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Who was who in nursing history: BOURDON, Henri
BOURDON, Henri
Artikel von: Hubert Kolling
Erschienen in Band 4, Seite(n) 50-51.
 

Biographie

Nachdem Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) im Jahre 1895 in Würzburg die Röntgenstrahlen entdeckt hatte, wurden in etlichen in- und ausländischen Krankenhäusern sogenannte Röntgenabteilungen eingerichtet. Die mit der Anwendung der Röntgen- und Radiumstrahlen in der Heilkunde verbundenen Gefahren wurden freilich erst allmählich erkannt. So kam es in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dazu, dass zahlreiche Pioniere der Röntgenologie und Radiologie – Mediziner, Physiker, Techniker und nicht zuletzt Krankenpflegepersonal – bei ihrer Arbeit so schwere Schäden erlitten, dass sie nach oft jahrelangen, qualvollen Leiden daran starben. Zu den frühen Opfern der Röntgenwissenschaft beziehungsweise den Menschen, die zum Wohle ihrer Mitmenschen ihr Leben ließen, gehört auch Henri Bourdon.

Der Franzose Henri Bourdon wurde am 31. März 1887 in Paris geboren, wo er auch am 13. März 1907 Laboratoriumsvorstand am Hospital Saint Louis wurde. Seit dieser Zeit führte er 19 Jahre alle röntgenographischen und röntgenoskopischen Arbeiten durch. Nachdem er an einer unheilbaren, ulzerösen Radiodermatitis erkrankte, musste er seinen Beruf aufgeben und sich einer Reihe von chirurgischen Eingriffen unterziehen: 1919 Exartikulation des linken Mittelfingers einschließlich des dazugehörigen Mittelhandknochens, 1922 Entfernung des zweiten und dritten Gliedes des linken Zeigefingers, 1926 Amputation des Nagelgliedes des rechten Ringfingers.

Wegen dieser Operationen, und um ihn aus dem gefährlichen Strahlenbereich zu entfernen, wurde Henri Bourdon dem Verwaltungsdienst zugeteilt. Der Stadtrat von Paris gewährte ihm in seiner Sitzung vom 9. Juli 1926 vom Zeitpunkt ab, zu dem er seine Hospitaltätigkeit endgültig aufgegeben hatte eine lebenslange Rente von jährlich 10.000 Francs. Im Alter von 43 Jahren starb Henri Bourdon im Juni 1930.

Im „Ehrenbuch der Radiologen aller Nationen“, das rund 400 Röntgen- und Radiumopfer von der ganzen Welt enthält, findet sich neben M. van Roost (1880-1924)  aus Belgien, Agnes Elisabeth Raadchou-Nielsen (1876-1935)  aus Dänemark, Paul Tafelmeyer (1868-1934)  und Maria Ridder (1871-1916)  aus Deutschland, Anna Lönnbeck (1856-1920)  aus Finnland, Marie Leontina Mikýsková (1896-1942)  und Fulgencie Šumšalová (1882-1936)  aus Tschechien, Zora Zec (1895-1947)  aus Kroatien sowie Helga Schumacher (1885-1930)  aus Dänemark auch der Name Henri Bourdon.


Literatur

[Ohne Verfasser]: Henri Bourdon. In: Ehrenbuch der Radiologen aller Nationen. Dritte, erweiterte Auflage. Herausgegeben von W[erner] Molineus, H[ermann] Holthusen und H[ans] Meyer. Blackwell Wissenschaft. Berlin 1992, Seite 90.

BOURDON, Henri

Version vom: 
2012-01-20

Zitation

Hubert Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von Hubert Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 4. hpsmedia, 2012. S. 50-51

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=147

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