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Who was who in nursing history: KAUPP, Dorothea
KAUPP, Dorothea
Artikel von: Christine Auer
Erschienen in Band 7, Seite(n) 140-141.
 

Biographie

Dorothea Kaupp wurde am 30. August 1938 als Tochter des Kran-kenpflegers Johannes Kaupp und dessen Ehefrau Martha in der Universitätsstadt Tü-bingen geboren. Sie besuchte die Volks-schule im nahe gele-genen Metzingen und wurde zunächst Damenschneiderin. Ihr eigentlicher, dem Vorbild des Vaters entnommener, Berufs-wunsch war es allerdings, Krankenschwester werden zu können und diesen Wunsch erfüllte sie sich denn auch an der Kranken-pflegeschule des Karl-Olga-Kran­kenhauses in Stuttgart, wo sie 1967 als Kran­kenschwester examiniert wurde. Bereits vier Jahre zuvor, am 1. Oktober 1963, war sie als Jung-schwester in das Mutterhaus der Ol­gaschwestern eingetreten und wurde im Jahr 1969 als Diakonisse mit einem Spruch aus dem Johannesevangelium (Joh. 14,6) einge­segnet. Für ihre Losungsfrömmigkeit spielte dieser Spruch immer eine große Rolle. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) gab es für viele junge Frauen in Deutschland keine Ehemänner und die Mut­terhäuser erlebten eine (vorläufig letzte) große Zulaufwelle. Ob Dorothea Kaupp, neben ih­rem Interesse an der Krankenpflege, auch einen solchen Beweggrund hatte, als sie in das Mutterhaus der Olgaschwestern eintrat, sei dahingestellt.

Dorothea Kaupp ließ sich zweimal als Pfle­gemanagerin an der Schwesternhochschule der Diakonie in Berlin weiterbilden. Im Jahr 1972 absolvierte sie daselbst einen Stations­leitungskurs, dem sie in den Jahren 1977-1978 einen Weiterbildungskurs als Pflege­dienstleiterin folgen ließ. Diese Weiterbildung ermöglichte es ihr, den Posten der Pflege­dienstleiterin am Karl-Olga Krankenhaus (das sogenannte „Olgäle“) fünfzehn Jahre lang auszufüllen (1978-2000). Sie war die letzte aktive Diakonisse in diesem Krankenhaus und sorgte für ein klares diakonisches Profil, das sie auch im innerbetrieblichen Projekt „Hu­manisierung des Krankenhauses“ zum Aus­druck brachte. Im Jahr 1998 wurde sie zudem als Oberin des Mutterhauses der Ol­gaschwestern berufen. Damit erwuchs ihr eine nicht einfache Aufgabe. Nach den Blütezeiten des Mutterhauses nach dem Zweiten Welt­krieg bewegte sich nun die Zahl der neu ein­gesegneten Diakonissen praktisch gegen Null und es galt, den Mitschwestern, trotz dieser Entwicklung, eine gute Versorgung im Alter zu ermöglichen. Erste Wohnappartements im Mutterhaus mussten nun fremdvermietet wer­den, was für das Zusammengehörigkeitsge­fühl der Diakonissen untereinander Probleme aufwarf. Eine Erweiterung der Schwestern­schaft durch Aufnahme auch nicht als Diako­nisse eingesegneter Frauen und Männer er­folgte durch die Assoziation der „Diakoni­schen Schwestern und Brüder“ des Mutter­hauses.

Dorothea Kaupp hatte starkes Interesse an historischen Themen, vor allem an der Ge­schichte des Christentums, an Römischer Ge­schichte sowie an der Geschichte der Etrus­ker. Mit ihren Mitschwestern unternahm sie deshalb gerne Reisen nach Italien und logierte mit ihnen in der Kaiserswerther „Ferienvilla Hilda“ in Anguillara am See von Bracciano. In dieser Ferienvilla übernahm sie als zusätz­liche Aufgabe die Hausmutterstelle. Das Dia­konissenmutterhaus der Olgaschwestern ge­hört zum Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissen-Mutterhäuser e.V. und so ließen sich in dieser Ferienvilla auch Verbindungen pflegen zu Diakonissen anderer Mutterhäuser dieses Verbandes.

Dorothea Kaupp verstarb am 10. Oktober 2012 in Stuttgart überraschend mit 74 Jahren, nachdem sie tags zuvor noch ihr Amt als Obe­rin wahrgenommen hatte. Sie wurde auf dem Stuttgarter Bergfriedhof bestattet.

Die Anfänge der Olgaschwesternschaft gehen auf das württembergische Königspaar, Karl I. (1823-1891) und seine Ehefrau Olga zurück.


Literatur

Diakonissenmutterhaus der Olgaschwestern in Stuttgart e.V.: Olgabrief. Nachrichten aus dem Diakonis­senmutterhaus der Olgaschwestern in Stuttgart, No­vember 2012, Seite 1, 6-7.

Diakonissenmutterhaus der Olgaschwestern in Stuttgart e.V.: Olgabrief. Nachrichten aus dem Diakonis­senmutterhaus der Olgaschwestern in Stuttgart, März 2013, Seite 4-5.

Bildquelle: Diakonissenmutterhaus der Olgaschwes­tern in Stuttgart.

KAUPP, Dorothea

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Christine Auer. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Christine Auer, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 140-141

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=430

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