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Lernwelten 2018

Lernwelten 2018 18. internationaler wissenschaftlicher Kongress für Pflege- und ...

Who was who in nursing history: KOCH, Eugen
KOCH, Eugen
Artikel von: Hubert Kolling
Erschienen in Band 4, Seite(n) 157-159.
 

Biographie

Eugen Koch wurde am 1. Oktober 1899 in Zürich geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in seiner Heimatstadt studierte er in Zürich und Berlin Medizin. Nachdem er 1924 an der Universität Zürich mit einer Dissertation über das „Schicksal nach Meningitis meningococcica im Kindesalter“ zum Doktor der Medizin promoviert hatte, eröffnete er in Zürich eine ärztliche Praxis.

Neben seinem Beruf engagierte er sich zeitlebens in dem 1887 gegründeten „Samariterverein Zürich-Limmat“. Ziel des bis heute bestehenden Vereins ist, dazu beizutragen, dass jedem Verunfallten oder plötzlich Erkrankten zweckdienliche Erste Hilfe geleistet werden kann, weshalb für die Bevölkerung Nothilfe-, Samariter- und weitere Kurse durchgeführt werden. Zum Betätigungsfeld des Vereins gehörten dabei auch Kurse zur häuslichen Krankenpflege.

Neben medizinhistorischen und hygienisch-prophylaktischen Arbeiten, die er in diversen Zeitschriften veröffentlichte, schrieb Eugen Koch auch unzählige, leicht verständlich geschriebene Artikel zu aktuellen Anlässen und Begebenheiten in der Verbandszeitschrift „Der Samariter“. Erwähnt sei etwa eine Serie von 30 Folgen unter dem Titel „Berühmte Ärzte, von Imhotep bis Sauerbruch“, die 1975 erschien. 1949 hatte er den Gedichtband „Vom Arzt und seinen Patienten. Heiteres und Besinnliches“ vorgelegt. Im Hinblick auf die Krankenpflege kommt vor allem seinem 206 Seiten starken Buch „Die häusliche Krankenpflege“ besondere Bedeutung zu, das er im Auftrag des Schweizerischen Samariterbundes 1951 veröffentlichte. Der zunächst mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren gedruckte Band, der als offizielles Lehrbuch für die entsprechenden Kurse diente, erschien 1954 in der zweiten und 1962 in der dritten Auflage; ferner wurde es 1954 ins Französische und 1958 ins Italienische übersetzt. Bis dahin war in den entsprechenden Kursen unter anderen der von Dr. Friedrich Brunner (1858-1940)  verfasste „Grundriss der Krankenpflege. Leitfaden für den Unterricht in Diakonissenanstalten, Schwesternhäusern, Krankenpflegekursen“ benutzt worden.

Oberfeldarzt Oberstbrigadier Meuli hat zu der Veröffentlichung von Eugen Koch ein Vorwort beigesteuert. Dessen Ziel ist demnach, „Frauen und Töchter, aber auch Männer zu veranlassen, Samariterkurse und Kurse für häusliche Krankenpflege zu besuchen, damit möglichst viele Menschen das nötige Wissen und Können auf diesem Gebiete sich aneignen. Es hat den großen Vorteil, daß ihm eine sehr große praktische Erfahrung des Verfassers als Leiter von zahlreichen Kursen zu Grunde liegt, und daß sich sein Inhalt auf das Wesentliche beschränkt und es in einfacher, leicht verständlicher Form darbietet.“

Einleitend weist Eugen Koch darauf hin, dass die häusliche Krankenpflege die „Berufspflege“ nie ersetzen kann. Die Kurse für häusliche Krankenpflege seien aber von großem Nutzen für die Gesamtheit des Volkes: „Von einem Tag auf den andern kann man in die Lage kommen, erkrankte Familienmitglieder oder Bekannte pflegen zu müssen. In Epidemiezeiten wird man über jede Frau und jeden Mann froh sein, die imstande sind, hier einspringen zu können. Aber auch in normalen Zeiten stehen uns leider viel zu wenig Krankenschwestern und Pfleger zur Verfügung. Der ‚Schwesternmangel’ ist ein chronisches Übel, das dem Arzt nicht nur in Spitälern, sondern ganz besonders auch in der Praxis draußen immer wieder begegnet. Da vermag die Laienpflegerin manche empfindliche Lücke auszufüllen.“

In den Krankenpflegekursen sah er ferner „ein gutes Mittel, um die Ausbildung der Samariter im Armeesanitätsdienst vorzubereiten, oder das dort erworbene Wissen zu festigen.“ Nach Ansicht von Eugen Koch sollte die Pflegerin „dem Arzt eine treue, gewissenhafte Helferin sein. [...] Liebe zur Sache, eine gute Beobachtungsgabe, Sinn für Ordnung und Reinlichkeit, Geduld und Einfühlungsvermögen, Gewissenhaftigkeit und wahre Nächstenliebe sind für die Pflegerin nötig, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können.“

Die Krankenpflege war für Eugen Koch „in der Regel das natürliche Vorrecht der Frau.“ Ihr sei es „in erster Linie gegeben, mit dem Hilflosen, dem Schwachen Mitleid zu empfinden und ihm mit Trost und helfender Tat beizustehen. Im richtigen Geiste ausgeführt, bedeutet Krankenpflege für sie eine erweiterte Anwendung der Mütterlichkeit. Diese aber ist die höchste und beglückendste Aufgabe, die sich einer Frau überhaupt bieten kann.“ Wie Koch weiter ausführt, gäbe es „aber auch viele Vertreter des männlichen Geschlechtes, welche Eignung und Fähigkeit zur Krankenpflege besitzen. Es gibt Lagen, in denen der männliche Pflege sehr erwünscht ist. Wir denken da zum Beispiel an solche Aufgaben, die große körperliche Kraft erfordern, wo die Pflege sehr anstrengend ist, oder wo es sich etwa um die Pflege männlicher Geschlechtskranker handelt. Jedenfalls ist es nur zu begrüßen, wenn sich auch Männer das notwendige Wissen und Können in diesen dingen zu eigen machen.“

Eugen Koch bietet zunächst einen Überblick über den menschlichen Körper und seine Verrichtungen, bevor er die eigentliche Krankenpflege thematisiert. Hierbei spricht er auch die Eigenschaften – die „10 Gebote der Krankenpflege“, wie er es formuliert – an, über die jede Hauspflegerin „zum Wohle des Kranken und als nützliche Hilfskraft des Arztes“ verfügen sollte: Einfühlung, Zuversicht, Verschwiegenheit, ruhige Konsequenz, Wahrhaftigkeit, Geduld, Gewissenhaftigkeit, Rücksicht, Ruhe und Reinlichkeit.

Einzelne Kapitel widmet er dem Krankenzimmer, dem Krankenbett, Hilfsmittel der Krankenpflege, dem Verhüten des Durchliegens, dem Umbetten, der Reinhaltung des Kranken, den Bedürfnissen, der Ernährung und Beobachtung des Kranken, der Ausführung der ärztlichen Vorschriften, der Anwendung von Kälte und Wärme, Bädern, der Ersten Hilfe bei bedrohlichen Zufällen, Reizmitteln zur Wiederbelebung, den wichtigsten Infektionskrankheiten, der Pflege Sterbender und der Hausapotheke. Am Ende des Buches findet sich neben der Erklärung der gebräuchlichsten medizinischen Fachausdrücke auch ein Sachregister, mit dessen Hilfe der Inhalt leicht erschlossen werden kann.

Der „Samariterverein Zürich-Limmat“, der in den 1990er Jahren in den „Samariterverein Zürich 2“ (Altstadt, Enge, Wollishofen, Leimbach) integriert wurde, zeichnete Eugen Koch für sein vielseitiges Wirken im Jahre 1952 mit der Verleihung der Henry-Dunant-Medaille [Jean Henry Dunant (1828-1910) ] aus und verlieh ihm im Jahre 1961 die Ehrenmitgliedschaft. Er starb am 1. Juli 1981 im Alter von 82 Jahren in Zürich; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof Enzenbühl.


Literatur

Der Samariter. Organ des Schweizerischen Samariterbundes. 1. Jg. (1948) – 50. Jg. (1997). Solothurn (neuester Verlag: Vogt-Schild Druckzentrum) (Erscheinungsweise: 14täglich).

H., E.: Ein Glückwunsch [zum 60. Geburtstag von Dr. med. Eugen Koch in Zürich]. In: Der Samariter, 12. Jg., Nr. 40 vom 1. Oktober 1959.

Keller, Willy (Hrsg.): Schweizer Biographisches Archiv, Band 2. EPI Verlag. Zürich 1952, Seite 73-74 und Seite 192.

Koch, Eigen: Schicksal nach Meningitis meningococcica im Kindesalter. Medizinische Dissertation. Fr. Dürig. Bern 1924 (Ausgabe A: 8 Seiten; Ausgabe B: 24 Seiten).

Koch, Eugen: Vom Arzt und seinen Patienten. Heiteres und Besinnliches [Gedichte]. Illustriert von Edmund Welf. Aehren Verlag. Affoltern am Albis 1949 (178 Seiten).

Koch, Eugen: Die häusliche Krankenpflege. Schweizerischer Samariterbund. Olten 1951 (2. Auflage 1954, 3. Auflage 1962) (206 Seiten).

Koch, Eugen: Soins aux malades à domicile. Aliance suisse des samaritains. Olten 1954 (französische Ausgabe von: Die häusliche Krankenpflege).

Koch, Eugen: Cura die malati a domicilio. Federazione svizzera dei samaritani. Olten 1958 (italienische Ausgabe von: Die häusliche Krankenpflege).

Koch, Eugen: Wenn das Kind krank ist. Was tut die Mutter bei Krankheit und Unfällen des Kindes. Zentralsekretariat Pro Juventute, Abteilung Mutter und Kind. Zürich 1960.

Samariterverein Zürich 2, Präsident Hans-Peter Bernhard, Im Bergdörfli 2, CH-8038 Zürich: Schriftliche Mitteilungen an den Verfasser vom 27. Januar 2007 und 11. Dezember 2007.

Schweizerischer Samariterbund, Olten: [Nachruf] Dr. med. Eugen Koch (Olten, 2. Juli 1981).

Schweizerischer Samariterbund, Martin Disteli Strasse 27, CH-4601 Olten: Schriftliche Mitteilung an den Verfasser vom 5. Februar 2007.

Sidler, Josef: Unser Ehrenmitglied Dr. med. Eugen Koch, Zürich, 70jährig. In: Der Samariter, 22. Jg., Nr. 37 vom 25. September 1969.

Totentafel. Dr. med. Eugen Koch, Zürich. Ehrenmitglied des Schweizerischen Samariterverbandes. In: Der Samariter, 34. Jg., Nr. 28 vom 9. Juli 1981.

www.samaritervereinzuerich2.ch [16.03.2007].

www.samariter-zuerich.stadt.ch [16.03.2007].

Bildquelle: Keller, Willy (Hrsg.): Schweizer Biographisches Archiv, Band 2. Zürich 1952, Seite 192.

KOCH, Eugen

Version vom: 
2012-01-20

Zitation

Hubert Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Hubert Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 4. hpsmedia, 2012. S. 157-159

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Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=184

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