fbpx
Jun 04, 2020 Last Updated 11:41 AM, May 20, 2020

Who was who in nursing history: KIESSELBACH, Luise
KIESSELBACH, Luise
Artikel von: Volker Klimpel
Erschienen in Band 7, Seite(n) 145-146.
 

Biographie

Der Schweizer Dichter Jakob Schaf-fner (1875-1944) schrieb einmal: „Ewig ist die Arbeit, das Werk des Men-schen; es wechseln nur die Hände“. Dieser Spruch wurde nach ihrem Tode auf dem Schreibtisch der Politikerin und Frau­enrechtlerin Luise Kiesselbach gefun-den. Jahrgang 1863, wurde sie von Kaiser-reich, Erstem Weltkrieg (1914-1918), Revo-lution und Weimarer Republik geprägt. Schon als zwölfjährige Tochter eines früh ver-witweten Realschuldirektors in Hanau (Hes-sen) hatte sie sieben Geschwister zu betreuen. Luise heiratete den Professor der HNO-Heil-kunde in Erlangen, Prof. Wilhelm Kiessel-bach (1839-1902), nach dem ein Blutgefäß-geflecht an der Nasenscheidewand, Aus-gangsort häufigen Nasenblutens, bezeichnet ist. Nach dem Tod ihres Gatten widmete sich Luise Kiesselbach intensiv der Kranken- und Armenpflege und der Frauenbewegung. Seit 1909 übte sie den Beruf der Armenpflegerin aus. Von 1919 bis 1927 gehörte Luise Kies-selbach dem Stadtrat von München an, wo sie sich insbesondere für die Wohlfahrtspflege und Frauenangelegenheiten einsetzte. Schon 1914 hatte sie den „Stadtbund Münchner Frauenverbände“ gegründet. Von 1913 bis 1929 war Luise Kiesselbach Vorsitzende des „Vereins für Fraueninteressen“ in München, und auf ihre Initiative entstand in München das erste Kinder- und das erste Altersheim. Infolge ihres couragierten Eintretens für eine bessere personelle und technische Ausstattung der Krankenhäuser, ihrer besonderen Hingabe für in Not geratene alte Menschen und ihres Kampfes für das Recht der Frauen auf Bil­dung nannte man Luise Kiesselbach „Stadt-mutter“ von München. Nach der am 27. Januar 1929 in Ebenhausen bei Schäftlarn südlich von München Verstorbenen ist in der bayerischen Landeshauptstadt ein Platz und in Erlangen eine Straße benannt. Außerdem trägt ein Alten- und Pflegheim in München-Riem den Namen Luise Kiesselbachs.


Literatur

Angermayer, Erwin (Hrsg.): Große Frauen der Weltge­schichte. Tausend Biographien in Wort und Bild. Kaiser. Klagenfurt 1997, Seite 264.

www.de.wikipedia.org/wiki/Luise_Kiesselbach-15k.

Bildquelle: Angermayer, Erwin (Hrsg.): Große Frauen der Weltgeschichte. Tausend Biographien in Wort und Bild. Kaiser. Klagenfurt 1997, Seite 264.

KIESSELBACH, Luise

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Volker Klimpel. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Volker Klimpel, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 145-146

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=434

Statistik

Who was who: Liste aller Einträge