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Who was who in nursing history: MAGALLON, Paul de
MAGALLON, Paul de
Artikel von: Hubert Kolling
Erschienen in Band 4, Seite(n) 185-186.
 

Biographie

Der im 16. Jahrhundert von Johannes von Gott (1495-1550)  gegründete Orden der Barmherzigen Brüder, der sich primär der Krankenpflege widmet, wurde alsbald zum Schrittmacher der Entwicklung des Krankenhauswesens und der Geisteskrankenpflege in Europa. Die Hospitalität des heiligen Johannes von Gott bestand darin, „im Kranken seinen Bruder und Nächsten zu sehen und zu dienen. Seine Hauptsorge war, den Kranken alles Notwendige für Leib und Seele zu beschaffen. [...] Dem Herrn seine Liebe in den Armen und Kranken zu erweisen, erfüllte ihn mit grenzenloser Freude.“ Während zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Orden nicht nur in Spanien und Italien zur Blüte kam, sondern auch in Frankreich (1602) und in Polen (1609) Eingang fand, ließen sich die Brüder darüber hinaus auch in Mittel- und Südamerika (1602), in Afrika (1681), in Indien (1685) und auf den Philippinen (1618) nieder. Der Orden war bis zum Jahr 1600 in Spanien und Italien auf 52 Hospitäler mit zirka 1.100 Betten angewachsen. In die Reihe bedeutender Vertreter der Glaubensgemeinschaft gehört etwa neben Pedro Soriano (1515-1588) , Gabriel Graf von Ferrara (1545-1627) , Eberhard Hack (1768-1845) , Franz-Xaver Markmiller (1800-1879) , Angelo Ercole Menni (1841-1914) , Raphael Meyer (1864-1953)  und Josef Kugler (1867-1946)  auch Paul de Magallon, mit dessen Name die Renaissance des Hospitalsordens in Frankreich – die Barmherzigen Brüder nennen sich dort „Fr?res Hospitaliers de Saint-Jean-de-Dieu“ – begann.

Paul de Magallon, am 1. Dezember 1784 geboren und am 14. Juli 1859 gestorben, widmete sich als ehemaliger Stabsoffizier Napoleons bereits mit jungen Männer der Krankenpflege und einem Leben in Gemeinschaft. Im Jahre 1823, im Alter von 39 Jahren, reiste er mit drei Gefährden nach Rom, um dort vor dem Ordensgeneral die Gelübde abzulegen. Nach der Rückkehr erhielt er 1824 von der Präfektur der Region Loire die Einwilligung, in der Nähe von Lyon eine psychiatrische Anstalt für Geisteskranke und körperlich Behinderte zu gründen.

Die notwendige Schule für die Pflege der Kranken hatte er ebenfalls eingeplant. Gestützt auf die Erkenntnisse des berühmten Psychiaters Philippe Pinel (1744-1826) legte er in der Theorie großen Wert auf Physiologie und Psychologie, in der Praxis auf Beschäftigungs- und Arbeitstherapie, verbunden mit ruhiger Behandlung und persönlichen Kontaktaufnahmen, mit Gesang und Musik sowie beliebten Spielen und leichten Sportarten.

In der Erkenntnis, dass noch mehr Anstalten dieser Art von Nutzen wären, dehnte Paul de Magallon mit staatlicher Genehmigung sein Werk im Lande aus. Schon 1825 entstand eine weitere psychiatrische Anstalt bei Lille und 1836 eine dritte in Dinan. Nun lenkte er seinen Sinn nach Paris. Da es in der Stadt an einer chirurgischen Klinik fehlte, kaufte er 1842 ein Hotel und richtete es als Klinik für Privatpatienten ein. 1858 gründete er, ebenfalls in Paris, eine orthopädische Anstalt für körperbehinderte Jungen. Ferner eröffnete er in Marseille ein Seniorenheim.

Beinah 100 Jahre fungierte die Krankenpflegeschule in Lyon als private Ausbildungsstätte der Hospitalbrüder. Nachdem 1922 durch das „Ministerium der Hygiene“ die ersten Bestimmungen mit Lehrplan für die Krankenpflegeschulen im französischen Staat erlassen worden waren, erhielten die Hospitalbrüder hierzu 1925 eine vorläufige Genehmigung, 1931 dann die staatliche Genehmigung.


Literatur

Cousson, Jean Caradec: Paul de Magallon d´Argens. Un promoteur de la Renaissance hospitalière et religieuse au XIXe siècle. E. Vitte. Lyon 1959.

Dreyfus, Paul: Infirnier par amour. Paul des Magallon (1784-1859). Restaurateur de l´ordre hospitalier de Saint-Jean-de-Dieu. Centurion. Paris 1993.

Pralon, Pierre: Paul de Magallon, capitaine et hospitalier. Desclée, de Brouwer et Cie. Lille 1893.

Strohmayer, Hermenegild: Krankenpflegeschulen im Hospitalorden des hl. Johannes von Gott. Johann von Gott. München 1988, Seite 92-93.

www.barmherzige.de.

Bildquelle: Strohmayer, Hermenegild: Krankenpflegeschulen im Hospitalorden des hl. Johannes von Gott. Johann von Gott. München 1988, Seite 92.

MAGALLON, Paul de

Version vom: 
2012-01-20

Zitation

Hubert Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Hubert Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 4. hpsmedia, 2012. S. 185-186

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=195

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