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Forschungswelten 2019

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Lernwelten 2018

Lernwelten 2018 18. internationaler wissenschaftlicher Kongress für Pflege- und ...

Who was who in nursing history: ECKERT, Marie
ECKERT, Marie
Artikel von: Hubert Kolling
Erschienen in Band 7, Seite(n) 63-65.
 

Biographie

Zur Evangelischen Diakonissenanstalt Stutt­gart, die heute eine kirchliche Stiftung bür­gerlichen Rechts mit Sitz in Stuttgart ist und im Jahre 2014 ihr 160-jähriges Bestehen fei­ern, gehören gegenwärtig noch etwa 130 Dia­konissen sowie zirka 380 Diakonische Schwestern und Brüder, die sich der Pflege von kranken und alten Menschen widmen. Die Einrichtung aus dem Jahre 1854, aus der das Diakonie-Klinikum Stuttgart sowie das evangelische Mörike-Gymnasiums Stuttgart hervorgingen, verdankt ihre Gründung nicht zuletzt dem Engagement der Stuttgarter Kaufmannsfrau Charlotte Luise Reihlen (ge­borene Mohl) . Vorbild war dabei die 1836 durch Theodor Fliedner (1800–1864)  gemeinsam mit seiner Frau Friederike (1800–1842)  und nach deren Tod mit seiner zweiten Frau Caroline (1811–1892)  gegründete Kaiserswerther Diakonie bei Düsseldorf

Zu den ersten Schwestern gehörten Marie Eckert, Sophie Zillinger (1820-1908)  und Mina Scheible, die ihre Ausbildung in der Diakonissenanstalt von Pfarrer Franz Hein­rich Härter (1797-1874)  in Straßburg erhielten. Am 25. August 1854 von dort zu­rückgekehrt, bezogen sie das erste Mutterhaus in der Büchsenstraße 28, wobei das Gebäude einst Herzog Ludwig 1587 als Hofhospital gestiftet hatte. Die offizielle Eröffnung der Diakonissenanstalt Stuttgart fand dann einige Monate später, am 17. März 1855 statt.

Zur ersten Oberin wurde am 21. Mai 1857 Marie Eckert ernannt. Ihre Nachfolgerinnen im Amt wurden 1866 Sophie Zillinger, 1894 Marie Gräfin von Taubenheim (1843-1919) , 1917 Elisabeth Freiin von Woellwarth-Lauterburg (1872-1934), 1936 Martha Jetter (1893-1959), 1960 Gertrud Thomä (1905-1995), 1971 Sigrid Hornberger (Jahrgang 1926), 1991 Hanna Ziegler (Jahrgang 1945) und 2002 Ursel Pfeile (Jahrgang 1944). Von der Oberin – die in den Anfangsjahren „Ober­schwester“ und später im Alltag die Bezeich­nung „Hausmutter“ trug – wurde erwartet, sich jeder einzelnen Schwester zu widmen und gleichzeitig die Zielrichtung der diakoni­schen Arbeit nicht aus dem Blick zu verlieren. Sie sollte dabei den Diakonissen „Schwester und Mutter“ sein.

Im Jahre 1871 wurde mit Karl Philipp Hoff­mann (1822-1912)  erstmals das Amt eines Vorstehers besetzt, dem neben seinen Betreuungsaufgaben bezüglich der Diakonis­sen noch die Verwaltung des Besitzes und die Vertretung den Behörden gegenüber oblagen. Er wohnte im Mutterhaus und stellte zusam­men mit der Oberin den „Hausvorstand“.

Die neue Anstalt erfreute sich bald eines re­gen Zuspruchs. Im Jahre 1866 wurde ein neues Gebäude bezogen, zu dem später eine eigene Kirche und eine Pfarrerwohnung ka­men. Nachdem die Zahl der Diakonissen auf 40 gestiegen war, erfolgte 1896 ein weiterer Umzug, in die Rosenbergstraße 40, wo zehn Jahre später auch das große Wilhelmspital errichtet wurde. Die Diakonissen, die nun über ein separates Mutterhaus mit 100 Zim­mern verfügten, arbeiteten sowohl in den Krankenhäusern Stuttgarts als auch in der Gemeindekrankenpflege. Am 4. Januar 1895 hatte Paul von Sick (1836-1900) , der mit der Anstalt fünfzehn Jahre aufs engste ver­bunden war und unter anderem 1884 das in zahlreichen Auflagen erschienene Lehrbuch „Die Krankenpflege in ihrer Begründung auf Gesundheitslehre mit besonderer Berücksich­tigung der weiblichen Krankenpflege“ veröf­fentlicht hatte, die „Vorträge über Kranken­pflege in der evangelischen Diakonissenan­stalt zu Stuttgart“ mit dem Beitrag „Heilungs­gesetze in der Natur- und Geisteswelt“ eröff­net. In den 1920er Jahren zählte die Diakonis­senanstalt Stuttgart rund 1.200 Schwestern.

Marie Eckert starb am 19. August 1866 im Alter von 39 Jahren. „Was unsere Anstalt verlor, als sie […] von ihrem langen, heißen Leiden erlöst wurde, wissen diejenigen, wel­che Gelegenheit hatten, sie kennen zu lernen. Mit allem Ernst und großer Treue hat sie die Gaben benützt, die ihr der Herr für ihr Wirken in besonders reichem Maß verliehen hatte“, schrieb Pfarrer Otto Ris im Jahre 1929 in sei­ner zum 75-jährigen Jubiläum der Evangeli­schen Diakonissenanstalt Stuttgart Einrich­tung veröffentlichten Festschrift.


Literatur

Denkschrift zur fünfzigjährigen Jubelfeier der Evange­lischen Diakonissen-Anstalt in Stuttgart 1854-1904. Diakonissenanstalt Stuttgart. Stuttgart 1904.

Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart, Mutter­hausarchiv (Rosenbergstraße 40, D-70176 Stutt­gart): Schriftliche Mitteilung an den Verfasser vom 8. Oktober 2008.

Hoffmann, Carl: Haus- und Berufs-Ordnung der Evan­gelischen Diakonissenanstalt in Stuttgart. 3. Auf­lage. Steinkopf Verlag. Stuttgart 1921 (191 Seiten).

[Hundert] 100 Jahre Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart. Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart 1854-1954. Stuttgart 1954.

[Hundertzwanzig] 120 Jahre Evangelische Diakonis­senanstalt Stuttgart. Evangelische Diakonissenan­stalt Stuttgart. Stuttgart 1974.

[Hundertvierundzwanzig] 124 Jahre Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart. Evangelische Diako­nissenanstalt Stuttgart. Stuttgart 1978.

[Hundertfünfundzwanzig] 125 Jahre Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart. Evangelische Diako­nissenanstalt Stuttgart. Stuttgart 1979.

[Hundertsechsundzwanzig] 126 Jahre Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart. Evangelische Diako­nissenanstalt Stuttgart. Stuttgart 1980.

Kittel, Andrea: Diakonie in Gemeinschaft. 150 Jahre Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart 1854-2004. Herausgegeben von Friedrich G. Lang. Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart. Stuttgart 2004.

Ris, Otto: Die evangelische Diakonissenanstalt in Stuttgart 1854-1929. J. F. Steinkopf Verlag. Stutt­gart 1929.

Pfaender Maria: Kriegserlebnisse von Schwestern der Diakonissenanstalt Stuttgart 1914-1918. Gesammelt von Maria Pfaender. Verlag des Evangelischen Vereins. Kaiserslautern 1938.

Schmidt, Jutta: Beruf: Schwester. Mutterhausdiakonie im 19. Jahrhundert (Reihe Geschichte und Ge­schlechter, Band 24). Campus-Verlag. Frankfurt am Main, New York 1998 (zugleich Dissertation, Uni­versität Heidelberg 1995).

Schulz, Ilse: Schwestern, Beginen, Meisterinnen. Hy­gieias christliche Töchter im Gesundheitswesen ei­ner Stadt [Ulm]. Ein Beitrag zur Geschichte der Pflege und Heilkunde. Universitätsverlag Ulm. Ulm 1992, Seite 121 und Seite 132-133.

Sick, Paul: Heilungsgesetze in der Natur- und Geistes­welt. Zur Eröffnung der Vorträge über Kranken­pflege in der evangelischen Diakonissenanstalt zu Stuttgart, 4. Januar 1895. Steinkopf Verlag. Stutt­gart 1895 (8 Seiten).

www.de.wikipedia.org/wiki/Diakonissenanstalt_Stuttgart [15.10.2014].

www.diak-stuttgart.de [15.10.2014].

www.diak-stuttgart.de/die-gemeinschaft/gemeinschaft-diakonischer-schwestern-und-brueder/ [15.10. 2014].

www.diakonie-klinik.de/ueber-uns/geschichte.html [21.10.2014].

ECKERT, Marie

Version vom: 
2017-10-20

Zitation

Hubert Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Hubert Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 7. hpsmedia, 2017. S. 63-65

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=401

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