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Who was who in nursing history: GERTRUD von Nivelles
GERTRUD von Nivelles
Artikel von: Volker Klimpel
Erschienen in Band 7, Seite(n) 113-114.
 

Biographie

Wie die Kranken­pflege im Mittelalter von den Klöstern ihren Ausgang nahm und sich auf sie stützte, ist in diesem Lexikon an Beispie­len wie Benedikt von Nursia (480-543) , Adelgundis von Maubeuge (630-684) , Hildegard von Bingen (1098-1179) , Mechthild von Magdeburg (1207-1282) , Birgitta von Schweden (1303-1373)  und anderen dargestellt worden. Eine weitere Protagonistin dieser Zeit ist Gertrud von Nivelles, welche die Ka­tholiken als Heilige verehren und die nicht mit Gertrud von Thüringen (1227-1297)  zu verwechseln ist. Nach ihrem Tod hat ein Mönch des von ihr geleiteten Klosters Nivel­les in Brabant um 670 eine Gertrud-Biogra­phie in lateinischer Sprache (Vitae sanctae Geretrudis) verfasst, die später durch weitere Texte ergänzt und auch ins Deutsche über­setzt worden ist. Im Jahre 857 wurde Gertrud von Nivelles heiliggesprochen.

Gertrud (Gertraud) wurde 626 nach Christus in Landen / Flämisch-Brabant als Tochter von Pippin dem Älteren (um 580-640), Hausmeier der Merowinger-Könige, und seiner Ehefrau Iduberga (Itta) (592-652) geboren. Sie hatte noch die Geschwister Bavo, Begga, auch sie Klostergründerin und Heilige, und Grimoald, Majordomus wie sein Vater, und war eine Ur-Ur-Großtante von Karl dem Großen. Im Alter von 12 Jahren sollte Gertrud nach dem Willen des Vaters verheiratet werden, verweigerte sich aber mehreren Freiern, zum Teil durch Flucht, und blieb zeitlebens ehelos. Mit 14 Jahren trat sie in die von ihrer Mutter 640 nach dem Tode Pippins gegründete Abtei Nivelles ein, die sie nach dem Ableben der Mutter selbständig leitete. Gertrud wird als keusch, asketisch, umgänglich, aber bestim­mend und sehr gebildet beschrieben. Ihre Mutter hatte ihr vor Eintritt in das Kloster den Kopf kahl geschoren. Ungewöhnlich für ihre Zeit konnte Gertrud lesen und schreiben, stu­dierte Liturgie und Kirchengeschichte. Als Äbtissin lag ihr besonders die Bildung und Erziehung junger Mädchen am Herzen, für die sie extra Bücher aus dem fernen Rom kommen ließ. Eine andere Passion Gertruds war die Betreuung von Kranken, Armen, Witwen, Pilgern und Gefangenen. Unter ihrer Leitung entstanden in Nivelles – beispielge­bend für das 7. Jahrhundert – mehrere Pflege- und Behandlungsabteilungen, Arzt-, Bade- und Sterbezimmer. Wandermönche aus Irland ließ sie ein Spital errichten und stellte einen Spitalmeister ein. Ihre Helferinnen, die sie einem strengen Reglement liturgischer und pflegerischer Unterweisungen unterwarf, rekrutierte Gertrud aus Schwestern- und Laienkreisen. Auch die Gründung der Bene­diktinerabtei im unterfränkischen Karlsberg geht – mit den gleichen karitativen Aufgaben wie Nivelles – auf Gertrud zurück. Als ihr zarter Körper, wie es heißt, aufgrund übermä­ßigen Fastens und unzähliger Nachtwachen bei den Siechen und Gebrechlichen selbst geschwächt und krank wurde, nahte das Ende der erst 33 Jahre alten Frau. Am 17. März 659 starb Getrud in Nivelles an den Folgen eines Schlaganfalls. Der 17. März ist bis heute ihr Gedenktag, Nivelles seit 659 ein Wallfahrts­ort. Getrud von Nivelles’ Popularität bleibt über die Jahrhunderte ungebrochen. Kirchen, Klöster und Krankenhäuser tragen ihren Na­men. Gertrud von Nivelles gilt als Patronin der Krankenhäuser, der Fürsorge für die Ar­men, Witwen und Reisenden, als Schutzherrin der Gärtner und des Ackerbaus. Nach ihr sind der Versöhnungstrank „Gertrudenminne“ und das „Gertrudenwasser“ als Gegenmittel gegen Ratten und Mäuse benannt. Auf der Gertrau­denbrücke am Spittelmarkt in Berlin, wo sich einst das Gertraudenspital befand, steht ein Denkmal, das Gertraud mit einem trinkenden Wandergesellen zeigt. Die Inschrift lautet: „Hei, wie das Nass / durch die Kehle rinnt / und der Bursche mit eins / wieder Mut ge­winnt. / Nun dankt er laut / Dir, heilige Ger­traud. / Ratten und Mäusgezücht / Machst du zunicht, / aber den Armen im Land / reichst du die Hand.“


Literatur

Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Verlag des Bibliographischen Instituts. Leipzig 1890. Band 7., Seite 192.

Neumann, Josef. N.: Krankenpflege. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil u. Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizin­geschichte. Walter de Gruyter Verlag. Berlin, New York 2005, Seite 793-794.

www.de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_Nivelles [06. 11. 2012]

www.heiligenlexikon.de/BiographienG/Gertrud_von_Nivelles [21. 10. 2012].

www.regionalgeschichte.net/bibliotghek/texte/biogra phien/gertrude.html [22. 10. 2012]

www.weyer-neustadt.de/content/DesktoDefault.aspx? [21. 10. 2012].

Bildquelle: www.commons.org/wiki/File:GertrudNi velles.jpg

GERTRUD von Nivelles

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Volker Klimpel. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Volker Klimpel, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 113-114

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=415

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