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Who was who in nursing history: MAGNUSSEN, Eli
MAGNUSSEN, Eli
Artikel von: Gunilla Svensmark
Erschienen in Band 7, Seite(n) 175-177.
 

Biographie

Eli Magnussen, die am 29. Juli 1901 ge­boren wurde, kam ursprünglich aus Is­land. Ihr Vater zog mit seiner Familie nach Kopenhagen, wo er Direktor einer Versicherung wurde. Dementsprechend wuchs Eli Magnus­sen in einem oberen Mittelklassehaushalt mit gesichertem Geldeinkommen auf. Im Jahre 1918 beendete sie die Sekundarstufe I und beschloss, eine Ausbildung als Sportlehrerin zu machen, die sie 1922 am Arvidsson Gym­nastik-Institut in Stockholm abschloss. Da sie sich in der Zwischenzeit für die Kranken­pflege interessierte, absolvierte sie von 1922 bis 1925 eine Ausbildung zur Kranken­schwester am staatlichen Krankenhaus in Ko­penhagen. Die Psychiatrie gehörte zur dama­ligen Zeit noch nicht zur Ausbildung, weshalb Eli Magnussen zur Fortbildung in England ein psychiatrisches Praktikum am County Mental Krankenhaus in Maidstone machte. Mit Un­terstützung des Büros des Dänischen Kran­kenpflegeverbandes in Paris ging sie an­schließend nach Frankreich und wurde Leite­rin der Physiotherapieabteilung in der Dr. Sandoz’ Klinik.

Im Jahre 1930 lag die Sterblichkeitsrate bei Säuglingen in Dänemark bei 7,2 Prozent. Deshalb wurden von 1929 bis 1935 verschie­dene Maßnahmen zur Gesundheitsförderung eingeführt. Die Krankenpflegenden, die daran teilnahmen, ergänzten ihre Ausbildung im Ausland und nannten sich anschließend Health Visitors. Nachdem Finnland Pionier­arbeit bezüglich der Kindergesundheit und Sozialhygiene geleistet hatte, fragte der Däni­sche Krankenpflegeverband Eli Magnussen, ob sie nicht dorthin gehen und sich als Child­ren’s Health Visitor ausbilden lassen wollte. Sofort nahm diese an einem sechsmonatigen Kurs in Helsinki teil und übernahm anschlie­ßend in Zusammenarbeit mit einer anderen Health Visitor einen Bezirk außerhalb von Kopenhagen. Ihre Arbeit führte zum Act of Control of Disease and Mortality among Children, welcher 1936 stattfand. Gesetzlich mussten sich Health Visitors einer speziellen Hochschulausbildung unterziehen. Hierzu wurde 1938 die Danish Health Education ein­geführt mit der Einweihung des Dänischen Kollegs für Krankenpflege an der Universität Aarhus.

Eli Magnussen war der Überzeugung, dass soziale Arbeit sozialen Missständen vorbeu­gen kann und Vorbeugung günstiger sei als Heilung. Von 1931 bis 1932 war sie Inspekto­rin und Verwalterin der ersten Kurse für sozi­ale Krankenpflege, die vom Dänischen Kran­kenpflegeverband organisiert wurden. Wäh­rend ihrer Auslandsaufenthalte und als Mit­glied des internationalen Ausbildungskomi­tees des Dänischen Krankenpflegeverbandes interessierte sie sich immer mehr für Bil­dungsthemen in der Krankenpflege. 1932 wurde sie zur Fachaufsichtsbeamtin für die Krankenpflegeausbildung an den staatlichen Krankenpflegeschulen ernannt und seit 1938 auch zur Superintendantin der Krankenpflege aller Krankenhäuser; eine Doppelfunktion, die sie bis 1954 ausübte.

Im Jahre 1934 wurde Eli Magnussen ins nati­onale Gesundheitsgremium berufen und war damit zu jener Zeit die erste Krankenpfle­gende in dieser Position. Ihre erste Aufgabe war es, das neu veröffentlichte Krankenpfle­gegesetz umzusetzen, das den dänischen Krankenpflegenden eine staatliche Anerken­nung gewährte. Zu dieser Zeit variierte die Krankenpflegeausbildung noch von einem Krankenhaus zum anderen bezüglich der Dauer und den Ausbildungsinhalten. Die staatliche Anerkennung forderte eine dreijäh­rige Krankenpflegeausbildung in Theorie und Praxis und garantierte Qualitätsstandarts in der Krankenpflege.

Eli Magnussen zufolge war die Nächstenliebe das wichtigste Element der Krankenpflege. Ihre Ansichten führten sie in den Widerstand während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg (1939-1945). Von ihrer Wohnung in Kopenhagen aus kooperierte sie mit den Engländern. Ihre Radiosignale wurden von der Gestapo (Geheimen Staatspolizei) abge­hört, sie wurde verhaftet und musste im Ge­fängnis von Fr?slev in Süd-Jutland arbeiten. Die Frauen im Gefängnis wählten sie zu ihrer Vorarbeiterin und nannten sie den „Engel des Camps“. Ihre Persönlichkeit half den Gefan­genen, die Hoffnung nicht zu verlieren. 1949 wurde sie für ihr Engagement mit der Flo­rence Nightingale Medaille [Florence Nightingale (1820-1910) ] ausgezeichnet und war damit die zweite dänische Kranken­schwester, die diese besondere Auszeichnung erhielt.

1955 führte das National Board of Health ein unabhängiges Krankenpflege-Department ein und Eli Magnussen wurde zu seiner Direkto­rin. Es war eine Schlüsselposition, die sie mit Intelligenz und Ausdauer ausführte, eine große Aufgabe, um die Krankenpflege in Dä­nemark zu verbessern und weiterzuentwi­ckeln. Zu ihren Aufgaben gehörte die Ver­breitung verschiedener Gesetze, Rundschrei­ben und gesetzlich festgeschriebene Vor­schriften zur Krankenpflegeausbildung, die 1956 mit dem neuen Act of Nursing einer Grundsatzreform unterzogen wurden.

International trug Eli Magnussen mit ihren vielfältigen Erfahrungen und ihrem großen Wissen über die Krankenpflegeausbildung zu deren Weiterentwicklung bei. Von 1950 bis 1952 war sie die erste Krankenpflege-Berate­rin bei den Vereinten Nationen für das WHO-Regionalbüro in Alexandria in Ägypten. Zwei Jahre lang bereiste sie den mittleren Osten, untersuchte die dort herrschen Bedingungen in der Krankenpflege und gab der Regierung Ratschläge zur Verbesserung der Kranken­pflegeausbildung. 1959 wurde sie von der WHO nach New York geschickt als Beraterin für häusliche Pflege in 14 Staaten. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem „Goldenen Schlüs­sel“ der Stadt Washington D.C. ausgezeich­net. 1960, 1962 und 1963 nahm sie als Al­leinvertreterin der dänischen Delegation an den Konferenzen des Health Committee of the European Council teil. Von 1953 bis 1965 war sie Präsidentin des International Council of Nurses’ Membership Committee und wurde Ehrenmitglied der schwedischen und norwegischen Krankenpflegeverbände.

Daneben veröffentliche Eli Magnussen zahl­reiche Beiträge zur Krankenpflege, insbeson­dere verschiedene Kapitel zum Krankenpfle­gelehrbuch, das seit 1926 vom Dänischen Krankenpflegeverband herausgegeben wurde.

Im Jahre 1970 trat sie vom National Board of Health zurück, um ein aktives Rentnerleben zu genießen. Sie wünschte allen jungen Kran­kenpflegenden, dass sie die Faszination von den Aufgaben im Leben und der Gesellschaft begreifen würden. Eine Überzeugung, nach der sie sich ihr ganzen Leben verhielt, per­sönlich wie in ihrer Arbeit. Eli Magnussen starb am 10. Oktober 1993.


Literatur

Hounsgaard, Lise: Eli Magnussen. Danish Women's Encyclopedia (online).

Magnussen, Jan: Med Mod, Tålmod og Kræfter. Om forstanderinde frk. Eli Magnussen. Forlaget Mag­nus B. 2014.

Bildquelle: Dänisches Museum für Krankenpflegege­schichte (Danish Museum of Nursing History).

MAGNUSSEN, Eli

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Gunilla Svensmark. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Gunilla Svensmark, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 175-177

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=451

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