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Jun 04, 2020 Last Updated 11:41 AM, May 20, 2020

Who was who in nursing history: KROGH NIELSEN, Elna
KROGH NIELSEN, Elna
Artikel von: Gunilla Svensmark
Erschienen in Band 7, Seite(n) 158-161.
 

Biographie

Elna Krogh Nielsen, die am 20. Oktober 1910 geboren wurde, war das älteste Kind einer Familie mit vier Mädchen und vier Buben. Sie wuchs in einem Elternhaus auf, das durch die Innere Mission (einem evangelikalischen Flügel der dänischen Kirche) geprägt war. Der christliche Lebensstil war Teil ihres täglichen Lebens. Während ihr Vater ein „Innerer Missio-nar“ und nationaler Sekretär für den Bibelkreis der Arbei-ter war, kümmerte sich ihre Mutter als Hausfrau um die Familie.

Elna Krogh Nielsen schloss ihre Schule 1926 mit dem Sekundar-bereich I in Br?nderslev, Nord-Jutland ab. Entsprechend der damaligen Zeit legten ihre Eltern größte Priorität lediglich auf die Ausbildung ihrer Söhne. Elna Krogh Nielsen arbeitete zuerst in einem Büro, machte dann aber eine Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin in der Apotheke von Br?nderslev. Als sie 18 Jahre alt war be-schloss sie, Diakonissin zu werden, da sie für die Gesellschaft nützlich sein wollte. Am Anfang war ihr Vater gegen diese Entschei-dung, weil er Sozialdemokrat war und dachte, dass Diakonissen und deren Krankenhäuser nur für reiche Menschen da seien. Trotzdem akzeptierte er ihre Entscheidung und half ihr, die Zulassung in der St. Luke’s Foundation zu bekommen, welche ihre Wurzeln in der Inneren Mission hatte. Sie trat 1928 als Lernschwester ein, durchlief zunächst die Schwesternausbildung und dann von 1932 bis 1935 die Krankenpflegeausbildung. 1937 wurde sie dann zur Diakonissin geweiht.

In den folgenden Jahren arbeitete Elna Krogh Nielsen im St. Luke’s Hospital, zuerst als pflegende Stationsschwester und dann als Stationsschwester. Von 1939 bis 1940 absol­vierte sie die School for Health Visitors and Nurse Managers and Teachers, die 1938 an der Aarhus Universität eröffnet worden war. Sie entschied sich für den lehrenden Zweig, eine Wahl, die für ihre spätere Karriere maß­geblich war. Hier fand sie erste Anregungen für ihre jahrzehntelange Arbeit zur Entwick­lung der dänischen Krankenpflegeausbildung. Nach ihrer weiterführenden Hochschulausbil­dung arbeitete sie als Lehrerin an der Vor­schule für Krankenpflege an der R?dkilde Volkshochschule, wo sie durch ihre Kollegin­nen Maria Madsen (1900-1974) , Mar­grethe Kruse (1908-1983)  and Inger G?tzsche weitere Anregungen bekam.

Als Elna Krogh Nielsen zum St. Luke’s Foundation zurückkehrte, wurde sie zur ersten Ausbildungsleiterin der angesehen Schule der Stiftung. Die Schulleiterin Eva Lyngby (1898-1975)  überließ ihr sofort die Or­ganisation und Entwicklung der Schule. Offi­ziell war Elna Krogh Nielsen bis 1959 zwar nicht die Schulleiterin, handelte aber seit 1940 als solche bis zu ihrem Ruhestand 1981. Ihre erste Initiative war 1942 die Einführung eines neuen Lehrplans, der zu dieser Zeit bahnbre­chend war. Dieser sah eine Erhöhung der Theoriestunden vor, ebenso wie die Einfüh­rung der Auszubildenden in verschiede Berei­che. Zur damaligen Zeit wurden Theoriestun­den für gewöhnlich am Abend, also in der Freizeit der Auszubildenden, gegeben. 1946 schrieb sie im Dänischen Krankenpflegejour­nal den ersten von mehreren Artikeln über die Krankenpflegeausbildung an der St. Luke’s Foundation. Kontinuierlich entwickelte sie deren Lehrplan mit aufmerksamem Blick auf internationale Entwicklungen weiter. Als 1956 das Gesetz für die staatliche Anerken­nung der Krankenpflegenden aus dem Jahre 1933 überarbeitet wurde, mussten am Lehr­plan der St. Luke’s Foundation nur wenige Anpassungen vorgenommen werden, um ihn in Übereinstimmung mit dem neuen Gesetz zu bringen. Die Schule wurde vom National Board of Health als eine ersten von insgesamt 34 Krankenpflegeschulen anerkannt. Bis 1958 kümmerte sich in Dänemark jedes Kranken­haus selbst um die Krankenpflegeausbildung, wobei die Unterschiede zwischen Lehrplänen an den etwa 100 Krankenhäusern sehr groß waren.

Unter der Leitung von Elna Krogh Nielsen festigte die Krankenpflegeschule der St. Luke’s Foundation ihren Ruf als eine der besten des Landes. Seit 1945 hatte die Schule begonnen, auch Laien auszubilden. Die neue Ausbildungsstrategie zeigte erfolgte, so dass die Schule bald zu klein wurde. Im Jahre 1967 baute die St. Luke’s Foundation deshalb eine neue und moderne Krankenpflegeschule. Um sich selbst weiterzubilden, unternahm Elna Krogh Nielsen mehrere Bildungsreisen nach Schweden, Finnland, Norwegen und England. Außerdem studierte sie Educational Pro­grammes in Nursing von 1958 bis 1959 an der Universität Boston in den Vereinigten Staa­ten. Von 1962 bis 1964 studierte sie in Däne­mark nebenberuflich Pädagogik und Psycho­logie.

Dem dänischen Krankenpflegeverband war bewusst, dass Elna Krogh Nielsen ein immen­ses Wissen bezüglich der Krankenpflegeaus­bildung hatte und sie repräsentierte die Orga­nisation in verschiedenen Komitees. Daneben war sie von 1966 bis 1976 zum Mitglied der Geschäftsleitung gewählt worden. 1967 ent­schloss sich Maria Madsen, die Präsidentin des dänischen Krankenpflegeverbandes, nach 27 Jahren zurückzutreten. Elna Krogh Nielsen wurde angehalten, sich um die Präsidentschaft zu bewerben. Allerdings wurde Kirsten Stall­knecht gewählt, was ihr Elna Krogh Nielsen aber nicht übel nahm. Im Gegenteil, die bei­den Frauen entwickelten eine glänzende Freundschaft und arbeiteten über Jahre hin­weg gut zusammen. Nach den Worten von Elna Krogh Nielsen hatte der dänische Kran­kenpflegeverband immer die Präsidentin, den er zu dieser Zeit brauchte.

Elna Krogh Nielsen größter Beitrag für den Verband war ihre Mitarbeit in den Komitees, die sich um die Krankenpflegeausbildung kümmerten, wobei sie immer wieder notwen­dige Verbesserungen vorschlug. Von 1963 bis 1969 war sie Vorsitzende des Assessment-Komitee und von 1966 bis 1967 des Health-Komitee und danach bis 1980 Expertin für Bildungsthemen der Krankenpflege. Die bei­den genannten Komitees veröffentlichten 1966 und 1969 zwei Berichte zur Kranken­pflege, wobei letzterer detaillierte Vorschläge zur Veränderung der Krankenpflegeausbil­dung enthielt. Daraufhin wurde Elna Krogh Nielsen Mitglied des Board of Education im Innenministerium, einem Gremium, das damit beauftragt war, die Krankenpflegeausbildung zu überwachen. 1974 war Elna Krogh Nielsen Fachberaterin des Ministeriums. Im Jahre 1975 erstellte dieses einen Bericht, um die Krankenpflegeausbildung auf akademisches Niveau anzuheben. Aus finanziellen Gründen wurde der Vorschlag zu dieser Zeit aber nicht weiterverfolgt. Des Weiteren war Elna Krogh Nielsen von 1974 bis 1977 Mitglied im Health Priority Komites des Innenministeri­ums.

Die Arbeit von Elna Krogh Nielsen für die Krankenpflege war charakterisiert durch eine dauerhafte und geduldige Argumentation hin­sichtlich notwendiger Reformen in der Kran­kenpflegeausbildung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen. Kranken­pflegende sollten nicht für die Gesellschaft von gestern, sondern für die Zukunft ausge­bildet werden. Hierbei sollte die Stiftung sich dem christlichen Gebot der Nächstenliebe verpflichtet sehen und der Patient immer das zentrale Thema der Krankenpflege sein, As­pekte, die nicht durch die gesellschaftlichen Anforderungen hinsichtlich der Effektivität überschattet werden sollten. Elna Krogh Niel­sen kündigte den Kernpunkt der Krankenpfle­geausbildung auf indem sie argumentierte, dass man nicht eine Ausbildung machen und gleichzeitig als Vollzeitkraft arbeiten könne. Ihrer Überzeugung nach sollte die Kranken­pflegeausbildung in Theorie und Praxis auf akademischem Niveau stattfinden und eigene Forschungen betreiben. Im Jahre 1990 wurde die Krankenpflegeausbildung in Dänemark akademisiert. Endlich wurden Elna Krogh Nielsen Vorstellungen, für die sie Jahrzehnte eingesetzt hatte, Realität.

Im Jahre 1981 trat Elna Krogh Nielsen als Direktorin der St. Luke’s Foundation in den Ruhestand, den sie aktiv gestaltete. 1983 war sie Mitautorin eines Berichts über das Kran­kenhaus der St. Luke’s Foundation. Außer­dem schrieb sie weiterhin Artikel in Fachzeit­schriften und Publikationen der St. Luke’s Foundation. Darüber hinaus nahm sie von 1985 bis 1989 an einem Theologiekurs an der Offenen Universität von Aarhus teil und be­gann 1996 ein Theologiestudium an der Uni­versität von Kopenhagen. Elna Krogh Nielsen starb am 22. November 2007.


Literatur

Archives of St. Luke’s Foundation.

Balslev Wingender, Nete: Firkløveret og Ildsjælene – Dansk Sygeplejeråds historie 1899-1999. Dansk Sygeplejeråd 1999.

Bork, Dagmar: Diakonisser i dansk sygepleje, the Danish Nurses’ Organization 1997.

Diakonissehuset Sankt Lukas Stiftelsen 2007-2008. Årsbog. Sankt Lukasstiftelsen 2008.

Kjærgaard, Grethe: I kyse og kjole for sygeplejen. In: Sygeplejersken 43/2000.

Malchau, Susanne: Elna Krogh Nielsen. In: Danish Women Encyclopaedia online

Sygeplejersken 15-16/1990.

Bildquelle: Dänisches Museum für Krankenpflegege­schichte (Danish Museum of Nursing History).

KROGH NIELSEN, Elna

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Gunilla Svensmark. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Gunilla Svensmark, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 158-161

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Permalink:
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