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Who was who in nursing history: HANZLÍKOVÁ, Alžbeta
HANZLÍKOVÁ, Alžbeta
Artikel von: Vlastimil Kozoň
Erschienen in Band 7, Seite(n) 107-109.
 

Biographie

Alžbeta Hanzlíková gehört zu den wich­tigsten Vertreterin­nen der modernen Pflege und Pflege­wissenschaft in der Slowakei. Sie wurde am 14. März 1935 in Rosenberg (slowa­kisch: Ružomberok) in der Familie Reindl als zweites von drei Kindern geboren. Die junge Alžbeta war eine ausgezeichnete Schülerin. Sie konnte aber nicht die zweite Stufe des Gymnasiums weiter besuchen. Ihre ältere Schwester Judita, die Medizin studiert hat, erwähnte, dass ihr Vater, der als Invalider aus dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) kam, anders entschieden hatte. Er war damals sehr krank und wollte sicher­gehen, dass seine zweite Tochter „schneller Brot in ihren Händen hat“. Alžbeta besuchte deshalb nach dem Willen ihres Vaters die neu eröffnete Pflegeschule in Rosenberg, wo sie auch im Jahr 1953 ihr Examen abgelegte. Bis 1961 arbeitete sie als Krankenschwester in der klinischen Praxis, anfangs an der chirurgi­schen Abteilung des Krankenhauses in Ro­senberg und dann in Turz-Sankt Martin (slo­wakisch: Martin). Diese Erfahrungen aus der klinischen Praxis waren eine gute Grundlage für ihre weitere berufliche Laufbahn.

Auch wenn sie in der klinischen Pflegepraxis sehr gerne arbeitete, wollte sie nicht nur wei­tere praktische Kenntnisse sammeln, sondern sich beruflich weiterentwickeln. Sie entschied sich daher für das Studium zur Pflegelehrerin. 1962 beendete sie das Fachbildungsseminar in Prag und begann als Lehrerin an der Pflege­schule in Martin ihre pädagogische Laufbahn. Sie nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, als eine der Ersten, ein Fernstudium an der Comenius-Universität in Preßburg (slowa­kisch: Bratislava) zu beginnen. Damals war ein Studiengang der Psychologie – Kranken­pflege neu eröffnet worden. Es war das erste Mal, dass man die Pflege als Studienfach an der Universität in der Slowakei eingerichtet hatte. Alžbeta Hanzlíková absolvierte erfolg­reich das Studium auf Magisterebene 1966 als eine der ersten 16 Absolventinnen. Das Thema ihrer Diplomarbeit lag ihrem früheren Praxisgebiet nahe und war der Thematik „Psychologie des chirurgischen Patienten“ gewidmet.

Alžbeta Hanzlíková übte den Beruf als Lehre­rin nicht nur an der Pflegeschule in Martin (1962-1991), sondern auch als Hochschulleh­rerin von 1991-2000 an der Jessenius Medizi­nischen Fakultät in Martin und später bis 2012 auch als Dozentin an weiteren Univer­sitäten in der Slowakei und auch in Tsche­chien aus.

Der Fall des Kommunismus in der Tschecho­slowakei im Jahre 1989 und die folgenden gesellschaftspolitischen Veränderungen boten ihr bessere Voraussetzungen, um ihre Fähig­keiten für die professionelle Pflege auf der universitären Ebene voll anzuwenden. So bemühte sie sich seit 1990 unermüdlich an der Jessenius medizinischen Fakultät in Martin darum, in der damaligen Tschechoslowakei erstmals ein selbstständiges Studienfach Pflege zu etablieren. Sie war dort in den Jah­ren von 1992 bis 2000 die Leiterin des Insti­tutes für Pflegewissenschaft und hat den Lehrplan der Pflegebildung von einem bio­medizinischen zu einem pflegerischen Modell modifiziert. Für die Entwicklung der moder­nen Pflege in der Slowakei nutzte sie die Er­fahrung und das Wissen von ihren Studien­aufenthalten an den Universitäten in Gronin­gen (NL), Manchester (UK), Portland (USA) und Cork (IRL). Sie war an internationalen pflegerelevanten Projekten beteiligt. In Irland war es das Projekt für Gesundheitswesen-Ma­nagement und in Schottland ein Kooperati­onsprojekt zwischen Hochschulen, die für das Gesundheitswesen ausbilden. Sie wirkte auch an der Arbeitsgruppe NEXT-Studie mit, die Untersuchungen in zehn europäischen Län­dern durchführte, aktiv mit. Dabei wurden die Einstellungen zur Gesundheit der erwachse­nen Bevölkerung im Jahr 2000 in der Slowa­kei untersucht. Ihre fachliche Tätigkeit war erfolgreich auch in der Slowakischen Pflege­kammer (SKSaPA), wo sie zum Beispiel die Aktivitäten bei der Umsetzung der Internatio­nalen Klassifikation der Pflegepraxis – ICNP Projekt in der Slowakei koordinierte.

Alžbeta Hanzlíková, die auch eine ausge­zeichnete Referentin war, habilitierte sich 2007 an der Universität von Südböhmen in Budweis im Bereich Pflegewissenschaft. Sie pflegte aktiv berufliche Kontakte in allen Ländern Mitteleuropas, insbesondere in Un­garn, Tschechien und Österreich. Als Refe­rentin war sie an mehreren Universitäten ak­tiv. In der Slowakei an der Alexander Dubcek Universität in Trentschin, an der Katholischen Universität in Rosenberg und insbesondere an der St. Elisabeth Universität in Preßburg. In Tschechien pflegte sie enge Kontakte zu den Universitäten in Prag, Brünn, Ostrau, Olmütz und Budweis.

Seit 2002 vertrat Alžbeta Hanzlíková die Slowakei als Mitglied der Arbeitsgruppe für die Zusammenarbeit in Bildung und Ent­wicklung der Pflege in den Regionen des Karpatenbeckens in der ungarischen Nyíregyháza. Sehr enge berufliche Kontakte hatte sie auch zur Universität in Pécs, wo sie die Entwicklung der Pflegewissenschaft in­tensiv unterstützte. In Österreich knüpfte sie die ersten fachlichen Kontakte mit der Pflege­schule am Rudolfinerhaus in Wien und wurde regelmäßige Teilnehmerin und Vortragende an den Pflegekongressen der Österreichischen Gesellschaft für vaskuläre Pflege. Von dieser Fachgesellschaft wurde ihr 1999 die Ehren­mitgliedschaft verliehen und 2011 auch die höchste Auszeichnung, die Goldene Ehrende­koration, überreicht. Sie vertrat die slowaki­sche Pflege im Ausland immer würdevoll und fachlich ausgezeichnet.

Ihre Publikationstätigkeit ist umfangreich. In den Jahren von 1993 bis 2012 veröffentlichte Alžbeta Hanzlíková mehr als 150 Publikatio­nen. Sehr fundierte Arbeiten widmete sie da­bei der gerontologischen Pflege, der Pflegebe­ratung, der Pflegegeschichte und der kommu­nalen Pflege. Die letzte Monographie „Pro­fessionelle Pflege und ihre Regulation“ bein­haltet ein modernes Konzept der professio­nellen Pflege. Letztmalig wurden ihre Ideen im Buch „Pflege – 50 Jahre der universitären Bildung in der Slowakei“ 2012 veröffentlicht.

In der professionellen Kommunikation nutzte Alžbeta Hanzlíková aktiv neben Slowakisch auch Ungarisch, Tschechisch, Russisch, Eng­lisch und Deutsch. Sie als Polyglotte konnte deshalb die Thematik der Pflegebegriffe in verschiedenen Sprachen in Mitteleuropa sehr gut klären und die Fachbeiträge wurden in diesen Ländern in angepasster Form veröf­fentlicht.

Außer in der Pflege und der Pflegewissen­schaft engagierte Alžbeta Hanzlíková sich auch aktiv in der Hospizbewegung, wobei sie auf kommunaler Ebene jahrelang „Samariter“ als Betreuerinnen und Betreuer unterrichtete. Ihr war wichtig, die Facharbeit der Pflegen­den durch gut gebildete Betreuerinnen und Betreuer zu unterstützen.

Familiär führte Alžbeta Hanzlíková ein glückliches Leben mit dem Tierarzt MVDr. Vladimír Hanzlík, den sie 1955 geheiratet hatte und der ihre professionellen Bemühun­gen immer aktiv unterstützte. Gemeinsam haben sie drei Kinder Pavol, Alica und Rudolf liebevoll erzogen. Alžbeta Hanzlíková ver­starb am 12. April 2012 in Martin und wurde in Necpaly bei Martin begraben.

Univ.-Doz. PhDr. Alžbeta Hanzlíková, PhD. gehört zweifellos zu den wichtigsten Persön­lichkeiten der modernen Pflegewissenschaft in der Slowakei mit internationaler Bedeu­tung.


Literatur

Hanzlíková, Alžbeta: Profesionálne ošetrovateľstvo a jeho regulácia (Professionelle Pflege und ihre Re­gulation). Osveta Verlag. Martin 2011.

Bašková, Martina / Hanzlíková, Alžbeta / Kozoň, Vlastimil / Jankechová, Monika: Universitäre Pfle­gebildung als selbstständiges Studienfach an der Je­ssenius medizinischen Fakultät in Martin, Comenius Universität in Preßburg 1990-2012. In: Kozoň, Vlastimil et al.: Pflege – 50 Jahre der uni­versitären Bildung in der Slowakei. ÖGVP Verlag. Wien 2012, Seite 35-46.

Kozon, Vlastimil / Hanzlíková, Alžbeta / Betlehem, József / Jurásková, Dana / Walter, Ilsemarie: Be­rufsbezeichnungen der Fachpflege müssen der Pro­fession entsprechen In: Österreichische Pflegezeit­schrift, 63. Jg., Heft 4, 2010, Seite 10-13.

Kozoň, Vlastimil / Bašková, Martina (Hrsg.): Alžbeta Hanzlíková a rozvoj ošetrovateľstva (Alžbeta Hanzlíková und Entwicklung der Pflege). JLF UK Verlag. Martin 2015.

Bildquelle: Vlastimil Kozoň, Wien

HANZLÍKOVÁ, Alžbeta

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Vlastimil Kozoň. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Vlastimil Kozoň, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 107-109

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Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=417

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