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Lernwelten 2018

Lernwelten 2018 18. internationaler wissenschaftlicher Kongress für Pflege- und ...

Who was who in nursing history: KIMMLE, Ludwig
KIMMLE, Ludwig
Artikel von: Hubert Kolling
Erschienen in Band 7, Seite(n) 146-147.
 

Biographie

Ludwig Kimmle wurde am 3. Oktober 1860 in Bergzabern (Rheinland-Pfalz) geboren. Sein Stu­dium der Medizin in München und Frei­burg im Breisgau schloss er 1888 mit der Promotion an der Universität Freiburg mit der Promotion ab. Nach Tätigkeiten als Militärarzt in Hagenau und Straßburg, in de­ren Verlauf er ein System für die Herrichtung von Feldbahnwagen zum Verwundetentrans­port ausarbeitete, wirkte er in Trier, bevor er schließlich in Berlin 1903 (bis 1920) General­sekretär des „Zentralkomitees der deutschen Vereine vom Roten Kreuz“ – seit 1921 Deut­sches Rotes Kreuz (DRK) – wurde.

Dr. Ludwig Kimmle, der 1910 auch Professor wurde, veröffentlichte im Jahre 1908 die Schrift „Das Sanitätskolonnenwesen vom Roten Kreuz in Deutschland. Beiträge aus seiner Geschichte und seinem Arbeitsgebiet“; 1910 legte er das dreibändige Werk „Das Deutsche Rote Kreuz. Entstehung, Entwick­lung und Leistungen der Vereinsorganisation seit Abschluss der Genfer Konvention im Jahre 1864“ vor, bei dem es sich um die erste umfassende und materialgesättigte Gesamt­darstellung der Vereinigung handelte. Im Hinblick auf die Geschichte der Kranken­pflege kommen dabei vor allem den Bänden zwei und drei „Frauen-Hilfs- und Pflege-Ver­eine unter dem Roten Kreuz“ und „Kranken- und Mutterhäuser vom Roten Kreuz“ beson­dere Bedeutung zu.

Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) wurde der militärische Sanitätsdienst nach jahrzehnte­langer Vorbereitung erstmals in großem Um­fang von zivilem Pflegepersonal der soge­nannten freiwilligen Krankenpflege ergänzt. Diese wurde von staatlicher Seite zentral von einem Kaiserlichen Kommissar [Hans Hein­rich XI. von Pless (1833-1907) ?p] geleitet und vom Roten Kreuz und den Ritterorden (Johanniter, Malteser, St.-Georg-Orden) or­ganisiert. Nach den Ausführungen von Lud­wig Kimmle in seinem Buch „Das Deutsche Rote Kreuz im Weltkrieg“ (1919) stellte das Rote Kreuz allein 19.073 Krankenpflegerin­nen, wozu vermutlich auch die über das Rote Kreuz eingeschriebenen Schwestern der Be­rufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (B.O.K.D.) und anderer Pflege­verbände und die jüdischen Schwestern ge­hörten. Außerdem zählte Kimmle im Zeit­raum zwischen dem 1. August 1914 und dem 1. August 1918 insgesamt 47.068 Kranken­pfleger.

Die Bedeutung des Roten Kreuzes im Ersten Weltkrieg lag nach Einschätzung von Dieter Riesenberger (2002) nicht nur darin, dass es „einen entscheidenden Beitrag zur Bergung der Verwundeten und Kranken und deren Versorgung sowie zum Rettungsdienst leis­tete; sie lag auch darin, dass es ein Mobilisie­rungsinstrument war, das sich ebenso effizient wie unkritisch in den Dienst des Krieges stellte.“

Neben der Organisation der Kriegskranken­pflege engagierte sich Ludwig Kimmle bis kurz vor seinem Tod, er starb im Jahre 1933, auch indirekt in der praktischen Ausbildung der Krankenpflege, indem er seit 1920 das von Friedrich von Esmarch (1823-1908)  vorgelegte Buch „Die erste Hilfe bei plötzli­chen Unglücksfällen. Ein Leitfaden für Sama­riter-Schulen in 6 Vorträgen“ mehrfach in neuer Bearbeitung herausgab. Die Bedeutung und weite Verbreitung dieses Werkes zeigt sich darin, dass es im Jahre 1931 in der 50. Auflage erschien.


Literatur

Fischer, Isidor (Hrsg.): Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. Zu­gleich Fortsetzung des Biographischen Lexikons der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker. Band 1. Verlag Urban & Schwarzenberg. Wien 1932, Seite 518 (2. und 3., unveränderte Auflage 1962).

Kimmle, Ludwig: Beiträge zur Kenntnis der Keratitis parenchymatosa. Medizinische Dissertation, Frei­burg im Breisgau 1888. Schlitt Verlag. Bergzabern 1888 (45 Seiten).

Kimmle, Ludwig: Kriegschirurgen und Feldärzte in der Zeit von 1848-1868. Die Kriegschirurgen und Feldärzte Preußens und anderer deutscher Staaten in Zeit- und Lebensbildern, Teil 3 (Veröffentli­chungen auf dem Gebiet des Militär-Sanitätswe­sens, Heft 24). A. Hirschwald Verlag. Berlin 1904.

Kimmle, Ludwig: Das Sanitätskolonnenwesen vom Roten Kreuz in Deutschland. Beiträge aus seiner Geschichte und seinem Arbeitsgebiet. Festschrift zum 70. Geburtstag des 1. stellvertretenden Vorsit­zenden des Zentralkomitees der deutschen Vereine vom Roten Kreuz Gen. d. Inf. z. D. [Rudolph] von Viebahn. Heymann Verlag. Berlin 1908.

Kimmle, Ludwig (Hrsg.): Das Deutsche Rote Kreuz. Entstehung, Entwicklung und Leistungen der Ver­einsorganisation seit Abschluss der Genfer Kon­vention im Jahre 1864. Verlag Boll und Pickardt. Berlin 1910

Kimmle, Ludwig (Hrsg.): Das Deutsche Rote Kreuz. Centralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz, Landesvereine vom Roten Kreuz (Band 1). Verlag Boll & Pickardt. Berlin 1910.

Kimmle, Ludwig (Hrsg.): Das Deutsche Rote Kreuz. Frauen-Hilfs- und Pflege-Vereine unter dem Roten Kreuz (Band 2). Verlag Boll & Pickardt. Berlin 1910.

Kimmle, Ludwig: Das Deutsche Rote Kreuz. Kranken- und Mutterhäuser vom Roten Kreuz (Band 3). Verlag Boll & Pickardt. Berlin 1910.

Kimmle, Ludwig: Beiträge zur Kriegsheilkunde aus den Hilfsunternehmungen der deutschen Vereine vom Roten Kreuz während des italienisch-türki­schen Feldzuges 1912 und des Balkankrieges 1912/13. Herausgegeben vom Central-Komitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz [durch Lud­wig Kimmle]. Springer Verlag. Berlin 1914 (1.113 Seiten).

Kimmle, Ludwig / Nossig, Alfred / Colze, Leo (Hrsg.): Das Rote Kreuz. Die Bedeutung des deutschen und österreichischen Roten Kreuzes, sowie des Roten Halbmondes (Deutsche Kraft, Heft 6). Collignon Verlag. Berlin, München 1915 (28 Seiten).

Kimmle, Ludwig: Das Deutsche Rote Kreuz im Welt­krieg. H. Grund Verlag. Berlin 1919.

Kimmle, Ludwig (Hrsg.): Die erste Hilfe bei plötzli­chen Unglücksfällen. Ein Leitfaden für Samariter-Schulen in 6 Vorträgen. Von Friedrich von Es­march. Neu bearbeitet von Ludwig Kimmle. 50. Auflage. F. C. W. Vogel Verlag. Berlin 1931 (258 Seiten).

Riesenberger, Dieter: Das Deutsche Rote Kreuz. Eine Geschichte 1864–1990. Verlag Ferdinand Schö­ningh. Paderborn 2002, Seite 14.

Riesenberger, Dieter: Im Dienst des Krieges – im Dienst des Friedens. Zur Geschichte der Schwes­tern vom Roten Kreuz 1864-1918. In: Wolfgang U. Eckart, Christoph Gradmann (Hrsg.): Die Medizin und der Erste Weltkrieg (Neuere Medizin- und Wissenschaftsgeschichte: Quellen und Studien, Band 3). Centaurus-Verlags-Gesellschaft. 2. Auf­lage. Pfaffenweiler 2003, Seite 24-43 (1. Auflage 1996).

Riesenberger, Dieter: Den Krieg überwinden. Ge­schichtsschreibung im Dienste des Friedens und der Aufklärung. Mit einem Geleitort von Karl Holl (Geschichte & Frieden, Band 14). Donat Verlag. Bremen 2008, Seite 89-106.

Schomann, Stefan: Im Zeichen der Menschlichkeit. Geschichte und Gegenwart des Deutschen Roten Kreuzes. Deutsche Verlags-Anstalt. München 2013.

Schweikardt, Christoph: Die Entwicklung der Kran­kenpflege zur staatlich anerkannten Tätigkeit im frühen 29. Und frühen 20. Jahrhundert. Das Zu­sammenwirken von Modernisierungsbestrebungen, ärztlicher Dominanz, konfessioneller Selbstbe­hauptung und Vorgaben preußischer Regierungs­politik. Verlag Martin Meidenbauer. München 2008, Seite 33, 81, 85, 87 und 311.

Stölzle, Astrid: Kriegskrankenpflege im Ersten Welt­krieg. Das Pflegepersonal der freiwilligen Kran­kenpflege in den Etappen des Deutschen Kaiser­reichs (Medizin, Gesellschaft und Geschichte, Bei­heft 49). Franz Steiner Verlag. Stuttgart 2013, Seite 38.

www.de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Rotes_Kreuz [02.10.2014].

www.drk.de/ [02.10.2014].

www.drklauterberg.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=79&Itemid=144 (Die Ge­neralsekretäre des DRK) [02.10.2014].

Bildquelle: www.drklauterberg.de/cms/index.php?op tion=com_content&view=article&id=79&Itemid=144 [02.10.2014].

KIMMLE, Ludwig

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Hubert Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Hubert Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 146-147

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Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=435

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