1G2-3407707200/martin-mother-mary.html [07.10.2011].

www.medicalmissionariesofmary.com/index.php/about-the-mmm/109-our-foundress-a-dream-to-follow [07.10.2011].

www.sisterisabelle.com/?p=242 [07.10.2011].

Bildquelle: www.sisterisabelle.com/?p=242 [07.10. 2011].

MARTIN, Mary

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Hubert Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Hubert Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S.

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=453

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