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May 28, 2020 Last Updated 11:41 AM, May 20, 2020

Who was who in nursing history: KOCH, Margrethe
KOCH, Margrethe
Artikel von: Gunilla Svensmark
Erschienen in Band 7, Seite(n) .
 

Biographie

Margrethe Koch, die am 21. Mai 1869 mit dem Mädchennamen Schi?ler geboren wurde, wuchs in einem wohlhabenden Haushalt eines Aktienhändlers in Hellerup, nördlich von Kopenhagen, auf. Einige Jahre war sie Schülerin für Privatlehrer am N. Zahle`s College in Ko­penhagen. 1897 ging sie nach New York um sich als erste dänische Krankenschwester der zweijährigen Krankenpflegeausbildung am Presbyterian Krankenhaus zu unterziehen. Die dortige Krankenpflegeschule wurde von Anna Maxwell (1851–1921) geleitet, welche oft als die amerikanische Florence Nightingale (1820-1910) bezeichnet wurde. Ihrer Vorstellung nach sollten Krankenschwestern hochausgebildete Persönlichkeiten sein, wel­che bereit sind, Krankenhäuser und ihre Um­welt zu leiten. 1898 verlängerte sie die Aus­bildungszeit auf drei Jahre.

Margrethe Koch beendete ihre Ausbildung 1899 und blieb im Presbyterian Krankenhaus bis 1901 in der Eigenschaft als Oberschwester der Operationsabteilung. Als sie nach Däne­mark zurückkehrte, heiratete sie den Vikar Hans Koch, und das Paar ließ sich auf der Insel Fan? in der Nordsee nieder. Als Frau eines Vikars konnte sie nicht als Kranken­schwester arbeiten. Stattdessen schrieb sie ab 1906 eine Reihe von Zeitungsartikeln über ihre Erfahrungen mit dem amerikanischen System der Krankenpflegeausbildung und rief zu einer Reform der dänischen Krankenpfle­geausbildung auf, welche dem amerikani­schen Beispiel ähnelte.

Ihre Hauptkritik war, dass es in Dänemark kaum Krankenpflegeschulen mit systemati­scher Ausbildung gab. Zu dieser Zeit bildeten dänische Krankenhäuser die benötigte Anzahl an Krankenschwestern ohne Systematik be­züglich der Dauer und den Ausbildungsin­halten aus. In den Vereinigten Staaten von Amerika wurden die Krankenpflegeschulen von einer Oberschwester geleitet, welche für die Theorie und Praxis zuständig war. Dies stand in starkem Gegensatz zur dänischen Situation, in der die Krankenpflegeausbildung in Händen der Ärzteschaft lag.

Margrethe Kochs Ansichten wurden komplett von der dänischen Krankenpflegeorganisation geteilt, die sich 1899 gegründet hatte. Die Debatte über die Krankenpflegeausbildung verbreitete sich im monatlich erscheinenden Krankenpflegemagazin. Margrethe Koch prä­sentierte ihre Ansichten auch in einer Vorle­sung in der Danish Women´s Society. Zu­sätzlich zu ihrer kritischen Haltung bezüglich der Organisation und des Managements der Krankenpflegeausbildung betonte sie, dass eine Frau nicht als Krankenschwester geboren wird. Doch der gute Wille war nicht ausrei­chend in einer Zeit, in der die moderne und professionelle Krankenpflege eine „genaue und sorgfältige Ausbildung, theoretisch und praktisch in Bezug auf Pflegetechniken als auch auf die Pflegeethik“ benötigte.

Einige Jahre später zog Margrethe Koch nach Kopenhagen. Dies gab ihr neue Möglichkei­ten, sich im dänischen Krankenpflegeverband zu engagieren, in welchem sie seit 1907 Mit­glied war. Von 1909 bis 1911 arbeitete sie als Sekretärin in der besagten Organisation und von 1924 bis 1933 als Herausgeberin des Krankenpflegemagazins „Journal of Nursing“. Während dieser Zeit wuchs die Zahl der Mitglieder auf über 9.000 an und repräsentierte damit die Mehrheit aller däni­schen Krankenschwestern.

Margrethe Koch wurde ein wichtiger Teil der dänischen Krankenpflegeorganisation, welche eine nationale dreijährige Krankenpflegeaus­bildung im Einklang mit den „Nightingale System“ erhalten wollte. 1883 nahm Henny Tscherning (1853-1932) ?p, langjährige Präsidentin des Dänischen Krankenpflegever­bandes, an einem sechswöchigen Kurs im St. Thomas Krankenhaus in London teil, Flo­rence Nightingale´s Krankenpflegeschule. Dies spornte sie zu ihrer Arbeit an, dass „Oberschwestersystem“ in Dänemark einzu­führen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass eine Oberschwester in jedem Krankenhaus einge­setzt würde, welche sowohl für die Theorie als auch die praktische Pflege während der Krankenpflegeausbildung die Verantwortung trug. Es stellte sich heraus, dass dies eine höchst bedeutsame Sache war. Der Wider­stand der Ärzte war offensichtlich, nicht zu­letzt der ihres eigenen Mannes, des Chirurgen E. A. Tscherning, der ihre Pläne öffentlich in der Presse angriff.

Henny Tscherning und Margrethe Koch suchten eine junge Frau aus angesehener Fa­milie die bereit war, sich der geforderten Ausbildung in einer guten Krankenpflege­schule im Ausland zu unterziehen. Diese sollte später die Position der Oberschwester in einer ähnlichen Schule in Dänemark erhalten. „Wenn man eine erstklassige Krankenpflege­schule führen möchte, ist es notwendig, dass die Leiterin selbst eine solche durchlaufen hat.“ Laut Margrethe Koch wurde sie von einer ihrer Freundinnen, Charlotte Munck (1876-1932) ?p, 1906 gefragt, ob sie ihr helfen könnte, an der Krankenpflegeschule des Presbyterian Krankenhaus in New York angenommen zu werden. Koch nahm umge­hend mit der Leiterin der Schule, Anna Max­well, Kontakt auf. Dann ging die Entwicklung sehr schnell; noch im gleichen Jahr kam Charlotte Munck in New York an, wo sie im neuen Schwesternwohnhaus (Florence Nightingale Hall) eine Wohnung bezog; 1909 beendete sie ihre Ausbildung.

Im Jahre 1913 schaffte es der Dänische Kran­kenpflegeverband, Charlotte Munck als Ober­schwester am neuen Bispebjerg Krankenhaus in Kopenhagen einzusetzen. Damit war sie die erste dänische Oberschwester, die die Ver­antwortung sowohl für das Pflegepersonal, die Verwaltung als auch die Krankenpflege­ausbildung trug. Nach kurzer Zeit war das Bispebjerg Krankenhaus der Standard für die Krankenpflegeausbildung im ganzen Land.

Als Herausgeberin des „Nursing Journal“ und Sekretärin der Gremientreffen des Dänischen Krankenpflegeverbandes erhielt Margrethe Koch sehr starken Einblick in den organisato­rischen Kampf für eine Verbesserung der Ausbildung und verbesserte Arbeitsbedingun­gen des Pflegepersonals. Sie schrieb Artikel, hielt Vorlesungen und nahm als Vertreterin des Dänischen Krankenpflegeverbandes am internationalen Krankenpflegekongress Paris-Brüssel 1933 teil.

1927 ware Charlotte Munck Präsidentin des Dänischen Krankenpflegeverbandes gewor­den, wobei die Stelle nach ihrem Tod 1932 zunächst vakant blieb. Obwohl Margrethe Koch überzeugt war, dass eine jüngere Gene­ration die Organisation leiten sollte, wurde sie 1933 zur neuen Präsidentin gewählt. Sie be­hielt den Posten bis 1934, eine kurze, aber sehr bedeutende Zeit in der Geschichte der dänischen Krankenpflege, weil das Parlament 1933 das Krankenpflegegesetz dahingehend änderte, dass die Krankenpflegenden eine staatliche Anerkennung erhielten. Der Kampf um die staatliche Anerkennung, der 25 Jahre gedauert hatte, war endlich vorbei. Als Präsi­dentin hatte Margrethe Koch die gleichen Ziele wie ihre Vorgängerinnen Henny Tscherning und Charlotte Munck, aber es war ihr auch wichtig, sich für ordentliche Woh­nungen der Pflegenden im Rentenalter, bes­sere Gehälter und nicht zuletzt für kürze Ar­beitszeiten in der Krankenpflege einzusetzen.

Nachdem sie in Rente war, setze Margrethe Koch ihre schriftstellerische Arbeit fort. 1941 veröffentlichte sie eine Biographie über Charlotte Munck, eine Beschreibung ihres Lebens und ihrer Bedeutung für die dänische Krankenpflege. 1944 interessierte sie sich für die Geschichte des Dänischen Krankenpfle­geverbandes, worin sich auch ihr tiefes Ver­ständnis der Arbeit der Organisation aus­drückte. Im Jahre 1949, am 50. Geburtstag des Dänischen Krankenpflegeverbandes, be­kam Margrethe Koch die Metal in Merit in Gold verliehen. Sie starb am 16. April 1951.


Literatur

Koch, Margrethe: Charlotte Munck. Et Livsbillede. G.E.C. Gads Forlag København 1941.

Koch, Margrethe: Dansk Sygeplejeråds Historie. Nyt Nordisk Forlag Arnold Busck 1944

Olesen, Anne Mette: Charlotte Munck. Dansk syge­plejes ”førstedame”. Master Thesis, Danmarks Sy­geplejerskehøjskole 1994.

Olesen, Anne Mette: Margrethe Koch. In: Danish Women's Encyclopedia (online).

Olesen, Anne Mette: Margrethe Koch (1869 -1951). In: Dansk kvindebiografisk leksikon.

Petersen, Esther: Fra kald til fag. Dansk Sygeplejeråd 1989.

Tscherning, Henny: Lidt om mine personlige Oplevel­ser ved den humane Sygeplejes Indførelse på Kommunehospitalet og den senere Udvkling. In: Tidsskrift for Sygepleje 1913; 18:295-307.

Bildquelle: Dänisches Museum für Krankenpflegege­schichte (Danish Museum of Nursing History).

KOCH, Margrethe

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Gunilla Svensmark. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Gunilla Svensmark, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S.

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