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Apr 10, 2020 Last Updated 9:39 AM, Jan 14, 2020

Who was who in nursing history: Margareta von Ungarn
Margareta von Ungarn
Artikel von: Hubert Kolling
Erschienen in Band 4, Seite(n) 186-187.
 

Biographie

Jeder Budapest-Besucher kennt die Margareteninsel. Sie hat ihren Namen zu Ehren der vom Volk hochverehrten ungarischen Königstochter. Margareta (auch Margarita), die um das Jahr 1242 auf der Burg von Klissza bei Split (heute Kroatien) geboren wurde, war die Tochter König Bélas IV. von Ungarn und der Maria Lascaris, Nichte der heiligen Elisabeth von Thüringen (1207-1231) . Sie hatte zwei Brüder: Bela, der frühzeitig starb, und Stephan, der als der fünfte dieses Namens dem Vater in der Regierung folgte. Ihre Schwestern waren: Kinga (Cunegundis), Anna, Constantia, Jolenga und Elisabeth.

Nachdem ihre Eltern, als die Tartaren in Ungarn und Pannonien eindrangen und das Land zu verwüsten drohten, in der Festung Dalmata belagert wurden, legten sie ein Gelübde ab: Sie wollten das Kind, das sie erwarteten, Gott weihen, damit Ungarn und Pannonien vor weiteren Zerstörungen verschont bliebe. Nach der Geburt ihrer Tochter nannten sie diese Margareta. Sie erfüllten ihr Versprechen und brachten ihr Kind – im Alter von vier Jahren – 1246 ins Dominikanerkloster Veszpém. Mit 12 Jahren trat Margareta in ein neues Kloster ein, das ihr Vater auf einer Donauinsel, der heute nach ihr benannten Margareteninsel, bei Buda (heute Budapest) hatte errichten lassen. Dort legte sie zugleich in die Hände des Ordensmeisters Humbert von Romans die Profess ab, 1261 ihre Jungfrauenweihe. Der Überlieferung nach wies sie drei Heiratsanträge – von Herzog Boleslaus dem Frommen von Polen, dem verwitweten König Carl von Sizilien und dem König von Böhmen – ab. Margareta soll ein strenges Büßerleben geführt und heroisch bis zu ihrem Lebensende am 18. Januar 1270 Schwerstkranke gepflegt haben.

Schon bald nach ihrem Tod verehrte sie das ungarische Volk wie eine Heilige. Bereits 1276 seliggesprochen erfolgte ihre Heiligsprechung durch Papst Pius XII. (1876-1958) am 19. November 1943, am Feste der heiligen Elisabeth von Thüringen. Dieser äußerte sich dabei über Margareta: „Sie wurde von Herzen eine Jüngerin des Kreuzes und vergaß ihr königliches Elternhaus. [...] Stets ganz einfach gekleidet, fand sie Gefallen daran, niedrige Arbeiten zu tun, das Haus zu kehren, Schmutz zu beseitigen, Essen vorzubereiten und oft mit schweren Lasten beladen zu werden. Den kranken Mitschwestern, ja sogar den Mägden, bei denen die übrigen sich manchmal mit Krankheiten anzustecken fürchteten, diente sie mit solcher Liebe und einer solchen Hingabe, dass sie alle schweren und niedrigen Dienste sich selbst vorbehielt. In harten Bußen und Fastenübungen sowie ständig im Gebet wollte sie die Greueltaten der Kriege in ihrer Heimat sühnen.“

In der Kunst wird Margareta zumeist dargestellt als Nonne in der Tracht der Dominikanerinnen mit Lilie und die (abgelehnte) Krone zu ihren Füßen; manchmal ist ihr Mantel auf Gemälden mit Sternen bedeckt. Schöne Darstellungen von ihr gibt es in den Kirchen Sankt Domenico in Perugia, Sankt Agostino in San Gimignano und Sankt Maria sopra Minerva in Rom. Ihr kirchlicher Gedenktag ist der 18. Januar.


Literatur

Dammer, Inga / Adam, Birgit: Das große Heiligenlexikon. Patronate, Gedenktage, Leben und Wirken von mehr als 500 Heiligen. Seehamer. Weyarn, Augsburg 1999, Seite 213-214.

Lechner, Odilo / Schütz, Ulrich: Mit den Heiligen durch das Jahr. Zweite Auflage. Herder. Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 1988, Seite 25.

Lohrum, Meinolf: Margareta von Ungarn. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Sechster Band. Begründet von Michael Buchberger. Dritte, völlig neu bearbeitete Auflage. Herausgegeben von Walter Kasper mit Konrad Baumgartner [u.a.]. Herder. Freiburg, Basel, Rom, Wien 1997, Spalte 1316.

Sauser, Ekkart: Margarita von Ungarn. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XIV. Begründet und herausgegeben von Friedrich Wilhelm Bautz. Fortgeführt von Traugott Bautz. Traugott Bautz. Herzberg 1998, Spalte 1238-1240.

Schauber, Vera / Schindler, Hanns Michael: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf. Aktualisierte Neuauflage. Pattloch. München 2001, Seite 26.

Wetzer und Welte´s Kirchenlexikon oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihre Hülfswissenschaften. Zweite Auflage. Begonnen von Joseph Hergenröther, fortgesetzt von Franz Kaulen. Achter Band. Herder. Freiburg im Breisgau 1893, Spalte 679-699.

Wilms, Hieronymus: margit Arpad, die Heilige des Aufbaus. Walberberg 1947.

www.eckhart.de/frauen.htm.

www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Margareta_von_Ungarn.html.

www.heiligenlexikon.de/Stadler/Margareta_von-Ungarn.html.

www.katolsk.no/biografi/mungarn.htm.

Bildquelle: www.katolsk.no.

Margareta von Ungarn

Version vom: 
2012-01-20

Zitation

Hubert Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Hubert Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 4. hpsmedia, 2012. S. 186-187

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=196

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