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Who was who in nursing history: JOHNSON, Gisle Christian
JOHNSON, Gisle Christian
Artikel von: Volker Klimpel
Erschienen in Band 7, Seite(n) 132-133.
 

Biographie

Die moderne Krankenpflege in Norwe­gen war primär ein Ergebnis einer reli­giösen Bewegung. Die so genannte Er­weckungstheologie mit Gisle Johnson an der Spitze führte in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu ei­nem Wiederaufleben und zur Verbreitung der christlichen Caritas im ganzen Land. Gisle Christian Johnson wurde am 10. September 1822 in Fredrikshald (heute Halden) geboren und hatte isländische Vorfahren. Er wuchs in der südnorwegischen Hafenstadt Kristiansand auf, wo sein Vater Hafendirektor war, und besuchte dort die Kathedralschule, die sich durch eine Verbin­dung von Lutheranertum, Pietismus und klas­sischer Bildung auszeichnete. Nach dem Abitur studierte Johnson Theologie an der Universität von Kristiania (Oslo) und ver­brachte als Stipendiat einige Semester in Ber­lin, Leipzig, Heidelberg und Erlangen. Seit 1849 Lektor an der Theologischen Fakultät von Kristiania, wurde Johnson 1860 an dieser Universität zum Professor für Systematische Theologie, später auch der Pädagogik, beru­fen. Johnson, ein scharfer Gegner des Sek­tenwesens und Kritiker des Kirchenpolemi­kers Sören Kierkegaard (1813-1855), war als orthodoxer Dogmatiker und Pietist nicht un­umstritten. Von Relevanz ist an dieser Stelle jedoch sein Wirken als Förderer der Kranken­pflege. Am 22. Januar 1855 gründete Johnson die „Vereinigung zur Inneren Mission“ in Kristiania, mit der die diakonische Bewegung in Norwegen ihren Anfang nahm, gefolgt 1868 von der „Lutherstiftung“. Im gleichen Jahr wurde, wieder unter maßgeblicher Mit­wirkung von Johnson, das erste Diakonissen­haus und die erste Krankenpflegeschule Nor­wegens (im heutigen Oslo) gegründet. Aufbau und Organisation der Krankenpflege richteten sich am Kaiserswerther Vorbild von Theodor Fliedner (1800-1864)  aus. Aus beschei­denen Anfängen – begonnen wurde mit zwei Diakonieschwestern – entwickelte sich eine umfassende Kranken-, Kinder- und Alten­pflege, Lehrschwestern wurden etabliert und Probeschwestern zur spezialisierten Ausbil­dung an die Chirurgische Universitätsklinik in Kristiania geschickt. Bis 1874 wurden mehr als 53 examinierte Krankenschwestern in den Pflegedienst entlassen. Johnson als langjähri­ger Leiter der Inneren Mission in Norwegen sorgte dafür, dass auch in Städten wie Stavanger, Bergen, Trondheim, Lillehammer und Tromsö diakonische Einrichtungen ent­standen und norwegische Krankenschwestern in Übersee tätig wurden. Aufopferungsvoll, wie es sie Johnson gelehrt hatte, kümmerten sie sich um die Aussätzigen. Diese Zeit brachte so hervorragende Krankenschwestern wie Henriette Bärnholdt (1820-1867) und Cathinka Guldberg (1840-1919)  hervor. Mit letzterer arbeitete Johnson eng zusam­men. Johnson wurde in der christlichen Be­völkerung als „Handlanger Gottes“ und „Aug-apfel Gottes“ verehrt. Nach dem Vorbild der Diakonie entstanden ab 1890 auch nicht­kirchliche Pflegeeschulen wie die vom Nor­wegischen Roten Kreuz oder der Norwegi­schen Frauenvereinigung. Die ersten staatli­chen Krankenpflegeschulen öffneten 1900 in Kristiania und Bergen ihre Pforten. Gisle Johnson war am 17. Juli 1894 im Alter von 72 Jahren auf der Insel Nötteröy in Oslo-Fjord gestorben. Er hatte 1866 den St.-Olavs-Orden und 1879 die Ehrendoktorwürde der Univer­sität Kopenhagen erhalten. Obwohl Johnson im Gegensatz zu den zahlreichen theologi­schen Werken keine pflegerelevanten Schrif­ten hinterlassen hat, wäre es wohl ohne sein nachhaltiges praktisches Wirken nicht 1912 zur Gründung der „Norwegian Nurses Association“ durch Bergljot Larsson (1883-1968) und nicht 1925 zur Einrichtung der ersten Weiterbildungsschule für Kranken­schwestern und Sozialarbeiterinnen durch diese Organisation gekommen.


Literatur

Gjersvik, Ingeborg: A Heart of Compassion. How Nursing Started in Norway. In: Journal of Christian Nursing 14. Jg., 1997, Nr. 4, Seite 12-13.

Halvorsen, Jens Braege / Tharanger, Absalom: John­son, Gisle Christian. In: Salmonsens Konverstions­leksikon. Folagsbokhandel Kopenhagen. Kopenha­gen 1922. Band. 13, Seite 137-139.

Larsen, Öivind / Olsen, Bent Olav (Ed.): The Shaping of A Profession. Physicians in Norway. Past and Present. Science History Publications. Canton / USA 1996, Seite 82 und Seite 317.

Nissen, Rikke: Norwegische Bilder aus der Geschichte der weiblichen Diakonie nebst anderen Liebens­werken. 2. Auflage. Julius Drescher’s Verlag. Leip-zig 1887.

www.de.wikipedia.org/wiki/Gisle_Johnson [05.11. 2012].

www.runeberg.org/salmonsen/2/13/0145.html [05.11. 2012].

www.snl.no/.nbl_biografi/Gisle_Johnson/utdypning_%E2%80%93_1 [09.11.2012].

Bildquelle: www.de.wikipedia.org/wiki/Gisle-Johnson

JOHNSON, Gisle Christian

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Volker Klimpel. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Volker Klimpel, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 132-133

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=426

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